Streit mit Medien Trump verschiebt "Fake News Award"

Kritische Journalisten sind für Donald Trump schlicht Lügner. Eigentlich wollte der US-Präsident am Montag die "unehrlichsten Medien" küren. Nun hat er einen Rückzieher gemacht.

Donald Trump
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US-Präsident Donald Trump hat seine Bekanntgabe der Preise für die "unehrlichsten und korruptesten Medien des Jahres" verschoben. Die Preisträger der "Fake News Awards" sollen statt am Montag nun erst am 17. Januar vorgestellt werden, teilte er via Twitter mit. "Das Interesse an diesen Preisen und ihre Bedeutung sind bei Weitem größer, als irgendjemand hätte erwarten können", schrieb der Präsident.

Seine Sprecherin Sarah Sanders hatte kürzlich angedeutet, dass Trump an eine Art Preisverleihungsshow denkt - wobei unklar ist, wer eingeladen und wer erscheinen würde. Trump hat sich mit fast allen Medien außer sehr konservativen wie Fox News angelegt und bezeichnet sie als "Fake News Media". Diese haben vor diesem Hintergrund auch schon einen Namen für die angekündigten Preise gefunden: "Fakies". Manche sprechen auch von den "Trumpies".

Allerdings kann der Präsident kaum hoffen, dass sich die Preisträger besonders ärgern werden. So hat etwa TV-Talkmaster Stephen Colbert, Gastgeber der "Late Show" des Senders CBS die Hoffnung geäußert, dass er gewinnt, denn "nichts macht dich glaubwürdiger, als wenn Donald Trump dich einen Lügner nennt".

cte/dpa



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pavel1100 08.01.2018
1. Irrwitz
Der größte Verbreiter von Fake News vergibt der Fake News Preis. Der Bock als Gärtner. Das ist wirklich ein Irrwitz der Geschichte.
c.PAF 08.01.2018
2.
"(...) denn "nichts macht dich glaubwürdiger, als wenn Donald Trump dich einen Lügner nennt"." Damit ist eigentlich alles gesagt.
Atheist_Crusader 08.01.2018
3.
Keine Sorge, Trump-Fans sind das Warten gewohnt. Die Mauer steht immer noch nicht, Hillary läuft weiter frei herum und über die versprochene Superduper-Gesundheitsreform die Jedem Alles gibt wird schon gar nicht mehr geredet. Würde mich nicht wundern, wenn er den ganzen Unsinn noch ein paar Male verschiebt um die Spannung zu erhöhen und dann irgendwas sagt á la "Ich hab gerade wichtigere Sachen zu tun. Ich bin immerhin der Präsident.".
rainerwäscher 08.01.2018
4. Idiocrazy
Man schaut diesem infantilen Treiben des mächtigsten Staatsmannes der Welt fassundslos zu. Als Amerikaner würde ich mich in Grund und Boden schämen, so einen Regierungschef zu haben und eigentlich müsste man alles dazu tun, dieses Trauerspiel zu beenden.
FrankH 08.01.2018
5. Schamgrenze
Zitat von rainerwäscherMan schaut diesem infantilen Treiben des mächtigsten Staatsmannes der Welt fassundslos zu. Als Amerikaner würde ich mich in Grund und Boden schämen, so einen Regierungschef zu haben und eigentlich müsste man alles dazu tun, dieses Trauerspiel zu beenden.
Nun, rund 50% der Amis tun das durchaus. Das Problem sind die anderen 50% - und leider nicht Trump: Die haben Trump gewählt, die stehen größtenteils weiter dahinter. Trump ist nur das Sympton in einem Land, das gerade voll den Bach runtergeht. Trump hat mittlerweile alle denkbaren Diktatoren-Allüren entwickelt: Für die sind Wahrheiten immer Fake News, wie sein Kollege in Nord-Korea hält er sich für ein Genie und Nachfolge sollte am besten familienintern geregelt sein (Ivanka). Ich würde nicht darauf wetten, dass die nächsten Wahlen stattfinden, falls Trump nicht davon überzeugt ist sie zu gewinnen.
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