Fünf Monate nach Aussetzung USA und Südkorea nehmen Militärmanöver wieder auf

Im Juni kündigte US-Präsident Donald Trump an, die Militärmanöver mit Südkorea zu "beenden". Nun aber laufen sie wieder. Nordkorea empfand die Einsätze stets als "Provokation".

Donald Trump
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Vieles hat im Jahr 2018 vorerst zu einer Entspannung des Atomkonflikts um Nordkorea geführt - auch wenn die Krise noch längst nicht behoben ist. Aber gerade das Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong-Un wurde als Zeichen der Annäherung gewertet. Eine Zusage Trumps aus diesem Gipfel hat Trump nun offenbar wieder aufgekündigt. Die USA und Südkorea haben ihre gemeinsamen Militärmanöver wieder aufgenommen.

Zwar finden sie nun im kleineren Maßstab statt. Beim Treffen mit Kim hatte der US-Präsident allerdings überraschend angekündigt, die von Nordkorea stets scharf kritisierten Manöver zu "beenden". Nun findet zwei Wochen lang eine Marineübung mit etwa 500 Soldaten in der südlichen Hafenstadt Pohang statt. Das teilte das Verteidigungsministerium in Seoul mit.

Die USA haben 28.500 Soldaten in Südkorea stationiert. Die beiden Länder veranstalten seit Jahren gemeinsame Militärmanöver, die Pjöngjang als "Provokation" und "Vorbereitung auf eine Invasion" bezeichnet. Das für Dezember geplante Großmanöver "Vigilant Ace" hatte Washington im Oktober vorläufig abgesagt. Zur Begründung hieß es, die laufenden Verhandlungen mit Nordkorea über dessen atomare Abrüstung sollten erleichtert werden.

Spannung zwischen Washington und Pjöngjang nehmen wieder zu

"Vigilant Ace" ist das vierte gemeinsame Militärmanöver der USA und Südkoreas, das seit dem Gipfeltreffen zwischen Trump und Kim am 12. Juni in Singapur gestrichen wurde. Kim hatte bei dem Treffen die "vollständige Denuklearisierung" seines Landes zugesagt, über die Einzelheiten wird weiterhin verhandelt.

Am Freitag hatte Nordkorea damit gedroht, sein Atomprogramm wieder aufzunehmen, sollte Washington die Wirtschaftssanktionen gegen Pjöngjang nicht aufheben. Über einen solchen Kurswechsel könne "ernsthaft nachgedacht" werden, erklärte das nordkoreanische Außenministerium.

US-Außenminister Mike Pompeo sagte in einem Fernsehinterview, die Strafmaßnahmen blieben bis zu Nordkoreas atomarer Abrüstung in Kraft. Pompeo kündigte zugleich für diese Woche ein Treffen mit dem nordkoreanischen Gesandten Kim Yong Chol in New York an.

aev/AFP



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