TV-Moderator und Historiker Larry Kudlow wird Trumps neuer Wirtschaftsberater

Der TV-Moderator Larry Kudlow soll den Posten als Chefökonom im Weißen Haus übernehmen. Er hatte Trump bereits im Wahlkampf unterstützt und gilt als loyaler Berater - allerdings ohne Abschluss eines Wirtschaftsstudiums.

Larry Kudlow
REUTERS

Larry Kudlow


Der konservative TV-Kommentator und Wirtschaftsanalyst Larry Kudlow wird nach Angaben des Weißen Hauses neuer Top-Wirtschaftsberater von US-Präsident Donald Trump.

Kudlow selbst hatte kurz zuvor seine neue Position bereits angekündigt: "Der Präsident hat mir den Posten gestern Abend angeboten, und ich habe angenommen."

Eigentlich hatte er sich - genau wie sein zurückgetretener Vorgänger Gary Cohn - gegen die von Trump angekündigten Schutzzölle auf Stahl und Aluminium ausgesprochen. Der Präsident erklärte jedoch am Mittwoch, Kudlow habe sich inzwischen seiner Sichtweise angeschlossen.

US-Medien hatten von ihm als Trumps Favoriten für die frei gewordene Stelle berichtet. Eine Bestätigung des Senats für die Ernennung ist nicht notwendig.

Derzeit Moderator beim Kanal CNBC

Lawrence A. "Larry" Kudlow ist ein langjähriger Freund und früher Unterstützer des Präsidenten, so war es auch während des Wahlkampfs 2016. Heute gilt er als ein loyaler Berater Trumps. Seit Tagen galt er als Favorit für den Posten des Direktors des Nationalen Wirtschaftsrates.

Er moderiert derzeit im Kanal CNBC, er ist auch Radiomoderator und Kolumnist. In den Achtzigerjahren beriet er die Regierung Ronald Reagans. Kudlow war Chefökonom bei der Investmentbank Bear Stearns. Mehrfach hat er einschneidende Steuersenkungen als Treiber eines Wirtschaftswachstums bezeichnet. Kudlow hat an der Universität Rochester Geschichte studiert und später an der Princeton University's Woodrow Wilson School of Public and International Affairs ein weiteres Studium begonnen - Fachgebiet Politik und Wirtschaftswissenschaften. Doch er verließ die Universität, bevor er seinen Abschluss machte.

Kudlow solle möglicherweise bereits am Donnerstag ernannt werden, berichtete der Sender CNBC. Das Weiße Haus äußerte sich nicht zum Zeitpunkt der Ernennung.

Der derzeitige Top-Wirtschaftsberater Cohn verlässt das Weiße Haus in diesen Tagen während der tobenden Debatte über US-Strafzölle auf ausländischen Stahl und Aluminium. Der 57-Jährige war maßgeblich an der jüngst verabschiedeten Steuerreform beteiligt, lag mit Trump aber in fast allen anderen Feldern überkreuz. Bei den Strafzöllen stellte er sich bis zuletzt, aber vergebens gegen den Präsidenten.

cop/Reuters/dpa



insgesamt 19 Beiträge
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soisses1 14.03.2018
1. Show
must go on. Halbwertszeit dieser Personalie auch überschaubar.
g.eliot 14.03.2018
2. Ein Leugner der Wirtschaftskrise von 200-8 als Trumps Chef-Berater
Tja, was soll man dazu sagen: Passt! Eine Reagan Supply Side Ökonomie ist das, was Kudlow unterstützt, mit Steuersenkungen, Deregulierung etc. Was ich eben las, hat mich doch ziemlich erstaunt, dass ihn nämlich etwas mit Trump verbindet: die Neigung, die Realität auszublenden. Kudlow verneinte die Existenz der Finanzkrise von 2007-8. Noch im Dezember 2007, als die Krise nicht mehr geleugnet werden konnte, lobte er Bush: Die Debatte über die Rezession sei vorüber, sie würde nicht geschehen. Der Boom von Buh sei stark und lebendig. Sogar noch im Mai 2008 schrieb er in einer Kolumne, dass es sich herausstellen würde, dass Präsident George W. Bush zu den Top US Wirtschaftsprognostikern gehöre. Never mind die damalige grobe Fehleinschätzung. Dafür ist er Trumps langjähriger Freund und treuer Unterstützer, also sicher *loyal*! Wenn er nachher eine ähnlich phantastische (phantasierte) Lobeshmyne über Trump ausspricht, ist alles gut! Wird lustig sein, wenn zwei Realitätsverweigerer die ökonomischen Geschicke einer Großmacht wie US gemeinsam gestalten werden.
ghdstz 14.03.2018
3. Die wichtigste Qualifikation ...
Diw wichtigste Qualifikation eines Mitglieds der Trump - Administration scheint mittlerweile zu sein, dass die betreffende Person zuvor einen prominenten Job vor einer Fernsehkamera hatte und dabei hohe Einschaltquoten erzielt hat. Ist irgendwie auch verständlich, mit Leuten ohne soliden TV-Background hat Donald Trump bisher vorwiegend schlechte Erfahrung gemacht und musste sie feuern ...
ghdstz 14.03.2018
4. Die wichtigste Qualifikation ...
Diw wichtigste Qualifikation eines Mitglieds der Trump - Administration scheint mittlerweile zu sein, dass die betreffende Person zuvor einen prominenten Job vor einer Fernsehkamera hatte und dabei hohe Einschaltquoten erzielt hat. Ist irgendwie auch verständlich, mit Leuten ohne soliden TV-Background hat Donald Trump bisher vorwiegend schlechte Erfahrung gemacht und musste sie feuern ...
willibaldus 14.03.2018
5.
Klasse... Reaganomics war ja soo erfolgreich. http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/ronald-reagan-geburtstag-zu-einfach-gedacht-1.1055631
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