Zahlungsaufforderung Trump verschickt Mahnbriefe an Nato-Partner

Schlechte Stimmung vor dem Nato-Gipfel: US-Präsident Trump hat laut "New York Times" Briefe an einzelne Bündnispartner geschrieben, darunter Deutschland. Der Ton ist demnach scharf, der Inhalt klar.

Donald Trump
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Donald Trump


US-Präsident Donald Trump hat in Briefen die Staats- und Regierungschefs einiger Nato-Partner aufgefordert, ihre Verteidigungsausgaben zu erhöhen. Das Schreiben, über das die "New York Times" berichtet, sei in einem scharfen Ton verfasst und im vergangenen Monat unter anderem an Deutschland, Belgien, Norwegen und Kanada verschickt worden.

Die USA verlören die Geduld mit ihren Verbündeten, soll Trump demnach geschrieben haben. Diese versagten dabei, ihre mit der Nato vereinbarten finanziellen Verpflichtungen einzuhalten. Die US-Bürger könnten das nicht länger tolerieren.

Trump hatte die Nato im Wahlkampf immer wieder kritisiert und sogar die Zukunftsfähigkeit des Bündnisses infrage gestellt. Mittlerweile ist er von dieser Äußerung abgerückt. Er will aber, dass die anderen Mitglieder ihre Verteidigungsausgaben deutlich erhöhen.

An Bundeskanzlerin Angela Merkel schrieb Trump der Zeitung zufolge: "Wie wir bereits bei Ihrem Besuch im April besprochen haben, gibt es in den USA eine wachsende Frustration darüber, dass einige der Bündnispartner ihren Versprechungen nicht nachgekommen sind." Und weiter: "Die Fortführung der Verteidigungsetatunterschreitung von deutscher Seite untergräbt die Sicherheit des Bündnisses." Außerdem gebe dies den anderen Nato-Mitgliedern die Möglichkeit, ihre Vereinbarungen für Militärausgaben ebenfalls nicht einzuhalten, "da sie Deutschland als Vorbild ansehen".

Er könne es verstehen, dass einige Länder unter innenpolitischem Druck litten. Dennoch hätten die USA selbst einen erheblichen Teil ihres Staatsbudgets fürs Militär aufgebracht.

"Es wird immer schwerer, den amerikanischen Bürgern zu erklären, warum manche Länder die kollektive Sicherheit der Nato nicht mittragen, während amerikanische Soldaten weiterhin ihre Leben opfern oder schwer verwundet nach Hause kommen", heißt es in dem Brief laut "NYT" weiter.

Am 11. und 12. Juli findet in Brüssel der Nato-Gipfel statt. Den Gipfel im vergangenen Jahr hatte Trump bereits mit einer verbalen Attacke gegen die anderen Nato-Länder eröffnet und sie aufgefordert, ihre Verteidigungsausgaben zu erhöhen. Auch beim Gipfel der G7-Staaten Anfang Juni kam es zum offenen Dissens zwischen dem US-Präsidenten und den anderen Partnern.

Die nun verschickten Briefe lassen befürchten, dass es beim Nato-Treffen in einer Woche erneut zu einem Eklat kommen könnte.

kry



insgesamt 324 Beiträge
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Seite 1
Ditje26 03.07.2018
1. Die USA sollem selber für die Kriege zahlen,
Die sie anzetteln und/oder befeuern.
vaikl 03.07.2018
2. ""Es wird immer schwerer, den amerikanischen Bürgern zu erklären..."
...warum Vietnam und Irak so dolle Militäreinsätze gewesen sein sollen. Hat Trump eigentlich seinen eigenen Ar... für die Truppe hingehalten??
Holbirn 03.07.2018
3. Da hat er vollkommen Recht
Mit Trump bin ich meistens nicht einer Meinung, aber da hat er vollkommen Recht. Das Herausgerede muss auch einmal ein Ende haben - die Bundeswehr ist in Teilen nicht einsatzbereit. An zuviel Geld wird das ja wohl weniger liegen. Es fehlt überhaupt an der Neuorientierung der Waffengattungen, Frau von der Leyen hat ihren Newbie-Bonus vollkommen aufgebraucht, es fehlen Antworten, es fehlt eine Problemanalyse. Deutschland ist Lihtjahre davon entfernt, selbst abgegebene Verpflichtungen zu erfüllen, und das Köpfchen in den Sand zu stecken, das hat Frau von der Leyen zwar gut gelernt, das ist aber keine Antwort, schon gar keine adäquate.
mydryn 03.07.2018
4. Ist doch ganz einfach
Die Bundeswehr muß nur ihre Ausrüstung in einen wirklich gebrauchsfähigen Zustand versetzen und die Kosten für Flüchtlinge aus Kriegsgebieten, die z. B. von den USA verursache wurden, werden aus dem Verteidigungshaushalt bezahlt. Würde mich nicht wundern, wenn dann die 2 % erreicht würden.
Ekatus Atimoss 03.07.2018
5. Schwer verwundete amerikanische Soldaten oder gar Opfer...
...doch eher wegen der militärischen Interventionen der USA selbst und nicht im Rahmen der NATO. Oder habe ich da jetzt was mißverstanden? Trump mal wieder...
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