Verschwörungsklage der US-Demokraten Trumps Wahlkampfteam nennt Vorwürfe "wertlos" und "albern"

Donald Trumps Wahlkampfteam reagiert harsch auf die Klage der US-Demokraten in der Russlandaffäre. Der Vorwurf der Verschwörung, der sich auch gegen die Regierung in Moskau und WikiLeaks richtet, sei vollkommen unbegründet.

Donald Trump
AP

Donald Trump


Wegen der mutmaßlichen russischen Einmischungen in den US-Wahlkampf 2016 hatten die Demokraten Klage gegen die russische Regierung, Wahlkampfmitarbeiter des heutigen Präsidenten Donald Trump und die Enthüllungsplattform WikiLeaks eingereicht. Diese Vorwürfe hat das Wahlkampfteam des US-Präsidenten nun entschieden zurückgewiesen. Die Klage sei "albern" und "wertlos", sie werde verworfen werden.

Trump selbst hat mehrfach erklärt, es habe keine Absprachen zwischen seinem Team und Russland gegeben. Russland hat Vorwürfe der Wahleinmischung zurückgewiesen. Die Affäre belastet Trumps Präsidentschaft seit Anbeginn. Seit Mai 2017 untersucht Sonderermittler Robert Mueller die Vorwürfe. Zudem geht er dem Verdacht nach, die Justiz könnte behindert worden sein. Trump hat auch dies zurückgewiesen. Das Präsidialamt war für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar, ebenso wenig WikiLeaks.

"Während des Präsidentschaftswahlkampfes 2016 hat Russland einen Frontalangriff auf unsere Demokratie begonnen und dabei so willige wie aktive Partner in Donald Trumps Team gefunden", erklärte der Vorsitzende der Demokraten, Tom Perez, die Entscheidung. Es handle sich um beispiellosen Verrat, für die Demokraten sei schwerer Schaden entstanden.

Trump sollte ein Vorteil gegenüber Clinton verschafft werden

Vier US-Geheimdienste sind der Überzeugung, dass Russland hinter mehreren Aktionen während des Wahlkampfes steckt, darunter Cyberattacken auf Gruppen innerhalb der Demokratischen Partei. Dabei sei es zum Teil darum gegangen, Trump einen Vorteil gegenüber Clinton zu verschaffen. Das Nationalkomitee der Demokraten wirft Russland zudem vor, sich 2015 und in der ersten Jahreshälfte 2016 Zugang zu seinen Computersystemen verschafft zu haben.

Hacker hatten interne Kommunikationsvorgänge von Parteimitgliedern in Umlauf gebracht und WikiLeaks hatte Tausende E-Mails veröffentlicht. Einige davon brachten Clintons Wahlkampfteam in Verlegenheit und Erklärungsnot.

Die meisten Vorwürfe in der Klage scheinen auf Medienberichten und öffentlich zugänglichen juristischen Dokumenten zu fußen. Richtig neue Informationen über die angeblichen Absprachen mit Moskau gab es nicht. Vor allem aber dürfte die Affäre weiter im Fokus der Öffentlichkeit bleiben, sollte der Klage stattgegeben werden.

Trump und seinen Republikanern dürfte das allein wegen der anstehenden Kongresswahlen im November ungelegen kommen. Außerdem könnten die Anwälte der Demokraten die Angeklagten zur Herausgabe von Dokumenten zwingen, die sie für den Fall als relevant betrachten.

Allerdings richtet sich die Klage den Angaben zufolge nicht persönlich gegen Trump. Betroffen sind unter anderem Trumps Schwiegersohn Jared Kushner, sein schon in anderer Sache angeklagter früherer Wahlkampfchef Paul Manafort, sein Vertrauter Roger Stone und WikiLeaks-Chef Julian Assange.

bam/Reuters



insgesamt 19 Beiträge
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karl-der-gaul 21.04.2018
1.
Die sehr dumme klage der Demokraten ist ein Wahlgeschenk für die Republikaner in den November Zwischenwahlen, sie werden diese Klage als Mobbing gegen Demokraten anwenden.
hugahuga 21.04.2018
2.
Wenn stimmt, dass Trump und Putin sich gegenseitig Besuch abstatten wollen, dann brennt im Amiland die Bude bei den "Eliten". Man stelle sich vor, dass auf einmal der eine nicht mehr des anderen Feind wäre - wo kämen dann die vielen schönen Aufträge für die Rüstung her? Von Anbeginn galt es Trump nach seinem Wahlsieg auszuschalten, indem man ihm Zusammenarbeit mit Russland vorwarf. Die Verzweiflung darüber, dass $Clinton die Wahl verloren hatte war und ist so groß, dass man zu jedem Mittel greift um Trump zu neutralisieren. Ich hoffe, dass er sich durchsetzt - auch wenn er deshalb den Trottel geben muss - der er ja vielleicht auch ist - aber sicher nicht in dem ausmaß, wie es uns suggeriert werden soll.
Kiwimann 21.04.2018
3. "-brachten Clintons Wahlkampfteam in Verlegenheit und Erklärungsnot"
Ist schon gut, wenn man Wahrheiten erfaehrt. Schlimm, wenn man was zu verbergen hat und den Waehler zu beluegen sucht. Hat in der Clinton Sache nicht funktioniert und deshalb ist Trump dran. Daran sollte man sich gewoehnen. Die Linken sind nun mal schlechte Verlierer. Trump wird wieder gewaehlt, weil die "Demokraten" so nicht waehlbar sind.
dekorte 21.04.2018
4. Unglaublich
Es ist nicht zu fassen, wie einer der großartigsten Präsidenten von den deutschen Medien so runtergemacht wird. Was ist es nur? Neid? Unverständnis? Alleine seine Strafzolll Diskussion hat schon mehr bewirkt als alles andere in der globalisierten Welt von heute. Aber ist ja eh egal, weil pro Trump Meinungen ja eh nicht kn deutschen Medien abgedruckt werden. Egal, ich tu es dennoch...
Cato137 21.04.2018
5. Strategischer Fehler der Demokraten
Es ist fraglich für welche Seite die Eröffnung eines juristischen Verfahrens in Sachen der Wahlbeeinflussung der 2016 Presidential Election durch Russland mit Blick auf die Midterm Elections unbequemer werden wird. Durch die Einbeziehung des Wahlkampfteams von Präsident Trump und - so lächerlich das auch ist - von Wikileaks ergibt sich dadurch für die Republikaner und Wikileaks die Möglichkeit ALLE unter anderem auch auf dem Laptop von Anthony Weiner gefundenen files als Beweismittel in dem anstehenden Verfahren einzubringen. Alle dort enthaltenen Files sind sowohl Wikileaks, dem NYPD, dem FBI und bekannten früheren hochrangigen New Yorker Politikern, die Präsident Trump nahestehen, bekannt. Diese Files sind dann nicht mehr durch irgendwelche juristischen Einschränkungen oder Verbote (weil z.B. von kriminell pornographischer Natur) vor öffentlicher Verbreitung ‚geschützt‘. Da ein relevanter Teil der auf Weiner’s Laptop gefundenen Files bislang aus solchen Gründen z.B. von Gegnern der Demokraten oder deren früherer Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton nicht öffentlich genutzt werden konnte, ist die Entscheidung der Demokraten dieses Verfahren anzustrengen von deren Gegnern zuerst mit ungläubigem Erstaunen und dann mit großer Begeisterung zur Kenntnis genommen worden
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