Atom-Deal Trump verkündet Ausstieg aus Iran-Abkommen

Trotz Warnungen aus der EU und Russland: Donald Trump hat das Atomabkommen mit Iran aufgekündigt. Ab sofort soll es "die schärfsten Sanktionen" geben.


Die USA steigen aus dem Atomabkommen mit Iran aus und wollen die Sanktionen gegen das Land wieder in Kraft setzen. Das erklärte Präsident Donald Trump in Washington.

Trump sprach von einem "desaströsen Deal", der im Kern faul sei und Iran nicht an der Entwicklung von Kernwaffen habe hindern können. Bliebe das Abkommen bestehen, würde ein atomares Wettrüsten im Nahen Osten entstehen. Trump kündigte "die schärfsten Wirtschaftssanktionen" an. Iran werde ein neues und langfristiges Abkommen schließen wollen, sagte Trump voraus. Er sei zu Verhandlungen bereit.

Die Sanktionen sollen demnach besonders wichtige Bereich des Landes treffen, etwa den Energie- und Finanzsektor. Mögliche Sanktionen könnten laut Trump auch für die Länder gelten, die Wirtschaftsbeziehungen zu Teheran unterhalten. Ihnen soll eine gewisse Übergangsfrist gewährt werden, in der die Geschäfte abgeschlossen sein müssen.

Der neue US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, forderte nach der Rede auf Twitter, dass auch deutsche Unternehmen ihre Geschäfte in Iran "sofort runterfahren" sollten.

Die EU, aber auch Russland und China, hatten Trump dringend vor einem Bruch des Iran-Deals gewarnt. Sie fürchten massive Spannungen in Nahost. Der US-Präsident setzte sich darüber jedoch hinweg.

Trump wirft Teheran Lüge vor

Trump zufolge war Irans Versprechen, nicht weiter an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten, eine "Lüge". Die Diktatur Irans habe auch nach dem internationalen Abkommen weiter an der Entwicklung ballistischer Raketen gearbeitet, die mit nuklearen Sprengköpfen bestückt werden könnten, sagte Trump im Weißen Haus. "Wir haben definitive Beweise, dass Irans Versprechen eine Lüge war", sagte er.

In seiner elfminütigen Rede kritisierte Trump Teheran scharf. Iran sei "der führende Terror-Unterstützer im Nahen Osten".

Alle Hintergründe zum Iran-Deal

Irans Präsident Hassan Rohani nannte die Entscheidung eine "historische Erfahrung" für sein Land. Die USA hätten nie ihre Verpflichtungen erfüllt, sagt Ruhani im Staatsfernsehen.

Iran seinerseits hat sich nach Einschätzung der EU und der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA an seine Verpflichtungen aus dem Deal gehalten.

Trump hatte das Iran-Abkommen bereits im Wahlkampf als "schlechtesten Deal aller Zeiten" bezeichnet und einen Ausstieg der USA mehrfach angedeutet. Nun hat er dies wahr gemacht. Unterstützt wird Trump in seinem harten Anti-Iran-Kurs von Israel und Saudi-Arabien.

Nach jahrelangem Ringen hatten sich die Uno-Vetomächte, Deutschland und Iran am 14. Juli 2015 in Wien auf ein Abkommen geeinigt, das Teheran vom Aufbau einer Atomstreitmacht abbringen sollte. Dabei wurde eine kontrollierte Reduzierung der iranischen Uranbestände vereinbart - und im Gegenzug eine Lockerung westlicher Sanktionen.

Zumindest der zweite Teil ist aus US-Sicht nun hinfällig.

mho/dpa/AFP/Reuters



insgesamt 116 Beiträge
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Seite 1
schorsch_69 08.05.2018
1. Och Joh!
Niemand darf sich jetzt weiterhin über das Mißtrauen Irans gegenüber dem "Westen" wundern! Da hält der Iran einen ausgehandelten Vertrag zweifelsfrei korrekt ein und wird dennoch erneut von seinen Gegnern Saudi-Arabien und Israel massiv gemobbt, so das die USA letztendlich den Vertrag ohne echte Not aufkündigen.
spmc-12355639674612 08.05.2018
2. Trump hat übersehen, dass
Sanktionen nur den Hardlinern helfen. Nordkorea ist ein gutes Beispiel: Trotz schärfster Sanktionen wurden dort nukleare Waffen und Raketen entwickelt. Hoffentlich macht Kim angesichts dieser Entwicklungen keinen Rückzieher bei der vorsichtigen Öffnung Nordkoreas.
mitch72 08.05.2018
3. Dumpfbacke
Der Kerl ist eine Bedrohung für die Menschheit und gehört abgeschafft. Wird Zeit, dass sich die EU, Russland und China endlich gemeinsam gegen ihn auflehnen
Emderfriese 08.05.2018
4. Stoppt sie!
Das bedeutet Krieg. Der Iran wird niemals auf die Forderungen Trumps eingehen, die er gleichzeitig aufstellte: Rückzug aller iranischen Aktivitäten in der Region und Einstellung des Raketenbaus. Die "Willigen" dieser Auseinandersetzung, die mit Trump stehen, reiben sich schon jetzt die Hände. Ich prophezeie erste Schläge Israels gegen die iranischen Hilfstruppen in Syrien und damit eine Eskalation bis zum großen Krieg. Hoffen wir nur, dass es nicht der ganz große wird. Ich rufe Frau Merkel und alle ihre Minister sowie die EU-Staaten auf, sich gegen die drohende Vernichtung nicht nur des Vorderen Orients zu wehren, auch wir sind in großer Gefahr. So ähnlich begann der erste Weltkrieg... mit einem unannehmbaren Ultimatum an einen deutlich unterlegenen Gegner.
vicarius70 08.05.2018
5. Öl?
Neben der Tatsache, dass dieser President dringend einen Feind braucht, um von großen innenpolitischen Problemen abzulenken: laut Experten wird der Ölpreis steigen. Ein Schelm, wer an die Fracking Industrie der USA denkt.
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