Gemeinsames Abendessen Romney findet jetzt lobende Worte für Trump

Vor der Wahl teilten sie heftig gegeneinander aus, aber nun gibt es wichtige Posten zu vergeben: Donald Trump und Mitt Romney haben sich erneut zum Gespräch getroffen - der Ex-Gouverneur zeigte sich hinterher sehr angetan.


Nach seinem Treffen mit dem designierten US-Präsidenten Donald Trump hat sich Mitt Romney lobend über seinen einstigen Erzfeind geäußert: Er habe "zunehmend Hoffnung", dass Trump derjenige sei, der das Land in eine "bessere Zukunft" führen könne. Romney und Trump hatten am Dienstag gemeinsam in einem Restaurant im New Yorker Trump Tower gegessen, mit am Tisch saß auch Stabschef Reince Priebus. Eines der Gesprächsthemen dürfte der Posten des US-Außenministers gewesen sein.

Romney wird seit einiger Zeit als Anwärter gehandelt. Im Trump-Lager kommt das allerdings nicht besonders gut an, selbst von seinen engsten Beratern gibt es Kritik. Der Grund: Romney hatte sich im Wahlkampf sehr deutlich von Trump distanziert, ihn einen Betrüger und Schwindler genannt und ihm die Eignung für das Präsidentenamt abgesprochen. Trump hatte sich unter anderem mit der Bemerkung revanchiert, Romney laufe "wie ein Pinguin".

Doch das war vor Trumps Wahlsieg. Nun gibt es also Personalgespräche beim Abendessen.

Romney lobte im Anschluss vor Reportern die bisherige Arbeit Trumps sowie dessen Wahlkampagne. Es sei "nicht einfach zu gewinnen", sagte Romney. Er wisse das, denn er sei beim Versuch, ins Weiße Haus zu ziehen, gescheitert. Trump habe den Wähler eine Vision geboten, die das amerikanische Volk in sehr starker Weise angesprochen habe.

Den Abend bezeichnete Romney als "wunderbar", die Diskussionen mit Trump seien "erhellend" und "interessant", "ich habe sie sehr, sehr genossen". Trump hat sich bisher nicht zum Treffen geäußert.

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Abendessen von Trump und Romney: Lob zum Dessert

Neben Romney gelten auch New York ehemaliger Bürgermeister Rudolph Giuliani, Ex-CIA-Chef David Petraeus sowie Senator Bob Corker als Kandidaten für das Amt (hier lesen Sie, für welche Kabinettsposten Trump bereits Kandidaten nominiert hat).

Für den Posten des Finanzministers ist Insidern zufolge der frühere Goldman-Sachs-Banker Steven Mnuchin im Gespräch. Trump werde seine Entscheidung voraussichtlich am Mittwoch bekanntgeben, berichteten die Nachrichtenagentur Reuters und die "New York Times". Mnuchin war während Trumps Wahlkampf für die Finanzierung der Kampagne verantwortlich.

Video: "Dieser dumme Romney" - So sprach Trump früher über den möglichen Minister

Als Handelsminister wird Trump dem Insider zufolge den Milliardär und Investor Wilbur Ross benennen. Dieser hat in New York politische Erfahrung gesammelt, wo er als Privatisierungsberater für den früheren Bürgermeister Giuliani arbeitete. Trump übernimmt am 20. Januar die Amtsgeschäfte von US-Präsident Barack Obama.

aar/AP

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