Donald Trump vor der Uno Iran kritisiert Äußerungen als schamlos und ignorant

Vor der Uno-Vollversammlung hat US-Präsident Trump seine Vision internationaler Politik präsentiert - und gegen Iran und Nordkorea ausgeteilt. Dafür erhält er nun Gegenwind.

Javad Zarif (Archiv)
AFP

Javad Zarif (Archiv)


Der iranische Außenminister Mohammad Javad Zarif hat harsch auf Donald Trumps Auftritt vor der Uno-Vollversammlung reagiert. Er bezeichnete die Aussagen des US-Präsidenten als schamlose und ignorante Hassrede. Diese gehöre "ins Mittelalter und nicht ins 21. Jahrhundert" und sei "einer Antwort unwürdig".

Trump hatte am Abend Nordkorea mit vollständiger Zerstörung gedroht und das Atomabkommen mit Iran als peinlich bezeichnet sowie den Ausstieg aus der Vereinbarung angedeutet. Trump bezeichnete Iran als wirtschaftlich ausgelaugten Schurkenstaat, der vor allem Gewalt exportiere.

Trumps Rundumschlag kam auch in Europa nicht gut an. "Seine Politik ist nicht unsere, sein Stil nicht unserer", twitterte SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz.

Der Grünen-Politiker Jürgen Trittin kritisierte Trumps Rede als Abkehr von einer weltweiten Kooperation zur friedlichen Lösung von Konflikten. "Das ist eine Absage an eine geordnete Welt", sagte er im Deutschlandfunk. Er lobte dagegen, dass Frankreichs Präsident Emmanuel Macron dem ein Plädoyer für multilaterale Zusammenarbeit und nukleare Abrüstung entgegengesetzt habe.

Donald Trump vor der Uno: "Sowas hat es noch nie gegeben":

AP/SPIEGEL ONLINE

Das chinesische Außenministerium wiederum sah sich dazu genötigt, hervorzuheben, dass es weiter an einer friedlichen Lösung des Nordkoreakonflikts arbeite. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte: "Für mich, für die ganze Bundesregierung, gibt es hier nur eine diplomatische, friedliche Lösung dieses Konflikts."

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu dagegen lobte Trumps Worte gegen Iran. In den vielen Jahren, die er Reden bei der Uno verfolge, habe er keine gehört, die kühner, mutiger und freimütiger gewesen sei als jene von Trump, sagte der israelische Ministerpräsident.

Bei Iran handelt es sich laut Netanyahu um einen "von der Leine gelassenen hungrigen Tiger", der "Nationen verschlingt". Außerdem warnte er vor einer Ausweitung der iranischen Einflusssphäre im Nahen Osten. Ein "iranischer Vorhang" senke sich über die Region.

apr/Reuters/dpa



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ympertrymon 20.09.2017
1. Omg ...
... da haben sich ja die richtigen gefunden. Vor der UNO, wo man eigentlich gemeinsam eine friedliche Staatengemeinschaft anstreben sollte, beschimpft und beleidigt man. Anstatt Abrüstung voranzutreiben, droht man mit totaler Vernichtung (das haben wir Deutschen doch schon mal gehört?). Iran verschlingt andere Nationen? Ich habe den Iran noch nirgends einmarschieren sehen, die USA und Israel schon. Hatte Trump nicht gegen Hilary Clinton als "Kriegstreiberin" gewettert? Wir steuern gerade in vorzivilisatorische Zeiten zurück, immer mehr wird die internationale Politik von Hass geprägt, da muss einem wirklich Angst werden ...
lasalette13 20.09.2017
2. Trump ist gleich Kim !
Beide spielen mit den Gefühlen der Menschen weltweit, um ihr eigene persönliche Befriedigung zu haben ! Es geht NUR darum, dass die Welt Angst vor ihnen hat ! Amerika isoliert sich immer mehr von anständigen Menschen !
guenni 20.09.2017
3.
Weiter wie geplant Die Länder, die einigen mächtigen Neocons ein Dorn im Auge sind wurden doch vom PNAC schon Ende der 90er benannt. Afghanistan, Irak, Syrien, Libyen, Iran, Nordkorea. Das kann man bei Wikipedia nachschlagen (PNAC) oder man hört sich die Rede des ehemaligen Nato-Generals Wesley Clark an (sieben Länder in fünf Jahren). Der Plan zieht sich ein wenig länger hin als geplant, aber aufgegeben wurde er offensichtlich nicht. Und Trump ist anscheinend "auf Kurs" gebracht worden.
mwroer 20.09.2017
4.
Ich würde die israelische Regierung ja gerne fragen welches Land der Iran bisher verschlungen hat. Ich finde einfach keins :( Ja der Iran unterstützt Terroristen. Israel auch. Die USA auch. China wahrscheinlich auch. Russland ganz sicher. Saudi-Arabien ebenfalls. Offenbar ist also die Unterstützung von Terroristen ein normales und legitimes Mittel von allen möglichen Staaten. Kann man dem Iran also kaum glaubhaft vorwerfen. Ich finde die Antwort des Iran sehr diplomatisch. Mir läge eher sowas wie 'stfu you f..... Moron' auf der Zunge aber ich bin auch kein Diplomat.
limoeiro 20.09.2017
5. Die
abrahamitischen Religionen beim Kampf um die Vorherrschaft des smartesten Aberglaubens. TOLL.! Erst wenn sich die Erkenntnis durchsetzt, dass Religionen in der Politik nichts zu suchen haben und sich Rationalität in der Politik durchsetzt, ist Hoffnung, auch diesen Konflikt zu lösen.
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