Russlandaffäre Trump soll Zeugen ausgehorcht haben

US-Präsident Donald Trump hat sich offenbar in die Befragungen von Sonderermittler Robert Mueller eingemischt. Laut "New York Times" sprach er mit zwei Zeugen über ihre Aussagen - gegen den Rat seiner Anwälte.

Donald Trump
AP

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Wie gehen die Ermittlungen in der Russlandaffäre voran? Diese Frage scheint auch US-Präsident Donald Trump intensiv zu beschäftigen. Der Sonderermittler Robert Mueller soll über Gespräche informiert worden sein, die Trump mit zwei Zeugen geführt hat. Das berichtet die "New York Times" unter Berufung auf drei namentlich nicht genannte Personen, die mit der Angelegenheit vertraut seien.

Demnach soll der Präsident seinen Berater Donald McGahn aufgefordert haben, einen Artikel der "New York Times", der im Januar erschienen war, zu dementieren. Dem Bericht zufolge hatte McGahn den Ermittlern von Trumps Aufforderung erzählt, Mueller zu feuern. Der Berater habe das Dementi allerdings verweigert und Trump daran erinnert, dass dieser ihn tatsächlich darum gebeten hatte, den Sonderermittler zu entlassen.

Mueller untersucht eine Einflussnahme Russlands auf die Präsidentschaftswahl und mögliche Absprachen mit dem Trump-Team. Er hat seine Ermittlungen immer mehr ausgeweitet (mehr zu Mueller und seiner Taktik lesen Sie hier). Im August 2017 setzte er eine Grand Jury ein. Die Hauptaufgabe eines solchen Gremiums ist es, vorliegende Beweise in möglichen Verbrechensfällen zu prüfen und zu entscheiden, ob Anklage erhoben werden soll.

Laut "New York Times" fragte Trump auch seinen früheren Stabschef, Reince Priebus, wie sein Interview mit den Ermittlern verlaufen sei und ob sie "nett" gewesen seien. Mit dem Befragen der Zeugen verstößt der Präsident dem Bericht zufolge gegen den Rat seiner Anwälte. Diese hatten ihn gebeten, alles zu unterlassen, was wie eine Einflussnahme auf die Ermittlungen aussehen könne. Das Weiße Haus hat bislang nicht auf die Vorwürfe reagiert.

cte/Reuters

insgesamt 43 Beiträge
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omanolika 08.03.2018
1. Erschreckend gut vorstellbar?
Rund um Trump gibt es in diesen Tagen, ja schon wirklich sehr viel hören, sagen, doch ist dabei jedesmal auch ganz klar, das ist so erschreckend gut vorstellbar, dass man sich kaum richtig daran stört, dass der Narzist, nicht auf seine Anwälte hört. Donald Trump wird sicherlich beteuern, er würde Kritiker nicht grundlos feuern, und ja schon gar nicht damit anfangen, Zeugen zu befragen, um einen Vorteil zu erlangen, denn er wird da gern die US-Intelligenz beleidigen, wo er sich vor Gericht, am besten bald soll selbst verteidigen. Dann ist klar, wenn er im Verfahren unterliegt, dass böse "Fake Judge" die Twitter-Peitsche zu spüren kriegt...
haresu 08.03.2018
2. So langsam ...
... kommt die Hoffnung auf, dass zwar die größten Idioten Präsident werden aber deswegen noch lange nicht bleiben können.
lathea 08.03.2018
3. Na ja, wer so viel Kosten, Zeit und Aufwand in ......
.........eine Vorweg-Verteidigung investiert wie Trump, hat normalerweise etwas zu verdecken bzw. etwas auf dem Kerbholz.
Atheist_Crusader 08.03.2018
4.
Ich seh das schon kommen, die Russland-Nummer wird immer unwichtiger. Der Mann gräbt sich sein eigenes Grab durch Behinderung der Justiz.
japhyryderson, 08.03.2018
5. Trump
Der Mann ist einfach nur peinlich. Was soll man zu ihm eigentlich noch schreiben? Als Journalist - klar. Das muss man. Tut mir leid, mir fällt zu ihm einfach nichts mehr ein. Hoffentlich ist der Spuk bald vorbei. Aber ich fürchte, er ist erst der Vorbote.
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