Estland US-Botschafter tritt aus Frust über Trump zurück

33 Jahre lang war James Melville US-Diplomat - doch Donald Trumps Aussagen zu EU und Nato kann er nach eigener Aussage nicht mehr vertreten. Deshalb will der Botschafter in Estland seinen Dienst quittieren.

Donald Trump
AFP

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Der US-Botschafter in Estland, James Melville, tritt zurück - offenbar aus Frust über die Politik von Präsident Donald Trump. Melville habe am Freitag seine Absicht bekundet, vorzeitig in Ruhestand zu gehen, teilte ein Sprecher des US-Außenministeriums auf Anfrage mit. Auch die Botschaft in Tallin bestätigte das Rücktrittsgesuch zum 29. Juli.

Laut Nachrichtenagentur AP warf der Botschafter Trump in einem privaten Facebook-Post schwere Fehleinschätzungen vor. Es sei für einen Präsidenten nicht nur sachlich falsch zu sagen, die EU sei zur Ausbeutung der USA gegründet worden und um "unser Sparschwein zu plündern", oder dass die Nato "genauso schlecht" sei wie die nordamerikanische Freihandelszone Nafta. "Es zeigt mir auch, dass es Zeit für mich ist zu gehen", schrieb Melville

Melville ist bereits der dritte US-Botschafter, der in der Amtszeit von Donald Trump zurücktritt. Er ist seit 33 Jahren Diplomat und war unter anderem in Berlin, London und Moskau stationiert. Seit 2015 ist er Botschafter in Estland.

Er habe unter fünf Präsidenten und elf Außenministern gedient, schrieb Melville laut AP auf Facebook. "Ich habe nie gedacht, dass es für mich zu diesem Punkt kommen würde."

stk/AP/dpa



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