Donald Trump und Wladimir Putin Kreml kündigt Gipfeltreffen an

Die Präsidenten Russlands und der USA, Wladimir Putin und Donald Trump, wollen offenbar bald einen Gipfel abhalten. Der Kreml stellte ein entsprechendes Treffen in Aussicht - außerhalb beider Länder.

Donald Trump und Wladimir Putin (Archiv)
AFP

Donald Trump und Wladimir Putin (Archiv)


Das Treffen soll in einem Drittstaat stattfinden: Nach einem Gespräch des russischen Präsidenten Wladimir Putin mit US-Sicherheitsberater John Bolton hat der Kreml einen Gipfel der Staatschefs beider Länder angekündigt.

Ort und Zeit für das Treffen mit US-Präsident Donald Trump stünden bereits fest und würden am Donnerstag mitgeteilt, sagte Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow der Agentur Interfax zufolge. Im Mittelpunkt sollten die bilateralen Beziehungen, Syrien und Fragen der Rüstungskontrolle stehen.

Zum Abschluss sei eine gemeinsame Pressekonferenz geplant, hieß es. Es könnte sein, dass die Präsidenten eine gemeinsame Erklärung verabschieden, wie sie die Beziehungen verbessern wollten. Die Vorbereitungen würden noch Wochen dauern.

Der Gipfel könnte bei Trumps Europareise Mitte Juli stattfinden, in Brüssel findet am 11. und 12. Juli der Nato-Gipfel statt, anschließend will der US-Präsident Großbritannien besuchen. Als Orte waren bereits Wien oder Helsinki gehandelt worden. Trump und Putin hatten sich zuletzt im November während des Asien-Pazifik-Gipfels in Vietnam getroffen.

"Ihr Besuch in Moskau erfüllt uns mit Hoffnung"

Vor dem möglichen Treffen hat Sicherheitsberater Bolton nun mit Putin und dem russischen Außenminister Sergej Lawrow gesprochen. Es war der erste Besuch eines ranghohen US-Vertreters in Moskau seit Monaten.

Um das russisch-amerikanische Verhältnis sei es leider nicht gut bestellt, sagte Putin laut Kreml zu Bolton. "Ihr Besuch in Moskau erfüllt uns mit Hoffnung, dass wir wenigstens erste Schritte zur Wiederherstellung umfassender Beziehungen zwischen unseren Staaten tun können."

Bolton entgegnete den Angaben zufolge, dass Washington und Moskau auch schon früher in schwierigen Zeiten Kontakt gehalten hätten. Trump wolle an dieser Tradition festhalten. Lawrow habe mit Bolton auch über die Konflikte in Syrien und in der Ukraine gesprochen, teilte das Außenministerium in Moskau mit. "Große Aufmerksamkeit wurde dem Thema der bilateralen Beziehungen gewidmet."

Die erste längere Begegnung zwischen Trump und Putin hatte 2017 beim G20-Gipfel in Hamburg stattgefunden. Trump sagte nach seinem Treffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un in Singapur Anfang Juni, er wolle nun auch Putin treffen.

Das Verhältnis der beiden größten Atommächte gilt derzeit als schwer belastet. Unter anderem ermittelt die US-Justiz wegen der mutmaßlichen Einmischung Russlands in den US-Präsidentschaftswahlkampf 2016, aber auch wegen der Kontakte von Trumps Wahlkampfteam zu Vertretern Moskaus. Russland weist eine Einflussnahme zurück.

Die Russlandpolitik Washingtons prägen viele Widersprüche, eine einheitliche Linie gibt es nicht. Die Regierung hatte in den vergangenen Monaten mehrfach Sanktionen gegen Moskau verhängt. Als Reaktion auf das Attentat auf den ehemaligen russischen Agenten Sergej Skripal wurden 60 russische Diplomaten des Landes verwiesen.

Von deutlichen Worten gegen Putin sieht Trump jedoch ab. Für einen Eklat sorgte er, als er kurz vor dem G7-Gipfel dafür plädierte, Russland wieder in die Gruppe aufzunehmen. Das Land war 2014 nach zwölfjähriger Vollmitgliedschaft wegen der Annexion der ukrainischen Krim aus der damaligen G8 ausgeschlossen worden. Die US-Demokraten werfen Trump eine zu große Nähe zu Putin vor.

apr/dpa/AFP/AP/Reuters



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