Trumps künftige US-Regierung Die Auserwählten

Das Kabinett von Donald Trump nimmt Formen an: Ex-General James Mattis wird Verteidigungsminister, auch der einstige Rivale Carson und eine Wrestling-Unternehmerin sind dabei. Alle Nominierten auf einen Blick.

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Eines zeichnet sich immer stärker ab: Der künftige US-Präsident Donald Trump setzt bei der Besetzung der wichtigen Positionen seines Schattenkabinetts auf politische Hardliner. So fordert Trumps neuer CIA-Chef Mike Pompeo etwa die Todesstrafe für Whistleblower Edward Snowden.

Als Verteidigungsminister nominierte Trump den früheren General James Mattis. Der als "Mad Dog" ("verrückter Hund") bekannte 66-Jährige ist für seine derben Sprüche bekannt. So sagte er im Jahr 2005: "Bei manchen Leuten macht es Spaß, sie zu erschießen." Er war unter anderem an den Kriegseinsätzen in Afghanistan und im Irak beteiligt.

Noch sind nicht alle Posten in den Ministerien und wichtigen Behörden vergeben. Trump prüft seit einiger Zeit, wer für die einzelnen Aufgaben geeignet ist. Besonders spannend ist die Frage, wer künftig das Außenministerium übernehmen wird. Im Gespräch ist neben Mitt Romney, der einer der härtesten Trump-Kritiker war, auch New Yorks Ex-Bürgermeister Rudy Giuliani.

Dieser laufend aktualisierte Überblick zeigt, welche Ämter bereits vergeben sind und welcher Einfluss damit verbunden ist.

Außenminister

Das Außenministerium ist der Ort, an dem internationale Allianzen geschmiedet und Kontakte gepflegt werden. Doch Diplomatie ist nicht die Stärke Donald Trumps. Dabei ist er laut der Verfassung derjenige, der für die Beziehungen der Vereinigten Staaten zu anderen Ländern zuständig ist. Der künftige Secretary of State wird deshalb eine umso wichtigere Rolle einnehmen. Wie wird sich das Verhältnis der USA zu Russland sowie zur Europäischen Union entwickeln? Wie wird die Strategie des Landes zur Bekämpfung des Terrorismus im Ausland aussehen? Das werden nur Fragen sein, mit denen sich der Nachfolger vom bisherigen Außenminister John Kerry auseinandersetzen wird.

Rex Tillerson
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Rex Tillerson

Rex Tillerson
Er könne sich niemanden vorstellen, der für das Amt "besser vorbereitet" sei, sagt Donald Trump über seinen künftigen Außenminister. Rex Tillerson habe ein "tief reichendes Wissen von der Geopolitik" und unterhalte Beziehungen zu Staatenlenkern in der ganzen Welt. Tatsächlich ist Tillerson, der seit 2004 an der Spitze des Mineralölkonzerns ExxonMobil steht, viel in der Welt herumgekommen. Dennoch ist er ein Quereinsteiger ohne jegliche Erfahrung in politischen Ämtern. Über seine außenpolitischen Ideen ist wenig bekannt. Sicher ist nur: Der 64-Jährige verfügt über gute Kontakte nach Russland. Der Kreml hatte bereits angedeutet, dass er eine Nominierung begrüßen würde. Mit Präsident Wladimir Putin habe Tillerson Arbeitsgespräche geführt, sagte ein Kreml-Sprecher. Der Konzernchef spricht sich gegen Sanktionen aus, die der Westen als Reaktion auf die russische Annexion der Krim verhängt hat.


Verteidigungsminister

Obwohl der US-Präsident zugleich Oberbefehlshaber der Streitkräfte ist, kommt auch dem Verteidigungsminister eine wichtige Rolle zu. Er leitet das Pentagon und verfügt über ein Budget von knapp 600 Milliarden Dollar.

Verteidigungsminister James Mattis
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Verteidigungsminister James Mattis

James Mattis
Die Wahl des 66-Jährigen ist ein Hinweis, dass Trump von der Außenpolitik seines Vorgängers Barack Obama abrückt. Obama hatte sich etwa beim Kampf gegen radikale Islamisten und im Konflikt mit Russland in Europa zunehmend auf verbündete Staaten verlassen. Mattis ist in den Streitkräften hoch angesehen und für sein Misstrauen gegenüber Iran bekannt.


Stabschef

Der Chief of Staff gilt als zweitwichtigster Mann im Oval Office: Der Stabschef kontrolliert, welche Informationen zum Präsidenten gelangen. Er hat maßgeblichen Einfluss auf dessen politische Agenda. Amerikanische Medien bezeichnen den Posten deshalb auch als "Gatekeeper".

Stabschef: Reince Priebus
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Stabschef: Reince Priebus

Reince Priebus
Trumps Tochter Ivanka und ihr Ehemann Jared Kushner sollen sich für den 44-jährigen Leiter des Parteikomitees der Republikaner starkgemacht haben. Durch seine guten Kontakte in Washington könnte er nun die Verbindung zu den von seiner Partei beherrschten Parlamentskammern herstellen.


Chefstratege

Wie die Arbeit des Counselor to the President genau aussehen wird, ist noch nicht klar. Von manchem Präsidenten wurde der Posten erst gar nicht besetzt. Trump hat allerdings deutlich gemacht, dass der Stabschef und der Chefstratege hierarchisch gleichgestellt sind. Wer wird also enger mit dem Präsidenten zusammenarbeiten dürfen? Der Konkurrenzkampf ist eröffnet.

Chefstratege: Stephen K. Bannon
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Chefstratege: Stephen K. Bannon

Stephen K. Bannon
Der 62-jährige frühere Wahlkampfchef Trumps steht in der Kritik, weil die Website "Breitbart News" unter ihm nationalistische und auch antisemitische Positionen verbreitet hat. Rechtsextreme bejubelten seine Ernennung. Bannon verkörpert für sie den "Aufstand der Weißen" gegen den Rest der amerikanischen Gesellschaft. Lesen Sie hier ein Porträt von Stephen Bannon und hier eine Analyse über "Breitbart News".


Nationaler Sicherheitsberater

Der National Security Advisor berät den Präsidenten, wenn dieser bei außen- und sicherheitspolitischen Fragen Rat braucht. Er hat großen Einfluss auf Geheimdienste und Militär. Der Sicherheitsberater ist dem Präsidenten direkt unterstellt, bei seiner Ernennung braucht er keine Zustimmung des Senats.

Nationaler Sicherheitsberater: Michael Flynn
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Nationaler Sicherheitsberater: Michael Flynn

Michael Flynn
Der pensionierte Drei-Sterne-General gehörte schon im Wahlkampf zu den wichtigsten Unterstützern von Donald Trump. Flynn, 57, war von 2012 bis 2014 Direktor des Militärgeheimdienstes Defense Intelligence Agency (DIA). Er tritt wie Trump für eine Entspannung mit Russland ein und ist mehrmals im staatlichen russischen TV-Sender Russia Today aufgetreten. Auch wegen seiner Äußerungen über "radikalen islamischen Terrorismus" ist er umstritten. Lesen Sie hier: Michael Flynn im Porträt.


Justizminister

Der Attorney General und das Ministerium beraten die Regierung in rechtlichen Fragen, kontrollieren die Strafverfolgungsbehörden und haben die Aufsicht über Bundesgefängnisse und andere Strafvollzugsanstalten. Der Justizminister hat Einfluss darauf, wie Gesetze angewendet werden.

Justizminister: Jeff Sessions
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Justizminister: Jeff Sessions

Jeff Sessions
Er war mit Abstand der erste Senator, der dem Außenseiterkandidaten Trump seine Unterstützung zusicherte. Der 69-Jährige, der seit 1996 den US-Staat Alabama im Senat vertritt, gilt als einer der konservativsten Senatoren. Er fiel immer wieder durch seine harte Linie beim Thema illegale Einwanderer auf. Rassismusvorwürfe begleiten seine Karriere und sorgten dafür, dass der Senat in den Achtzigerjahren seine Ernennung zum Bundesrichter blockierte. Über den Ku-Klux-Klan soll er gesagt haben: "Ich fand sie ganz okay, bis ich erfuhr, dass sie Marihuana rauchen."


CIA-Direktor

Der neue Chef wird darüber entscheiden müssen, ob der Modernisierungsplan für den Auslandsgeheimdienst umgesetzt wird, den Vorgänger John O. Brennan auf den Weg brachte. Dabei geht es vor allem darum, die Central Intelligence Agency im Bereich des Cyberkriegs besser aufzustellen. Trump hatte zudem angekündigt, die von Obama abgeschaffte Foltermethode des Waterboardings bei Verhören wieder einsetzen zu wollen - auch damit wird sich der neue Direktor auseinandersetzen müssen.

CIA-Direktor: Mike Pompeo
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CIA-Direktor: Mike Pompeo

Mike Pompeo
Der 52-Jährige gehört seit 2010 dem US-Abgeordnetenhaus an und vertritt den Bundesstaat Kansas. Während des Wahlkampfs unterstützte er FBI-Direktor James Comey öffentlich darin, kurz vor der Präsidentenwahl Hillary Clintons E-Mail-Skandal erneut zum Thema zu machen. Für Edward Snowden fand er drastische Worte und bezeichnete die Todesstrafe als gerechtes Urteil für den Whistleblower. Pompeo, der als Anhänger der konservativen Tea-Party-Bewegung gilt, ist Absolvent der Militärakademie West Point und der Universität Harvard.


Uno-Botschafterin

Unter den 193 Uno-Mitgliedstaaten nehmen die USA als mächtige Wirtschafts- und Militärmacht mit ständigem Sitz und Vetorecht im Sicherheitsrat immer noch eine Sonderrolle ein. Dort werden viele internationale Konflikte diplomatisch ausgefochten. So stehen Syrien, der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern oder die Atomtests Nordkoreas dort auf der Agenda. Häufig hatten Uno-Botschafter zuvor Posten im Außenministerium oder im Weißen Haus inne.

Uno-Botschafterin: Nikki Haley
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Uno-Botschafterin: Nikki Haley

Nikki Haley
Die Gouverneurin des südlichen US-Bundesstaates South Carolina hat in ihrer Amtszeit zwar mehrere Handelsdelegationen angeführt, um etwa die Wirtschaftsbeziehungen South Carolinas mit Unternehmen in Indien, Japan oder Deutschland zu verbessern. Ansonsten besitzt sie aber kaum außenpolitische Expertise und hatte auch keinen Posten auf Bundesebene inne. Im vergangenen Jahr forderte sie, die umstrittene Konföderiertenflagge vom Kapitol in dem Bundesstaat zu entfernen. Das brachte ihr über Parteigrenzen hinweg Anerkennung ein. Haley hatte Trump im Wahlkampf mehrfach offen kritisiert. Lesen Sie hier, warum ihre Nominierung eine gute Wahl ist.


Bildungsministerin

Das Department of Education wurde 1980 gegründet, momentan sind dort etwa 4400 Menschen beschäftigt. In den USA fallen zahlreiche Entscheidungen über die Schulbildung in den einzelnen Bundesstaaten. Das Bildungsministerium in Washington befasst sich hingegen unter anderem damit, finanzielle Förderprogramme zu entwickeln, Daten zum Schulsystem zu sammeln und auszuwerten oder Zugang zum Bildungssystem zu garantieren. Seit Anfang 2016 ist der Demokrat John King US-Bildungsminister.

Bildungsministerin: Betsy DeVos
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Bildungsministerin: Betsy DeVos

Betsy DeVos
Die Unternehmerin und Philanthropin war Vorsitzende der republikanischen Partei in Michigan und tritt seit Jahren für eine Reform des Schulsystems ein. Die 58-Jährige fordert beispielsweise Gelder dafür, dass Eltern über die öffentlichen Schulen hinaus entscheiden können, in welche Einrichtung sie ihr Kind schicken. DeVos ist Vorsitzende einer Investmentfirma und Milliardärin. Auf nationaler Ebene trat sie bislang kaum in Erscheinung.


Gesundheitsminister

Allein für die Gesundheitsversorgung gaben die USA 2015 knapp 940 Milliarden US-Dollar aus, ein Viertel des Bundeshaushalts. Der Posten ist außerdem wichtig, weil im Gesundheitsministerium über eine Errungenschaft der zweiten Obama-Amtszeit entschieden wird: Obamacare. Die gesetzliche Krankenversicherung ist für alle US-Bürger Pflicht. Wer sie sich nicht leisten kann, erhält Zuschüsse. Nach Regierungsangaben hat die Reform zusätzlich 20 Millionen Menschen eine Krankenversicherung gebracht. Bisherige Gesundheitsministerin ist seit 2014 Sylvia Mathews Burwell.

Gesundheitsminister: Tom Price
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Gesundheitsminister: Tom Price

Tom Price
Der 62-jährige Chirurg aus Atlanta, Georgia, sitzt seit 2005 für die Republikaner im Repräsentantenhaus. Vorher war er Senator auf Staatsebene für seinen Heimatwahlkreis in einem Vorort nördlich von Atlanta. Als Kongressabgeordneter machte sich Price seit Längerem für eine Abschaffung von Obamacare stark. Im Wahlkampf für Donald Trump nannte Price die Krankenversicherung für alle Amerikaner Irrsinn. Nach Ansicht von Price hindert die Gesundheitsreform von 2010 Ärzte und Patienten, medizinische Entscheidungen zu treffen. Price künftiger Chef, Trump, hatte zu Obamacare unterschiedliche Signale gesendet: Im Wahlkampf wetterte er gegen die Gesundheitsreform, nach der Wahl sagte Trump, er wolle einige Teile bestehen lassen.


Finanzminister

Finanzielle Stabilität und wirtschaftliches Wachstum werden maßgeblich in dieser Behörde gesteuert und kontrolliert. Dazu gehören Steuerfragen, das Ausfeilschen von Handelsverträgen und die Kontrolle der Landesfinanzen. Das Ministerium ist zudem für die Einhaltung von wirtschaftlichen Sanktionen zuständig, wie etwa beim Iran-Deal von Barack Obama.

Finanzminister: Steven Mnuchin
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Finanzminister: Steven Mnuchin

Steven Mnuchin
Der frühere Manager der Investmentbank Goldman Sachs soll US-Finanzminister werden. Steven Mnuchin war bereits Finanzchef von Trumps Wahlkampagne. Der 53-Jährige arbeitete 17 Jahre lang für das später in der Finanzkrise in Schieflage geratene Geldhaus. Nach seiner Bankkarriere produzierte er erfolgreich Hollywoodfilme. Nach eigenen Angaben ist er seit 15 Jahren mit Trump befreundet. Regierungserfahrung hat er keine.


Heimatschutzminister

Das Ministerium für Heimatschutz gibt es erst seit 2002 - die Behörde wurde ein Jahr nach den Anschlägen vom 11. September geschaffen. Zu den Kernaufgaben zählen der Schutz der Bevölkerung vor Terror - aber auch die Grenzsicherung, Sicherheitskontrollen an Flughäfen und der Einsatz gegen illegale Einwanderung. Mit 240.000 Beschäftigten ist das Heimatschutzministerium die größte Bundesbehörde. Bislang wird sie vom Demokraten Jeh Johnson geführt.

Heimatschutzminister: John Kelly
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Heimatschutzminister: John Kelly

John Kelly
Kelly, 66, wird oft als "Falke der Grenzsicherung" beschrieben. Die Situation an der US-Südgrenze zu Mexiko beschrieb er einmal als "existenzielle Bedrohung". Kelly war 40 Jahre lang bei den Marines und kämpfte im Irak. Bis vor Kurzem führte er das Southern Command der US-Streitkräfte. Kelly ist der ranghöchste Offizier, der in einem Krieg nach dem 11. September 2001 ein Kind verlor: 2010 kam sein Sohn Michael im Irak ums Leben. Als General bezog Kelly einige Male offen Opposition zu Präsident Barack Obama. Er wäre der erste Nicht-Zivilist an der Spitze des Ministeriums.


Handelsminister

Das Wirtschaftsministerium spielt eine zentrale Rolle in den Plänen von Donald Trump. Der Republikaner will dafür sorgen, dass Industrieunternehmen in den USA bleiben oder dorthin zurückkehren. Und er will Freihandelsverträge neu verhandeln. Fast 47.000 Menschen arbeiten für die Behörde, deren Hauptziel es ist, Arbeitsplätze zu schaffen und für wirtschaftliches Wachstum zu sorgen.

        Wirtschaftsminister: Wilbur Ross
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Wirtschaftsminister: Wilbur Ross

Wilbur Ross
Der schwerreiche Wilbur Ross soll künftig das Wirtschaftsressort führen. Der frühere Investmentbanker ist ein alter Bekannter von Donald Trump: Er beriet ihn bei seinen Firmeninsolvenzen. Später wechselte Ross in die private Unternehmensbeteiligungsbranche. Die Börsenaufsicht SEC verdonnerte den 79-Jährigen kürzlich wegen schludriger Buchhaltung zu einer Strafe in Höhe von 2,3 Millionen Dollar. Ross zählte im Wahlkampf zu Trumps engsten Beratern, politisch gilt er als unerfahren.


Verkehrsministerin

Donald Trump hat angekündigt, Milliarden in die marode Infrastruktur des Landes zu stecken. Entsprechend einflussreich dürfte die Frau an der Spitze des Verkehrsministeriums im künftigen Kabinett sein. Die Behörde gibt es seit 1967, fast 55.000 Menschen arbeiten für sie.

Verkehrsministerin: Elaine Chao
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Verkehrsministerin: Elaine Chao

Elaine Chao
Unter George W. Bush war sie Arbeitsministerin und die erste Frau mit asiatischen Wurzeln in einem US-Kabinett. Jetzt soll Elaine Chao das Verkehrsressort führen. Chao ist die Frau des republikanischen Mehrheitsführers im Senat, Mitch McConnell. Sie bringt auch Erfahrungen im Verkehrsressort mit, wo sie einst stellvertretende Ministerin war. Zudem sitzt sie in den Direktorien der US-Bank Wells Fargo, der Mediengruppe News Corp. und anderer großer US-Unternehmen.


Wohnungsbau- und Stadtentwicklungsminister

Der Schwerpunkt der 1965 gegründeten Behörde liegt mittlerweile klar auf dem Wohnungsbau und weniger auf der Stadtentwicklung. Das Ministerium ist unter anderem für die Regulierung der staatlichen Hypothekenbanken oder die finanzielle Unterstützung des städtischen Wohnungsbaus zuständig.

Wohnungsbauminister: Ben Carson
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Wohnungsbauminister: Ben Carson

Ben Carson
Im Wahlkampf war er noch Donald Trumps Konkurrent. Nach seinem Aus bei den Vorwahlen schlug sich Ben Carson jedoch frühzeitig auf die Seite des US-Milliardärs. Der ehemalige Neurochirurg hatte als Außenseiter einige Sympathien gewonnen. Er irritierte aber vor allem mit mehreren Aussagen. So sagte er im Oktober 2015: "Die Wahrscheinlichkeit, dass Hitler seine Ziele erreicht, wäre stark verringert worden, wenn die Menschen bewaffnet gewesen wären." Später behauptete er, die Pyramiden in Ägypten seien keine Pharaonengräber, sondern biblische Getreidespeicher gewesen.


Chef der Umweltschutzagentur EPA

Die EPA (Environmental Protection Agency) mit Sitz in Washington DC beschäftigt rund 17.000 Menschen. Zuletzt wurde die mächtige Umweltschutzbehörde vor allem im Zusammenhang mit dem VW-Dieselskandal einem größeren Publikum bekannt. Die jetzige Chefin ist Gina McCarthy.

EPA-Chef: Scott Pruitt
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EPA-Chef: Scott Pruitt

Scott Pruitt
Pruitt gilt als enger Vertrauter der Kohle- und Ölindustrie. Die Entscheidung für ihn belegt Beobachtern zufolge Trumps Absicht, die Errungenschaften seines Vorgängers Barack Obama in Sachen Klimaschutz abzubauen. Als Chefankläger des Bundesstaates Oklahoma kämpfte Pruitt gegen Obamas "Clean Power Plan". Dieses Vorhaben für sauberere Kraftwerke bezeichnete er als "Krieg gegen die Kohle". 2014 führte Pruitt nach Recherchen der "New York Times" eine Allianz großer Energieversorger gegen klimapolitische Regulierungen Obamas an. Im Wahlkampf hatte Donald Trump mehrfach angekündigt, er werde die EPA abschaffen, vor allem weil sie zu teuer sei.


Mittelstandsbeauftragte

Die Small Business Administration (SBA) kümmert sich um kleine und mittlere Unternehmen und ist damit für rund 28 Millionen Firmen zuständig, die zusammen fast die Hälfte der Arbeitsplätze in den USA ausmachen. Der Posten der Behördenchefin ist dem eines Kabinettsmitglieds gleichgestellt. An die SBA sind einige Erwartungen gerichtet. Trump hatte im Wahlkampf drastische Steuersenkungen für Unternehmen versprochen. Außerdem hatte er angekündigt, bestimmte Vorschriften abzuschaffen, die nach seiner Ansicht das Wirtschaftswachstum behindern.

SBA-Chefin: Linda McMahon
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SBA-Chefin: Linda McMahon

Linda McMahon
Einst war sie Wrestling-Beauftragte, künftig sitzt sie an Donald Trumps Kabinettstisch. Die 68-jährige Linda McMahon soll in der Regierung für den Mittelstand zuständig sein. McMahon hatte von 1994 bis 2010 das auf Wrestling-Showkämpfe spezialisierte Unternehmen World Wrestling Entertainment (WWE) geführt. Sie ist seit 50 Jahren mit dem Milliardär Vince McMahon verheiratet, mit dem Trump eine persönliche Fehde verbindet. Diese gipfelte 2007 im "Kampf der Milliardäre": Bei dem Showkampf stiegen stellvertretend für die beiden Unternehmer Kämpfer in den Ring. Nachdem Trumps Kämpfer gewonnen hatte, rasierte der Immobilienmilliardär seinem Rivalen aus der Wrestling-Branche live im Fernsehen den Schädel.

mho/als/aar/cht/cte/kev

Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 38 Beiträge
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Seite 1
jjcamera 24.11.2016
1. Abwarten
Dass Trump eine linksliberale Regierungsmannschaft aufstellt, war, ehrlich gesagt, auch nicht zu erwarten. Die Erfahrung hat gezeigt, dass man Politiker immer an ihren Taten und nicht an ihren Ankündigungen messen sollte. Der Unterschied zwischen beidem ist zu groß, wie wir beispielsweise von der Schröder/Fischer-Regierung wissen.
marty_gi 24.11.2016
2. Yeah!
Eine offen Anti-LGBT* eingestellte "christliche" Milliardaerin mit offensichtlicher Naehe zu den Kreationisten wird Bildungsministerin! Da kann die USA ja stolz sein. Ich denke, das wird das letzte freie und friedliche Thanksgiving in den USA.......ab Januar wird "alles anders - und wieder so wie frueher"
weltretter1 24.11.2016
3. eine Milliardärin!
das ist aber schrecklich kapitalistisch und konservativ - da ist es bei uns schon besser: die meisten "Politiker" (falls man dies überhaupt so nennen kann) haben soziale Studiengänge besucht (meist ohne Abschluss) oder Lehramt oder Theologie und ähnliche für die erfolgreiche Führung einer Volkswirtschaft essentielle Studienfächer oder haben gleich gar keine Ahnung - mit fähigen Politikern mit einem Funken Realitätssinn und nationalem Bewußtsein hätte Dtschl. vermutlich schon den Mars besiedelt ....
CommonSense2006 24.11.2016
4. Klasse
Ich lach mich schlapp... weil Trump ja so ein Rassist und Sexist ist, nominiert er gerade zwei Frauen, eine davon Tochter von indischen Einwanderern.
instant feedback 24.11.2016
5.
Die neue Bildungsministerin wird mehr Förderung von Privatschulen durchsetzen und mit einem Förderprogramm von 20 Milliarden Dollar einkommensschwachen Kindern den Besuch von Privatschulen ermöglichen. Das mag für den deutschen Leser sehr elitär klingen, wenn man sich aber die staatlichen Schulen in den hauptsächlich von armen Schwarzen bewohnten "Inner Cities" ansieht, wäre so eine Förderung begabter Kinder eine gute Idee. Fast die gleiche Summe wird ja jetzt schon für diese staatlichen und spezielle Förderprogramme ausgegeben. http://www.politico.com/story/2016/11/betsy-devos-education-secretary-trump-231804
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