Israel Trump erwägt Reise nach Jerusalem zur Botschaftseröffnung

Präsident Trump kann sich vorstellen, nach Jerusalem zu reisen, wenn dort im Mai die neue US-Botschaft eingeweiht wird. Das sagte er bei einem Treffen mit Israels Ministerpräsidenten Netanyahu im Weißen Haus.

Benjamin Netanyahu (links) und Donald Trump
DPA

Benjamin Netanyahu (links) und Donald Trump


US-Präsident Donald Trump erwägt eine Reise nach Jerusalem zur Eröffnung der dortigen US-Botschaft im Mai. Dies sagte er bei einem Treffen mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu im Weißen Haus. Die mögliche Reise werde von seiner Regierung geprüft.

Die USA wollen im Mai neben ihrem bereits bestehenden Generalkonsulat auch eine Botschaft - zunächst in kleinem Rahmen - in Jerusalem eröffnen. Trump überlegt, ob er an einer Zeremonie teilnimmt. "Ich könnte, ich könnte", antwortete er am Montag auf entsprechende Reporterfragen.

Bei dem Treffen erklärte Trump, dass er einen Frieden im Nahen Osten zwischen Israelis und Palästinensern weiterhin für möglich hält. "Was gäbe es, aus humanitärer Sicht, Besseres als einen Frieden". Bisher habe es niemand geschafft, in dem Dauerkonflikt die Jerusalem-Frage zu lösen, sagte Trump. "Wir haben sie vom Tisch genommen", fügte er hinzu.

Trump hatte in einem weltweit umstrittenen Schritt Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkannt. Durch Entscheidung hatte Trump im Dezember mit jahrzehntelanger US-Politik gebrochen. Dafür erhielt er viel Applaus aus Israel, aber Kritik aus fast allen anderen Ländern der Welt.

Auch die Bundesregierung zeigte sich besorgt. Neben Israel beanspruchen auch die Palästinenser Jerusalem als Hauptstadt. Die Palästinenser hatten inzwischen öffentlich angekündigt, die USA nicht mehr als Vermittler im Nahost-Konflikt anzuerkennen.

Netanyahu hat bei dem Treffen in Washington vor allem den Kampf gegen eine Bedrohung aus dem Iran als wichtigstes Nahost-Thema angesprochen. "Der Iran muss gestoppt werden", sagte er.

Trump verteidigt Zoll-Pläne

Am Rande des Treffens verteidigte Trump zudem seine geplanten Strafzölle: Freunde und Feinde Amerikas hätten sich auf Kosten seines Landes bereichert, sagte Trump.

Dass es wegen der Maßnahmen zu einem Handelskonflikt komme, glaube er nicht. "Ich denke nicht, dass wir einen Handelskrieg haben werden", sagte Trump. Er bezichtigte die Europäische Union, ihrerseits Handelsschranken aufgebaut zu haben.

Trump hatte am Donnerstag angekündigt, Schutzzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte zu verhängen. Für Stahl soll der Satz bei 25 Prozent, für Aluminium bei zehn Prozent liegen. Experten warnen vor einem internationalen Handelskrieg. Die EU und China drohen Trump mit Gegenmaßnahmen, um ihre Industrien zu schützen.

mho/dpa/AFP/Reuters



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