Antrag von Stormy Daniels Trump muss vorerst nicht unter Eid aussagen

Stormy Daniels will Donald Trump vor Gericht zwingen. Der US-Präsident soll aussagen, ob er 2006 Sex mit der Pornodarstellerin hatte. Dieser Antrag wurde nun abgelehnt - vorerst.

Donald Trump und Stephanie Clifford alias "Stormy Daniels"
AFP

Donald Trump und Stephanie Clifford alias "Stormy Daniels"


Ein Richter in Los Angeles hat den Antrag der Pornodarstellerin Stormy Daniels vorerst abgewiesen, eine Aussage von US-Präsident Donald Trump vor Gericht zu erzwingen. Der Richter S. James Otero urteilte, der Antrag sei "verfrüht" gewesen, weil Trump und sein Anwalt Michael Cohen noch nicht auf einen vorangegangenen Antrag der Darstellerin reagiert hätten. Daniels' Anwalt Michael Avanetti erklärte, er werde die Aussage nochmals beantragen, sobald die Antwort vorliege.

Daniels will die Frage klären, ob Trump von einer Schweigevereinbarung hinsichtlich ihrer angeblichen Affäre mit ihm wusste. Ihr Anwalt Avenatti schrieb im Kurzbotschaftendienst Twitter, er gehe davon aus, dass Trump und Cohen beantragen wollten, dass der Fall in einem privaten Schlichtungsverfahren geregelt werde, "um die Fakten vor der Öffentlichkeit zu verstecken".

Die Schauspielerin hatte die Stillhaltevereinbarung kurz vor der Präsidentschaftswahl im November 2016 unterzeichnet. Sie will erreichen, dass das Gericht die Vereinbarung für nichtig erklärt und beantragte dies bei dem Gericht in Los Angeles. Avenatti führt als Argument an, dass die Vereinbarung nicht von Trump selbst, sondern von Cohen unterzeichnet worden war. Am Dienstag reichte Avenatti den zweiten Antrag ein, in dem er verlangte, dass Trump und Cohen zwei Stunden lang aussagen sollten.

Trump hält sich mit Stellungnahmen bislang zurück

Der Pornostar mit dem bürgerlichen Namen Stephanie Clifford erhebt den Vorwurf, unter massivem Druck zum Stillhalten gebracht worden zu sein. In einem TV-Interview berichtete sie sogar von Androhung physischer Gewalt durch einen unbekannten Mann. Mit dem Interview setzte sich Clifford bereits über die Schweigevereinbarung hinweg.

Clifford hatte nach eigener Schilderung im Jahr 2006 Sex mit Trump. Das Weiße Haus hat dies dementiert. Der Präsident selber hat sich mit Stellungnahmen zu Cliffords Vorwürfen und Schilderungen jedoch zurückgehalten.

Im Rahmen der Schweigevereinbarung hatte die Pornoschauspielerin und -regisseurin eine Zahlung von 130.000 Dollar (105.000 Euro) erhalten, die sie nun zurückzuzahlen bereit ist. Cohen gab die Zahlung im Februar zu, äußerte sich jedoch nicht zu deren Grund. Die Summe will er aus eigener Tasche bezahlt haben. Der Anwalt äußerte sich auch nicht dazu, ob Trump seinerzeit von der Zahlung wusste.

bam/AFP



© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.