Sonderermittler Mueller US-Justiz klagt 13 Russen wegen Wahleinmischung an

US-Sonderermittler Robert Mueller geht gegen russische Staatsbürger vor. Sie sollen in die amerikanische Präsidentschaftswahl eingegriffen haben - zugunsten von Donald Trump.

Weißes Haus in Washington
AP

Weißes Haus in Washington


Die US-Justiz hat Anklage gegen 13 russische Staatsbürger sowie drei russische Organisationen wegen Einmischung in US-Wahlen erhoben. Das teilte der Sonderermittler Robert Mueller mit.

Mueller untersucht die mutmaßlichen russischen Wahlkampfeinmischungen sowie mögliche illegale Verbindungen zwischen dem Lager des heutigen Präsidenten Donald Trump und Moskau im Wahlkampf 2016.

Alle russischen Angeklagten werden nach seinen Angaben einer Verschwörung gegen die Vereinigten Staaten beschuldigt. Unter ihnen ist auch ein Geschäftsmann mit direkten Verbindungen zu Wladimir Putin. Yevgeny Prigozhin, ein Restaurantbesitzer aus St. Peterburg wird von russischen Medien auch als "Putins Chefkoch" bezeichnet.

FBI-Sonderermittler Robert Mueller
REUTERS

FBI-Sonderermittler Robert Mueller

Die Anklage ist in der Affäre um eine Wahleinmischung ein großer Schritt. Trump hat eine Wahleinmischung seitens Russlands immer bestritten. Er bezeichnet Ermittlungen, die auch eine etwaige Zusammenarbeit seines Wahlkampfteams mit Moskau untersuchen, als Hexenjagd (Weitere Hintergründe zu Trumps Russlandaffäre lesen Sie hier).

Aus dem weißen Haus hieß es, die Ermittlungsergebnisse zeigten, dass Donald Trump nichts mit der vermeintlichen russischen Einmischung in während der US-Wahlen 2016 zu tun hatte. Trump sei froh, dass die Sonderermittlungen weiter darauf hindeuteten, dass es keinerlei Geheimabsprachen zwischen Russland und dem Trump-Wahlkampfteam gegen habe.

Russland reagierte ungläubig auf die Anklagen. Eine Sprecherin des russischen Außenministeriums nannte die Vorwürfe "absurd". "13 Leute sollen sich in die US-Wahlen eingemischt haben? 13 gegen ein Milliardenbudget des Geheimdienstes? Gegen die neuesten Entwicklungen und Technologien? Absurd? Ja", schrieb sie auf Facebook.

cte/AFP/Reuters/AP



insgesamt 94 Beiträge
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s.l.bln 16.02.2018
1. Sofern er da...
...ausreichend konkret werden kann, ist es vermutlich ein ziemlich cleverer Schachzug, erstmal mit den beteiligten Russen anzufangen. So kann er einen Haufen Fakten unter die Leute bringen, ohne daß Republikaner im Verteidigungsmodus ständig Nebelkerzen werfen. Die werden sich hüten Russen zu verteidigen, die beschuldigt werden, das Land zu sabotieren. Wenn dann ausreichend Material unwidersprochen im Umlauf ist, kann man den Bezug zu den betreffenden Amis herstellen.
guayaquil 16.02.2018
2. Nur destruktiv
Irgendwie kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, daß Rußland nur noch destrutiv wirken kann. Angefangen im eigenen Land kann die Regierung nur destruktiv gegen die Opposition vorgehen, anstatt ehrlich und transparent zu arbeiten. Sie haben da wohl einige der typischen Diktatorengesetze in die Neuzeit gerettet, wie "Verächtlichmachung der Regierung" oder ähnlich. Das braucht man eben, wenn man die Wahrheit nicht auf seiner Seite hat und dagegen viel vertuschen muß. Gekniffen ist dann wie immer die bereite Masse des Volkes.
schmuella 16.02.2018
3. Auslieferungsabkommen?
Besteht denn ein Auslieferungsabkommen zwischen den USA und Russland? Wäre irgendwie lustig, wenn es soweit käme, dass die Angeklagten ausgeliefert würden :-)
andrzej123 16.02.2018
4. Welche Handlungen werden vorgeworfen?
Es wäre interessant zu erfahren, welcher russischen Person bzw. Organisation welche konkreten Handlungen genau vorgeworfen werden. Man hätte dann einen Masstab, um das Agieren sonstiger ausländischer Personenen bzw. Organisationen bzgl sonstiger Wahlen z.B. derjenigen bei uns vergleichend zu beurteilen.
go-west 16.02.2018
5. Gut so,
jetzt kommt Bewegung ins Spiel. Die Republikaner werden es sich zweimal überlegen, ob sie den Beschuldigten Russen beispringen wollen und somit noch mehr Verdachtsmomente anhäufen.
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