Konflikt mit Nordkorea Trump droht mit "Phase zwei", falls Sanktionen nicht ziehen

Entspannung klingt anders: US-Präsident Trump warnt Nordkorea, dass er den Konflikt weiter eskalieren werde, sollten die Sanktionen nicht wirken. O-Ton Trump: "Es wird eine sehr raue Angelegenheit werden."

US-Präsident Trump
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Für die Zeit der Olympischen Spiele schienen sich beide Seiten zurückzuhalten, ja sogar vorsichtig Entspannung zu signalisieren. Nordkorea arbeitete an seinen Beziehungen zum Süden, US-Vize-Präsident stellte direkte Verhandlungen in Aussicht. Kurz vor Ende der Spiele in Pyeongchang verschärfen die USA die Gangart im Konflikt um das nordkoreanische Atomprogramm wieder.

Erst verkündete Washington an diesem Freitag, dass man die Sanktionen noch einmal anziehen wolle, dann stellte US-Präsident Donald Trump sogar eine mögliche Eskalation für den Fall in den Raum, dass die Strafmaßnahmen gegen Nordkorea nichts ändern.

"Wir werden sehen", sagte Trump in einer Pressekonferenz mit Australiens Premier Malcolm Turnbull. "Wenn die Sanktionen nicht funktionieren, müssen wir Phase zwei beginnen. Phase zwei wird eine sehr raue Angelegenheit werden. Das könnte sehr, sehr bedauerlich für die Welt sein." Er denke aber nicht, dass er diese Karte spielen wolle, sagte Trump.

Kurz zuvor hatte die US-Regierung weitere Sanktionen gegen Nordkorea verhängt. Das Finanzministerium belegte Reedereien und Handelsunternehmen mit Strafmaßnahmen. "Heute gebe ich bekannt, dass wir das größte Maß an neuen Sanktionen gegen das Regime in Nordkorea verhängen, das es je gegeben hat", hatte Trump verkündet.

Annäherung während der Winterspiele

Vor Beginn der Olympischen Winterspiele war es überraschend zu einer Annäherung zwischen Nord- und Südkorea gekommen. Kim Jong Uns jüngere Schwester Kim Yo Jong hatte als Sondergesandte ihres Bruders nach ihrer Teilnahme an der Olympia-Eröffnung vor knapp zwei Wochen eine Einladung an den Präsidenten Südkoreas, Moon Jae In, nach Pjöngjang übermittelt.

Auch aus den USA waren Signale gekommen, dass man möglicherweise sogar direkte Gespräche mit Pjöngjang aufnehmen könne. Das hatte US-Vizepräsident Mike Pence der "Washington Post" in einem Interview auf dem Rückflug von den Olympischen Winterspielen gesagt. Pence machte allerdings klar, dass die USA weiterhin über Sanktionen maximalen Druck auf das isolierte ostasiatische Land ausüben würden. Wenn das Regime in Pjöngjang aber Gespräche führen wolle, sei man dafür offen.

Trumps Drohung vom Freitag lässt befürchten, dass die Spannungen wieder aufflammen, sobald die Winterspiele am Sonntag und die anschließenden Paralympischen Spiele am 18. März beendet sind.

Danach wollen die USA und Südkorea auch mitteilen, wann sie die Militärmanöver wieder aufnehmen werden, die wegen Olympia zunächst verschoben worden waren. Die USA, die Uno und die EU hatten bereits in den vergangenen Monaten mit neuen Sanktionen auf die nordkoreanischen Atom- und Raketentests reagiert.

oka/dpa

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