Trump-Putin-Treffen Russen spotten über fehlerhafte US-Gedenkmünze

Um die amerikanisch-russischen Beziehungen ist es schlecht bestellt. Symptomatisch dafür ist die Aufregung um eine Gedenkmünze zum Treffen von Trump und Putin im Juli in Helsinki, die in den USA vertrieben wird.

Gedenkmünze zum Helsinki-Gipfel
White House Gift Shop

Gedenkmünze zum Helsinki-Gipfel


Es war das erste Gipfeltreffen des amerikanischen Präsidenten Donald Trump mit seinem russischen Kollegen Wladimir Putin: Am 16. Juli kamen die beiden Staatschefs in Helsinki zusammen. Von Händeschüttel-Fotomotiven einmal abgesehen sind kaum Ergebnisse des Treffens bekannt.

Die amerikanisch-russischen Beziehungen sind weiterhin schlecht - nicht nur wegen der Washingtoner Sanktionen gegen Oligarchen und Moskauer Beamte. Zuletzt hatte Trump sogar angekündigt, aus dem INF-Vertrag zur atomaren Abrüstung aussteigen zu wollen.

Jetzt sorgt eine inoffizielle Münze zum Gedenken an den Gipfel im Juli für Verwirrung. Sie zeigt die zwei Präsidenten vor den Fahnen ihrer Staaten, eine Friedenstaube und die Kathedrale von Helsinki. Kleines Detail: Die beiden Staatschefs trafen sich nicht dort, sondern im Präsidentenpalast.

In den russischen Inschriften finden sich gleich drei Fehler, was in sozialen Medien für einigen Spott und in russischen Medien für Schlagzeilen sorgt: Im Wort diplomatisch gibt es zwei "d" ( dd iplomatitscheskaja istoria - diplomatische Geschichte) und bei der neuen Ära, die auf der Münze angekündigt wird, steht das Adjektiv im falschen Geschlecht - statt nowaja era heißt es now oe era. Unfreiwillig komisch wirkt aber vor allem die Übersetzung der finnischen Hauptstadt: Statt Helsinki Gipfel heißt es in roter Schrift auf Russisch Help inski Gipfel.

Verkauft wird die "Helpinski-Münze" vom sogenannten White House Gift Shop, im Internet gibt es sie für 100 Dollar das Stück. Die Internetseite, die das Logo des Weißen Hauses zeigt, habe aber nichts mit der Regierung zu tun, berichtet Vox. Der Shop werde von einem Privatmann betrieben, der mit dieser fehlerhaften Münze wohl nun Geld verdienen will.

Die offizielle Gedenkmünze des Weißen Hauses wurde übrigens bereits im September präsentiert, wie ein Reporter der "New York Times" twitterte. Sie kommt weniger pathetisch daher - die Namen der Präsidenten sind zu lesen, die Flaggen dargestellt - und neben der Kathedrale wird auch der Sitz des Präsidenten in Helsinki gezeigt, in dem das Treffen der Staatschefs stattfand. Zudem ist nur eine russische Inschrift eingraviert, dort ist lediglich vom Gipfeltreffen die Rede:

Wann Trump und Putin wieder ein Vieraugentreffen haben werden, ist unklar. In Paris wird ein solches Treffen jedenfalls nun doch nicht stattfinden. Dabei hatte Trumps Sicherheitsberater John Bolton eine solche Zusammenkunft noch bei seinem Moskau-Besuch vor zwei Wochen angekündigt. Eine neue Gelegenheit wird es nun vielleicht im argentinischen Buenos Aires am Rande des G20-Gipfels vom 30. November bis 1. Dezember geben.

heb; Mitarbeit: Katja Kuznetzowa

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