US-Republikaner Trump stichelt, die Partei streitet

In US-Medien ist die Rede vom "Krieg der Republikaner": Immer mehr Parteiprominenz lehnt sich gegen Donald Trump auf. Der poltert dagegen, Hilfe bekommt er nun von Sarah Palin - seiner möglichen Vize-Kandidatin?

Donald Trump in Washington
REUTERS

Donald Trump in Washington


Die Liste der US-Republikaner, die sich gegen Donald Trump - den mutmaßlichen Kandidaten der Partei im Rennen um das Weiße Haus - stellen, ist zuletzt immer länger geworden. Zugleich bekommt der umstrittene US-Milliardär aber auch Unterstützung von prominenten Mitgliedern. Kurzum: Die innerparteilichen Fronten verhärten sich.

Nach den jüngsten Pro-und Contra-Aussagen titelt der US-Sender CNN: "Der Krieg der Republikaner verschärft sich." Bei "Politico" heißt es: "Donald Trump zerstört die republikanische Partei."

Zuletzt hatten Jeb Bush und Lindsey Graham erklärt, dass sie Trump auf keinen Fall wählen werden. Trump habe keinen Respekt vor der Verfassung, er sei kein Konservativer. Mit Paul Ryan hatte zudem einer der einflussreichsten Republikaner der USA gesagt, er sei "noch nicht bereit", Trump zu unterstützen. Der Milliardär müsse sich intensiver um die Einheit der Partei bemühen, mahnte Ryan.

Doch Trump macht nicht den Eindruck, als läge ihm viel daran. Er gab nun mehreren TV-Sendern Interviews, die am Sonntag ausgestrahlt wurden. Es hätte zwar etwas Gutes, wenn die Partei vereint wäre, sagte er ABC. "Aber ich glaube nicht, dass sie wirklich im traditionellen Sinne vereint sein muss." Von Ryans Äußerung sei er überrumpelt worden, schließlich habe ihm der Sprecher des Repräsentantenhauses noch im April während eines Telefonats zu seinem Wahlsieg in New York gratuliert, sagte Trump.

Ein Sprecher Ryans dementierte, dass es dieses Telefongespräch gegeben habe. Trumps Berater Paul Manafort sagte, die Partei-Elite sei schlicht überrascht vom raschen Aufstieg des Milliardärs - und stelle sich deshalb nur zögerlich hinter ihn.

Eine, die längst hinter Trump steht, ist Sarah Palin, einstige Vizepräsidentschaftskandidatin und Ikone der Tea-Party-Bewegung. Sie warf Ryan nun vor, "den Willen des Volkes" zu missachten. Das hätten nicht zuletzt seine Äußerungen über Trump gezeigt. Ryans politische Karriere sei beendet, sagte Palin dem Sender CNN. Es sei "keine kluge Entscheidung gewesen", Trump die Unterstützung zu verwehren.

Ob sie selbst Interesse daran habe, als Trumps Vize anzutreten? Palin antwortete auf diese CNN-Frage extrem diplomatisch: Sie wisse, dass viele Menschen sie nicht als Kandidatin sehen wollten. "Ich will keine Belastung sein."

Trump hatte sich im Vorwahlkampf der Republikaner entgegen den Erwartungen von Experten durchgesetzt und ist seit Mittwoch der einzige verbliebene Bewerber für die Nominierung (lesen Sie hier, was uns jetzt im US-Wahlkampf erwartet). Endgültig erfolgt die Ernennung auf dem Parteitag im Sommer. Ryan soll ihn leiten.

Mehr zum Thema:

Ergebnisse der US-Vorwahlen

aar/AP/Reuters

insgesamt 54 Beiträge
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hummel1 09.05.2016
1. Make my day!
"Make America Great Again" waren das die Römer oder die Amis die da am spinnen sind? Stelle mir gerade Frau Merkel oder den Horsti oder noch besser Siggi vor wie sie mit so ner Kappe Wahlkampf machen! Netter Gedanke für einen Montag Morgen!
homohelveticus 09.05.2016
2. Trump/Palin
Das Duo hätte Amerika verdient! Der Rest der Welt aber nicht. Ich hoffe immer noch, dass dies das beste ist, was Hillary passieren kann. Aber Trump ist schon viel zu einfach zu weit gekommen. This will be a freaking nightmare!
Bueckstueck 09.05.2016
3. Dumb & Dumber Ticket
Das wär was, ein dumb & dumber ticket mit Trump und Palin! Die Niederlage ist ja beinahe sicher (es müsste schon ein Unglück passieren damit der Donald gewählt wird) aber mit Palin an seiner Seite sinken die Chancen nochmal deutlich.
siora 09.05.2016
4. die Palin mal wieder...
oh gott, stelle sich das mal einer vor - Trump als Präsident und Palin als Vize... Ist das gruselig!! Ich hoffe so, dass die Amerikaner im Herbst trotz ihres fleißigen Chlorhuhn- und Gengemüseverzehrs noch genug Hirnzellen übrig haben, um in letzter Minute rational und demokratisch zu wählen aka. "Trump, das war ja jetzt ganz unterhaltsam im Wahlkampf, aber jetzt bitte back to serious business". Ist nur zu hoffen...
ihawk 09.05.2016
5. Witzfiguren an die Front
Was haben die Puppenspieler vor? Donald Trump & Sarah Palin würden in der Tat die Partei der Republikaner zerstören, denn an einer Reform der Partei sind diese politischen Witzfiguren offensichtlich nicht interessiert ... bedeutet das den Untergang der Demokratie wie wir sie kennen?
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