US-Sonderwahl in Pennsylvania Republikaner verlieren den Stimmungstest

Die Sonderwahl in Pennsylvania geht an die Demokraten: Der Republikaner Rick Saccone hat seinem Kontrahenten Conor Lamb zum Sieg gratuliert - in einem Distrikt mit der klassischen Wählerschaft Trumps.

Rick Saccone
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Rick Saccone


Es war ein wichtiger Test für US-Präsident Donald Trump - und er ging daneben: Bei der Sonderwahl im US-Bundesstaat Pennsylvania hat der republikanische Kandidat seine Niederlage eingestanden. Rick Saccone habe ihm in einem Telefonat gratuliert, erklärte der Demokrat Conor Lamb auf Twitter. Ein Mitarbeiter Saccones bestätigte, dass der Republikaner seine Niederlage einräumte.

Lamb und Saccone hatten sich im 18. Distrikt um einen Sitz im Repräsentantenhaus in Washington beworben. Schon am 13. März war es zur Abstimmung gekommen, das Ergebnis konnte aber selbst nach der Auszählung von 99 Prozent der Stimmen nicht verkündet werden. Zu nah lagen die Kandidaten beieinander. Nach inoffiziellen Zahlen liegt Lamb am Ende 627 Stimmen vor Saccone. Ein offizielles Ergebnis dürfte erst in der kommenden Woche vorliegen.

Conor Lamb
AP

Conor Lamb

Für Trump bedeutet die Wahl einen herber Rückschlag. Die jetzige Abstimmung gilt als Stimmungstest für die Kongresswahlen im November. Der Wahldistrikt im früher industriell geprägten "Rust Belt" gilt in seiner Zusammensetzung als Kernland der Wählerschaft von Trump. Bei der Präsidentschaftswahl hatte Trump den Wahlkreis mit etwa 20 Prozentpunkten Vorsprung gewonnen.

Trump hatte im Wahlkampf Saccone unterstützt, der mit einem klaren Vorsprung in das Rennen um den Sitz gestartet war.

aev/Reuters



insgesamt 57 Beiträge
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jujo 22.03.2018
1. ....
Die Reaktion von Trump ist leicht vorauszusagen. Nicht seine Politik ist schuld, nein es ist der schwache Kandidat. Nicht die knappe Niederlage des Rep. Kandidaten ist bemerkenswert. Es ist der hohe, ja fast dramatische Verlust an Wählerstimmen. Selbst wenn das Ergebnis so knapp zugunsten des Rep. Kandidaten ausgegangen wäre.
salomohn 22.03.2018
2. Trump ist Gift für die Republikaner
Ihre Wankelmütigkeit wird die Reps teuer zu stehen kommen. Früher haben sie über Trump gelacht. Dann haben sie ihm angesichts der Erfolge zu lange Rückhalt gegeben. Sie unterwarfen sie sich so den paar reichen Strippenziehern, deren Marionette Trump ist. Sie werden das Stigma des Opportunismus nicht so schnell los werden. In ihrer Kernwählerschaft ist das tödlich.
jj2005 22.03.2018
3. Demokratisch?
Man sollte vielleicht erwähnen, dass der demokratische Kandidat sich gaaaanz weit nach rechts gelehnt hat. Im bundesdeutschen Kontext wäre er bei den Afd'lern sicher gut angekommen.
drops.trend 22.03.2018
4.
Schon traurig, was aus SPON geworden ist, wenn wichtige Informationen einfach weggelassen werden, um gegen Trump zu stänkern. Aber ein Klick weiter und schon ist man in einer anderen Welt: https://www.theguardian.com/us-news/2018/mar/05/will-pennsylvania-provide-the-next-election-flop-for-trumps-republicans The special election in Pennsylvania’s 18th district has become an important test of Donald Trump’s political potency. He won overwhelmingly here in 2016, in a district that includes Republican-leaning Pittsburgh suburbs and vast swaths of coal country that were ancestrally Democratic. When he ran, Republican congressman Tim Murphy faced only token opposition. However, in October 2017 Murphy was forced to step down after it was revealed that he urged a woman with whom he was conducting an extramarital affair to have an abortion. Sign up for Guardian Today US edition: the day's must-reads sent directly to you Read more His resignation set up a special election in which Democrats are running a candidate who is considered formidable while Republicans have chosen one considered weak. Lamb is 33, an ex-marine and federal prosecutor with the good looks and earnest demeanor of a student council president. His opponent, Rick Saccone, is a 60-year-old state legislator with an arch-conservative record and the type of broad, close-trimmed mustache that went out of style some time shortly after the end of the second world war.
holger.heinreich 22.03.2018
5. Ich weiß nicht ...
haben Obamas Demokraten nicht auch bei etlichen Wahlen Prügel bezogen, obgleich er Präsident war. Obama mußte doch auch gegen Kongress und Senat regieren. Schaut man sich das Profil des Kerlchens an, sieht man doch, daß er genau der Typ ist, den Trumpwähler lieben. So ein braver Ex-Soldat, Patriot und stolzer Katholik ist doch genau das richtige Männlein für die Wähler von Trump. Daß die Republikaner und Demokraten keine US-Versionen von CDU/CSU und SPD sind, sollte man doch begriffen haben. Die US-Parteien sind deutlich flexibler als die deutschen Parteien.
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