Reaktion auf Trumps Drohung Nordkorea präsentiert Plan für Guam-Angriff

Dem US-Präsidenten sei nur mit "absoluter Stärke" beizukommen, meint das Militär in Nordkorea - und provoziert erneut: Es stellt einen detaillierten Plan vor, wie ein Angriff auf die US-Pazifikinsel Guam aussehen könnte.

Kim Jong Un (r.) in Pjöngjang (Archiv)
KCNA/REUTERS

Kim Jong Un (r.) in Pjöngjang (Archiv)


Nordkoreas Militärführung hat demonstrativ unbeeindruckt auf jüngste Drohungen von US-Präsident Donald Trump reagiert und ihn für seine martialischen Äußerungen verspottet. "Sachlicher Dialog ist mit so einem Typen bar jeder Vernunft nicht möglich", hieß es in einer Stellungnahme der Streitkräfte, aus der die nordkoreanische Staatsagentur KCNA zitierte. "Nur mit absoluter Stärke ist ihm beizukommen."

Ein Plan, wie diese "Stärke" aussehen könnte, will das Militär eigenen Angaben zufolge bereits in wenigen Tagen fertiggestellt haben. Demnach sollen vier Mittelstreckenraketen vom Typ Hwasong-12 über Japan fliegen, unter anderem über die Präfekturen Shimane und Hiroshima. Insgesamt sollten die Raketen 3356,7 Kilometer in 1065 Sekunden zurücklegen, heißt es laut CNN in der Mitteilung. 30 bis 40 Kilometer vor Guam sollen sie dann ins Meer stürzen.

Die Vorbereitungen für diesen Angriff sollten bis Mitte August abgeschlossen werden, den Einsatzbefehl habe dann Staatschef Kim Jong Un zu geben, sagte General Kim Rak Gyom laut der Mitteilung. Trump erkenne offensichtlich nicht den Ernst der Lage. Dem nordkoreanischen Militär gehe das "ziemlich auf die Nerven".

Zuvor hatte Trump Nordkorea offen wie noch kein US-Präsident militärisch gedroht: "Nordkorea sollte besser keine weiteren Drohungen gegen die USA machen. Ihnen wird mit Feuer und Wut begegnet werden, wie es die Welt niemals zuvor gesehen hat." Nordkorea reagierte darauf mit der Drohung, mehrere Raketen auf die strategisch wichtige US-Pazifikinsel Guam abzufeuern (mehr zur militärischer Bedeutung lesen Sie hier).

Mattis droht mit "Vernichtung" Nordkoreas

Nach Informationen der "New York Times" hatte Trump seine weltweit beachteten "Feuer und Wut"-Äußerungen nicht vorher mit seinem Stab abgesprochen. Der Präsident habe spontan auf eine Reporterfrage reagiert, berichtet die Zeitung. Sie stützt sich dabei auf Aussagen von Beratern Trumps. Der Präsident habe demnach vor allem ein "starkes Signal" senden wollen.

US-Außenminister Rex Tillerson hatte sich danach mäßigend geäußert. Bei einem Stopp auf Guam sagte Tillerson, er glaube nicht, dass es eine unmittelbare Bedrohung gebe, die Amerikaner könnten ruhig schlafen. Trump habe nur die nordkoreanische Rhetorik in gleicher Sprache beantworten wollen.

Anders klang das allerdings bei Verteidigungsminister James Mattis: "Die Demokratische Volksrepublik sollte jeden Gedanken an Handlungen aufgeben, die zum Ende ihres Regimes und zur Vernichtung ihres Volkes führen würden." Das US-Außenministerium versuche alles, um die von Nordkorea ausgehende Bedrohung mit diplomatischen Mitteln aufzulösen. Mattis verwies aber auch auf die Erfahrung und die überlegene Schlagkraft der US-Streitkräfte. Einen Rüstungswettlauf könne Nordkorea nur verlieren.

Trump twittert zu US-Atomarsenal

Zur atomaren Bewaffnung der USA hatte Trump am Mittwoch getwittert: "Mein erster Befehl als Präsident war, das nukleare Arsenal zu erneuern und zu modernisieren. Jetzt ist es weit stärker und kraftvoller als jemals zuvor."

Die "Washington Post" und zahlreiche Militärexperten in den USA wiesen allerdings darauf hin, dass diese Aussage unwahr ist. Beim "ersten Befehl" habe sich vielmehr um eine unbestimmte und übliche Absichtserklärung zu Beginn der Präsidentschaft Trumps gehandelt. Eine Modernisierung des Arsenals binnen sechs Monaten sei schlicht unmöglich.

aar/dpa/Reuters/AP

insgesamt 142 Beiträge
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Seite 1
JDR 10.08.2017
1.
Wenn jemand etwas nicht begreift, dann ist es offenbar Nordkorea. Die Zeit lehrer Drohungen ist vorbei.Be prepared to deal with an american first strike - or be prepared to avoid one.
JDR 10.08.2017
2.
Wer jetzt noch gute Ideen hat, sei eigeladen, sie zu bringen. Die Chancen eines nuklearen Erstschlages sind - real.
jufo 10.08.2017
3. Unverschämte nordkoreanische Rhetorik
Das Ganze hat schon sprachlich ein sehr niedriges Niveau. Nordkorea scheint tatsächlich den Krieg zu suchen indem sie Trump so beleidigen, dass er entweder sein Gesicht verliert oder eben militärisch loslegt. Wenn nicht sogar Nordkorea den Erstschlag wagt. Ich fürchte, dass es bald für Gespräche zu spät sein wird, da kommt eine Spirale in Gang die sich nicht mehr stoppen lässt. Hängt viel von Kims Charakter ab, das führende Militär wird schon aus Angst vor Repressionen das verbale Theater abziehen um dem Herrscher zu gefallen und Ahnung von der Welt außerhalb Koreas haben sie kaum. Die Chinesen haben Kim zu lange machen lassen.
toto-da-moro 10.08.2017
4. Richtig Verstanden?
30 bis 40 Kilometer vor Guam sollen sie dann ins Meer stürzen.Die wollen einen Scheinangriff durchführen?
spon-facebook-1393188940 10.08.2017
5. Ist doch eigentlich klar ...
Wenn der Kim damit ernst macht, kriegt er eins auf die Mütze, dass es staubt. Ich verstehe beim besten Willen nicht, was an dieser Erklärung von Mattis "ungehörig" oder "provozierend" sein soll.
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