Reaktion auf Rohanis Rede Trump droht Iran mit schlimmsten Konsequenzen

Die USA erhöhen den Druck auf Iran: Nachdem Hassan Rohani mit "der Mutter aller Schlachten" gedroht hatte, schießt Donald Trump via Twitter zurück. Zudem wirbt sein Außenminister um internationale Unterstützung für den harten Kurs.

Donald Trump
AP

Donald Trump


US-Präsident Donald Trump hat sich via Twitter an den iranischen Präsidenten Hassan Rohani gewandt und ihn in Großbuchstaben gewarnt: "Bedrohen Sie niemals wieder die USA, oder Sie werden Konsequenzen zu spüren bekommen, die nur wenige in der Geschichte jemals zu spüren bekommen haben." Die USA seien kein Land mehr, das "Ihre wahnsinnigen Worte von Gewalt und Tod hinnehmen wird", schrieb Trump weiter. Seinen Tweet beendete er mit der Warnung: "Seien Sie vorsichtig!"

Trump reagierte damit auf eine Drohung Rohanis. Der iranische Staatschef hatte den USA am Sonntag bei einer im Fernsehen übertragenen Rede in Teheran mit der "Mutter aller Schlachten" gedroht. "Der Frieden mit Iran wäre die Mutter allen Friedens, und Krieg mit Iran wäre die Mutter aller Schlachten." Rohani hatte sich auch direkt an Trump gerichtet: Er erkläre Krieg und behaupte dann, das iranische Volk unterstützen zu wollen. "Sie können nicht das iranische Volk aufhetzen, entgegen seiner eigenen Sicherheit und seinen eigenen Interessen." Rohani warnte, die USA sollten nicht mit dem Feuer spielen, dies könnten sie "für immer bereuen".

Im Mai hatte Trump den Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen mit Iran verkündet. Seitdem nehmen die verbalen Drohungen zwischen den Regierungen in Washington und Teheran zu.

US-Außenminister Pompeo wirbt für harten Kurs gegen Iran

Die USA werben nun auch verstärkt um internationale Unterstützung für ihren harten Kurs gegen die Islamische Republik. Man bemühe sich vor allem darum, Länder im Mittleren Osten sowie Europa davon zu überzeugen, den wirtschaftlichen Druck auf Teheran zu erhöhen, sagte US-Außenminister Mike Pompeo am Sonntagabend bei einer Rede in Los Angeles.

Die seit Dezember anhaltenden Proteste in Iran wertete er als die "längsten und energischsten" seit 1979, als nach dem Sturz des Schahs die Islamische Republik gegründet wurde. Die Iraner wollten mit Würde, Verantwortung und Respekt regiert werden, sagte Pompeo während seiner Rede in der Ronald-Reagan-Stiftung. Ein Ziel sei es, die Ölexporte der Islamischen Republik bis zum 4. November weitestmöglich auf Null zu drücken.

Die Proteste in Iran wenden sich unter anderem gegen Korruption, Unterdrückung der Frauen und religiöser Minderheiten, Knappheit von Wasser und anderer Ressourcen. Auf die Straße gingen all jene Gruppen, die vom "revolutionären Regime" schlecht behandelt würden, sagte Pompeo.

aar/dpa/AFP

insgesamt 85 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
s.l.bln 23.07.2018
1. "Die Iraner...
...wollten mit Würde, Verantwortung und Respekt regiert werden, sagte Pompeo während seiner Rede in der Ronald-Reagan-Stiftung." Davon können die Amerikaner derzeit auch nur träumen. Wenn es mit der Russlandaffäre in die Endrunde geht, werden wir wohl eine Eskalation des Konfliktes mit dem Iran erleben. Nichts bringt die Amerikaner effektiver hinter ihren Präsidenten, als ein militärischer Konflikt.
erzengel1987 23.07.2018
2. Wieso?
Nochmal wieso tun die USA das? Was hat der Iran so böses getan? Der Iran ist alles andere als ein freies demokratisches Land. Soweit so gut. Aber Iraner sind höfliche Menschen. Zudem kann man im Iran sogar gefahrlos Urlaub machen, wenn man sich nicht extrem gegen die dortigen Gesetze lehnt. Zudem stellt der Iran keine Bedrohung dar. Iran und Israel stehen sich feindschaftlich gegenüber... Die beiden Länder tun allerdings gegenseitig nichts um diese Feindschaft zu beenden. Israel hat zudem schon öfters dieses Land verbotener Weise angegriffen. Dem Iran kann man eigentlich nur raten schnellstmöglich sein Atomprogramm wieder hochzufahren. In dem Fall wäre mir persönlich ein Atomar hochgerüsteter Iran lieber, als wenn die USA wieder Frieden sähen wollen... wir haben genug Flüchtlinge...
behemoth 23.07.2018
3. Hat
in der Gegend nicht schon einmal ein größenwahnsinniger Führer mit der "Mutter aller Schlachten" gedroht?
ylvs 23.07.2018
4. Übersetzungsfehler
to stand for sth heißt etwas hinnehmen nicht für etwas stehen. Also: die USA sind kein Land mehr, dass Ihre verrückten Worte von Gewalt und Tod hinnehmen wird.
PeaceNow 23.07.2018
5. Welche Drohung?
Die Rede Rohanis ist in voller Länge im Internet. Er sagte im FALLE eines ANGRIFFS auf den Iran gäbe es die Mutter aller Schlachten, da jeder Iraner sein Land verteidigen wird. Was realistisch ist, da die 83 Mio. Iraner der mit Abstand größte und stärkste Gegner für die USA wären seit dem WK2. Dazu ergänzte Rohani das der Iran niemanden bedrohen oder gar angreifen werde, sich aber mit allen Mitteln verteidigen werde. WO ist somit die von Trampeltrump und den Westmedien unterstellte Drohung? Oder war es nur wieder mal Zeit für einen anti Iran Artikel?
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.