Trump in der Kritik "Herr Präsident, arbeiten Sie für Russland?"

Donald Trump ist in einem Interview direkt mit seinen Russlandkontakten konfrontiert worden. Bei der entscheidenden Frage wich der US-Präsident aus.

Donald Trump
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Das Verhältnis von US-Präsident Donald Trump zu Russlands Staatschef Wladimir Putin ist erneut in den Brennpunkt des öffentlichen Interesses gerückt. Hintergrund ist ein Bericht der "New York Times" ("NYT"). Demnach hat das FBI untersucht, ob Trump ein russischer Agent sei.

In einem Interview mit seinem bevorzugten Sender Fox News ist Trump nun direkt mit der Frage konfrontiert worden, ob er derzeit für Russland arbeite oder jemals für Russland gearbeitet habe. Trump sagte daraufhin lediglich, es sei die "beleidigendste" Frage, die ihm je gestellt worden sei. Eine Antwort auf die Frage gab er nicht.

Die Moderatorin Jeanine Pirro, eine Freundin Trumps und Journalistin des US-Senders Fox News, hatte ihn während des Telefoninterviews direkt gefragt: "Arbeiten Sie jetzt oder haben Sie jemals für Russland gearbeitet, Herr Präsident?"

Die Passage sehen Sie hier im Video ab Minute acht:

In den USA gewinnt die Debatte darüber, ob der Präsident womöglich ein russischer Agent war oder ist, enorm an Fahrt. Aktueller Auslöser ist der Bericht der "New York Times", wonach die US-Bundespolizei FBI im Jahr 2017 Ermittlungen zu dieser Frage eingeleitet habe. Die "NYT" selbst schreibt dazu: Ob Trump ein russischer Agent sei, "ist eine Frage, die seit zwei Jahren über seiner Präsidentschaft schwebt".

Einen Tag nach dem Bericht der "NYT" über die Ermittlungen des FBI berichtet auch die "Washington Post" ("WP") über Merkwürdigkeiten im Verhältnis von Trump zu Russland. So habe Trump den Inhalt seiner Gespräche mit Putin selbst vor engsten Mitarbeitern sorgfältig verborgen gehalten: Zu fünf Treffen mit Putin innerhalb der vergangenen zwei Jahre gebe es keine detaillierten Aufzeichnungen, berichtet die "WP" unter Berufung auf derzeitige und ehemalige Regierungsmitarbeiter.

In einem Fall habe der US-Präsident sogar seinem Dolmetscher die Notizen weggenommen und diesem verboten, den Inhalt des Gesprächs weiterzugeben.

Trump sprach von einem "lächerlichen" Vorwurf, dementierte den Bericht jedoch nicht ausdrücklich.

Während die meisten Abgeordneten von Trumps republikanischer Partei den Präsidenten verteidigten und betonten, dieser vertrete gegenüber Russland eine härtere Haltung als sein Amtsvorgänger Barack Obama, meldete der republikanische Senator Ted Cruz Zweifel an. Politiker der Demokraten forderten Aufklärung.

mal/AFP/AP

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insgesamt 104 Beiträge
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Seite 1
josephinevier 14.01.2019
1.
Was soll er schon sagen auf soeinen Vorwurf. Hätte er gesagt, er hat nicht mit den Russen gemeinsame Sache gemacht, wäre auch was hängen geblieben, die Möglichkeit, dass er gelogen hat. Da ist gar nich antworten das Schlauste.
gammoncrack 14.01.2019
2. Naja, dass Trump ein russischer Agent ist,
würde ich bezweifeln wollen. Das ist wohl kaum möglich und wäre wohl längst aufgedeckt worden. Aber natürlich glaube ich, dass er mit russischer Hilfe Wahlkampfunterstützung erfahren hat. Auch gut möglich, dass seitens der Russen erpressbar ist. Sein Verhalten bei den Gesprächen mit Putin würde das schon erklären. Soll er doch den Dolmetscher von seiner Schweigepflicht entbinden. So könnte er zumindest eines der Feuer dieses Kriegsschauplatzes löschen. Oder auch nicht....
gurkenhobel 14.01.2019
3. Faszinierend.
Würde Spock dann wohl sagen. Die USA würden sich dann sofort in Luft auflösen und die Erde wäre mehr Scheibe als jemals zuvor. Wäre es nicht so schon seltsam genug, was dieser Mann da oben anstellt. Als russischer Spion hätte er dann sicher den Auftrag die Vereinigten Staaten zu destabilisieren, was ihm nachhaltig zu gelingen scheint. Was sagt Spooky Mulder dazu? Oder sie lieber Watson?
ekel 14.01.2019
4. Was soll das bedeuten?
Trump, wie viele andere Leute des öffentlichen Lebens auch, weicht immer wieder fragen aus. Das bedeutet gar nicht. Und dass er nicht erzählt, was er mit Putin besprochen hat schockiert mich auch nicht. Dass er nicht ganz normal ist weiss schon lange die ganze Welt. Ich finde solche Berichte ziemlich nichtssagend. Wenn Mueller etwas findet werden wir es erfahren, vorher zu spekulieren ist unnötig.
Peletua 14.01.2019
5. Wauwau
Trumps jüngste Schlitterpartie könnte natürlich auch ein Grund (neben anderen) für das wüste Auftreten seines Statthalters Grenell gegenüber den deutschen Konzernen sein: Je vehementer und brachialer Trumps Wauwau gegen europäische Geschäfte und gemeinsame Projekte mit dem russischen Bösewicht vorgeht, desto unschuldiger steht Herrchen da...
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