Verbalattacke Donald Trump bezeichnet EU, Russland und China als "Gegner"

Donald Trump ist weiter im Angriffsmodus: In einem Interview mit dem Fernsehsender CBS bezeichnet er die EU, Russland und China als Gegner. EU-Ratspräsident Tusk reagierte prompt - und brüsk.

Donald Trump
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US-Präsident Donald Trump hat die Europäische Union in einem Interview mit dem US-Sender CBS als einen "Gegner" beziehungsweise "Feind" der USA bezeichnet. Er begründete dies mit der EU-Handelspolitik und verwendete dabei das englische Wort "Foe".

EU-Ratspräsident Donald Tusk reagierte prompt - via Twitter. Er schrieb, die Vereinigten Staaten und die Europäische Union seien "beste Freunde". Wer hingegen von "Gegnern" spreche, der verbreite "Fake News".

Trump griff außerdem erneut Deutschland an. Die Bundesrepublik trage nicht ausreichend zur Verteidigung innerhalb der Nato bei. Zu gleicher Zeit kaufe Deutschland Russland Energie ab. Deutschland lasse Millionen in die Kassen derer fließen, vor denen die USA die Deutschen schütze.

Auch China sei ein "wirtschaftlicher Gegner, aber das heißt nicht, dass sie schlecht sind". Das Land sei ein Konkurrent, sagte Trump in dem Interview, das am Samstag aufgezeichnet worden war.

(Mehr zur Aktion "Deutschland spricht" finden Sie hier .)

"Russland ist in gewisser Hinsicht ein Gegner", sagte Trump weiter, der am Montag in Helsinki erstmals den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu einem bilateralen Gipfel trifft.

Trump und Putin sind sich bislang zwei Mal begegnet. Die Beziehungen der beiden Länder befinden sich derzeit - trotz gegenseitiger Sympathien der beiden Präsidenten füreinander - auf einem Tiefpunkt. Streit gibt es unter anderem wegen der US-Sanktionen gegen Moskau, Russlands Rolle in Syrien und der Anklage gegen zwölf russische Geheimdienstmitarbeiter in den Vereinigten Staaten.

Trump bekräftigte in dem Interview,dass er sich in der Angelegenheit kaum verantwortlich fühle, da die Vorfälle sich vor seiner Amtszeit ereignet hätten. Er schloss aber nicht aus, von Russlands Präsident Putin bei dem Gipfeltreffen deren Auslieferung zu fordern.

Er habe bisher nicht darüber nachgedacht, aber vielleicht werde er fragen, sagte Trump. Die Agenten sollen für Hackerangriffe auf die US-Demokraten während des Präsidentschaftswahlkampfs 2016 verantwortlich sein.

dop/dpa/AFP



insgesamt 69 Beiträge
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rieberger_2 15.07.2018
1.
Wir müssen die Realität anerkennen und konstatieren, dass das Trump-Amerika uns als Feind betrachtet. Darauf muss adäquat reagiert werden, denn eines wird evident, wir können einen uns als Feind betrachtenden Partner nicht mehr als unseren Freund sehen.
espressotime 15.07.2018
2.
Hier sollte man gar nicht mehr reagieren und sich provozieren lassen. In das eine Ohr rein aus dem anderen Ohr heraus. Wer diesen Schwachsinn glaubt, ist selber schuld und kann nur Trump wählen. Merkel macht es genau richtig, sie lässt den Alten labern und macht weiter ihr Ding.
oldeisi 15.07.2018
3. Vielleicht...
sollte wir ihn mal wörtlich nehmen und nicht nach seiner Pfeife tanzen, sondern entsprechend handeln, z. Bsp.: statt den Verteidigungshaushalt aufzustocken, diese Mittel verwenden, um ein europäisches 'Google, Amazon, Apple, Microsoft, Facebook,...' aufbauen, mit Steuerbefreiung für mind. 10 Jahre - 500 Mio. Europäer, dass ist doch ein Markt! Im Gegenzug die US-Konzerne besteuern. Handelskrieg 2.0 eben, das versteht er.
domino3116 15.07.2018
4. Das ist ja mal Klartext.
Da wissen wir endlich, woran wir mit unserem liebsten, besten, größten Verbündeten sind. Nachdem er uns 1990 die Neutralität vermasselt hat, lässt er uns jetzt fallen. Oder: wir sind brav und kaufen seine abgelegten Rüstungsgegenstände. Das ist purer Monopolkapitalismus, der den Staat mit seinem Militärapparat als Erpressungshilfe einsetzt. Schöne Freundschaft, schöne Sch...!
derhey 15.07.2018
5. Fatal
bleibe jedoch dabei, Europa muß erwachsen werden bzw. endlich aufwachen. Zu bedenken ist vor allem, welche Ausenwirkung diese ständigen Schmähungen, Verunglimpfungen, Feindbild etc auf die gemeine amerikanische Bevölkerung hat - traut sich dann in einem Jahr noch ein Amerikaner, einen Mercedes/Porsche/BMW zu fahren oder muß er Angst haben, daß das Fahrzeug abgefackelt wird? Euerop./Deutsche Maschinen....wer welcher kauft ist unpatriotisch, dann aber Hallo, dann braucht es keine Zölle mehr.
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