Sanktionen gegen Nordkorea Lehrstunde für Donald Trump

Die neuen Uno-Sanktionen gegen Nordkorea sind ein Erfolg für China und Russland - sie zeigen dem US-Präsidenten die Grenzen seiner Macht auf.

Donald Trump
AFP

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Ein Kommentar von , Washington


"Feuer und Zorn" hatte Donald Trump Nordkorea angedroht. Die "härtesten" Sanktionen wollte seine Uno-Chefdiplomatin Nikki Haley dem Regime nach den letzten Bombentests aufzwingen. Starke Sprüche können sie im Hause Trump, das war es dann aber auch schon. So richtig viel erreicht haben sie mit dieser Polterei bislang nicht.

Die neuen Sanktionen, die der Uno-Sicherheitsrat nun einstimmig gegen Nordkorea verhängt, sehen erstmal nach viel aus. Gemessen an den Erwartungen, die die US-Regierung in den vergangenen Wochen mit ihrer kraftvollen Rhetorik geweckt hat, sind sie jedoch eher mager. Die Öl-Exporte (vor allem aus China) sollen um 30 Prozent gekappt werden, die USA wollten ursprünglich einen vollständigen Stopp erreichen.

Schiffe, die Nordkorea ansteuern oder verlassen, dürfen durchsucht werden, aber nur mit Erlaubnis der Staaten, in denen die Schiffe registriert sind. Das lässt viel Raum für weitere Schmuggeltricks. Eigentlich wollten die Amerikaner die Schiffe notfalls auch mit Waffengewalt stoppen können, um den Warenverkehr zwischen Nordkorea und anderen Staaten zu kontrollieren. Auch daraus ist also nichts geworden.

China und Russland haben erfolgreich verhandelt, sie zeigen Trump seine Grenzen auf. Härtere Maßnahmen hätten sie mit ihrer Vetomacht verhindert. Trump musste das notgedrungen akzeptieren, um eine vollständige Blamage im Sicherheitsrat zu umgehen.

So ist dies auch eine Lehrstunde für ihn: Wenn er einen großen Krieg vermeiden will, wird er in diesem Konflikt nur mit China und Russland zu Ergebnissen kommen, nicht gegen sie. Da helfen auch keine starken Sprüche.

insgesamt 80 Beiträge
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jahn_delfentahl 12.09.2017
1. UN-Sicherheitsrat und das Nordkorea Problem
UN-Sicherheitsrat beschränkt Öllieferungen an Nordkorea auf zwei Millionen Barrel pro Jahr , auch das wird die Nordkoreaner nicht abschrecken , sondern machen eben Öl aus Steinkohle davon hat es ja sehr viel , * Nordkoreas Rohstoffe , (http://www.3sat.de/page/?source=/boerse/hintergrund/179766/index.html) Und kommt ja nicht auf die Idee zu sagen , dazu sind die Zu Doof , denn das sind sie eben NICHT , So lange es in der Sonder Wirtschaftszone und Industrieregion Kaesong weiter Gearbeitet wird , wo all die Schönen Dinge in zusammen Arbeit mit Südkorea für den Westen Hergestellt werden ist doch alles O K für Nordkorea
123Valentino 12.09.2017
2. Lehrstunde....
ist gut, bei mir besteht der Eindruck , Trump hat gerade seine Lehrzeit begonnen, und es sieht nicht so aus , als dass er in den Betrieb übernommen wird. Allerdings kann er noch gefeuert werden.
lalito 12.09.2017
3. kurz, knackig und präzise
So ganz ohne Häme dargelegt, dass es DEN einen Weltherrscher nun mal nicht geben KANN - auch wenn er um weit mehr als den halben Globus herum sehr präsent, zusammen mit seinen Bündnispartnern und einem ordentlichen Waffenarsenal, stationiert ist.
Hans_Suppengrün 12.09.2017
4.
Ich wette: Er wird trotzdem erzählen, dass es die tollsten und wirksamsten Sanktionen sind, die je verhängt wurden. Und dann wird er noch einmal langsam, mit erhobenen Zeigefinger und in Großbuchstaben wiederholen: "DIE JE VERHÄNGT WURDEN!" Lehrstunde... von wegen! Wer nichts lernen will, der lernt auch nichts!
der_nachtarbeiter 12.09.2017
5. Und er wird immer schwächer...
...erreicht hat er bisher nicht viel. Gut so: Vielleicht lernen dadurch einige, dass Politik mehr ist, als mit Kneipengequatsche Wellen zu schlagen. Die größten Siege wurden bisher immer noch durch Diplomatie errungen.
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