Trump-Fauxpas 9/11 oder 7/11, ist doch egal

Diesen Versprecher sollte sich ein US-Präsidentschaftsanwärter nicht leisten, schon gar nicht in New York. Donald Trump ist es dennoch passiert.

Donald Trump in seiner Wahlkampfrede
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Donald Trump in seiner Wahlkampfrede


In diesem langen US-Wahlkampf kann schon mal was durcheinandergeraten. Für den Republikaner Donald Trump wurde das jetzt besonders unangenehm. Er hat die Zahlen bei einem sensiblen Thema vertauscht: den Anschlägen vom 11. September 2001.

Kurz vor den Vorwahlen im US-Bundesstaat New York an diesem Dienstag wollte Trump in einer Rede die Werte der New Yorker preisen, die sich nach den Anschlägen vorbildlich verhalten hätten. 9/11, wie die Amerikaner die Terrorangriffe nennen, bei denen 2753 Menschen allein in Manhattan starben.

New York liege ihm sehr am Herzen, so Trump. "Ich war dort. Ich habe unsere Polizisten und Feuerwehrmänner gesehen an 7/11, beim World Trade Center, nachdem es gerade zusammengebrochen war, und ich habe die großartigsten Menschen dort gesehen."

Viele meinten wohl, sich verhört zu haben. 7/11? Das ist doch die Supermarktkette 7 Eleven, die in den USA allgegenwärtig ist. Ein peinlicher Versprecher. Aber Trump korrigierte sich nicht.

Im Video: Donald Trumps peinlicher Patzer

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Im Wahlkampf hat Trump wiederholt die Anschläge vom 11. September erwähnt - und instrumentalisiert. Im November vergangenen Jahres etwa behauptete er, gesehen zu haben, wie Tausende Menschen nach den Angriffen feierten . "Da haben Leute auf der anderen Seite von New Jersey gejubelt - dort, wo es eine große arabische Bevölkerungsgruppe gibt. Sie haben gejauchzt, als das World Trade Center zusammenbrach."

Mit Geschichten wie diesen untermauert Trump seine Hetze gegen Muslime und Einwanderer . Alle US-Muslime seien per se terrorverdächtig, sie müssten registriert, überwacht, notfalls sogar gekennzeichnet werden, so der Milliardär.

Wichtiger Tag für New York

New York kommt bei den Vorwahlen eine besondere Bedeutung zu, da dort eine hohe Zahl von Delegiertenstimmen für die Parteitage im Juli zu vergeben ist. Auf Seiten der Republikaner sehen die Umfragen Trump deutlich vor seinen Rivalen Ted Cruz und John Kasich. Trump würde mit einem Erfolg in seinem Heimatstaat seine Chancen zwar erhöhen, doch wäre eine Vorentscheidung über den Kandidaten noch nicht gefallen.

Bei den Demokraten liegt Ex-Außenministerin Hillary Clinton in den Umfragen für den Ostküstenstaat vor Senator Bernie Sanders. Sollte Clinton gewinnen, könnte Sanders sie kaum noch einholen.

Videoanalyse: Wer gewinnt das Heimspiel in New York

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US-Vorwahlen
insgesamt 109 Beiträge
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Seite 1
syracusa 19.04.2016
1. 7/11 war schlimm
7/11 war schlimm, aber Walmart war schlimmer.
comfortzone 19.04.2016
2. In Wahrheit nicht so schlimm
.... er wollte sich nämlich ein "seven up" bestellen - und dachte, er befindet sich gerade in einer Bar !!!
spon-facebook-10000166919 19.04.2016
3.
Könnte man vielleicht mit diesem Orakeln aufhören? Könnte sie Sanders "kaum" noch einholen heißt doch im Klartext, er kann es immer noch. Also gibt es in New York nicht genügend Delegiertenstimmen, um eine Entscheidung herbei zu führen. BILD-mäßige Berichterstattung nervt. Ist doch nicht schlimm, wenn der Leser selber denkt und der Artikel ein wenig kürzer ausfällt, oder?
sebastian.teichert 19.04.2016
4. Ja naja
Peinlich, ja. Aber in New York ist die republikanische Konkurrenz chancenlos. Cruz hat sich ja richtig beliebt gemacht. Und niemand wählt kasich, weil du deine Stimme genau so gut ungültig abgeben kannst. Zählt doch nichts. Von daher wird ihm dieser Fauxpas wohl verziehen werden.
gandhiforever 19.04.2016
5. Was fuer ein Fehltritt!
Es ist einfach unglaublich, was Herr Trump da von sich gegeben hat. So wird er die Vorwahl in NY doch noch verlieren koennen! Mal im Ernst: Diesen Versprecher auf die Goldwaage legen zu wollen, ist einfach laecherlich. Jedem war klar, was der Moechtegern-Praesident sagen wollte. Dieser Versprecher ist nichts, verglichen mit den Fauxpas, nach denen ein Kandidat sich gezwungen sieht zu behaupten "I misspoke". In der Regenbogenpresse muss wohl aus allem eine Schocknachricht gemacht werden.
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