Reporterin hakt nach Weißes Haus muss neue Trump-Aussage zu Russland dementieren

Wird sich Russland weiter in den USA einmischen? "Nein", antwortete Trump auf die Frage einer Reporterin - und widersprach damit erneut den US-Geheimdiensten. Seine Sprecherin weiß, wie es (vielleicht) wirklich gemeint war.

Trump-Sprecherin Sarah Huckabee Sanders
Getty Images

Trump-Sprecherin Sarah Huckabee Sanders


Er hat es schon wieder getan. US-Präsident Donald Trump hat mit weiteren Äußerungen über eine Einmischung Russlands in den US-Wahlkampf erneut Verwirrung ausgelöst. Zwei Tage nach seinem auch in den eigenen Reihen umstrittenen Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin antwortete Trump auf die Frage von Journalisten, ob sich Russland weiterhin in den USA einmische: "Danke, nein." Dazu schüttelte Trump den Kopf. Als eine Reporterin nachhakt, antwortete Trump erneut: "Nein." Der US-Präsident widersprach damit erneut dem eigenen Geheimdienst.

Wenige Stunden später allerdings teilte das US-Präsidialamt mit, Trump habe keineswegs erklärt, dass Russland sich nicht länger einmische. Der Präsident habe vielmehr "Nein" gesagt, weil er keine weiteren Fragen mehr habe beantworten wollen, sagte Sprecherin Sarah Huckabee Sanders vor Journalisten. "Der Präsident hat Wladimir Putin klargemacht, dass er sich aus US-Wahlen heraushalten soll."

Donald Trump
Getty Images

Donald Trump

Nach seinem doppelten Nein sprach Trump allerdings noch etwa eine Minute lang mit den Reportern. Das Dementi von Sanders kam etwa drei Stunden nach ersten Berichten.

Sanders: Bedrohung durch Russland besteht noch

Trump und seine Regierung arbeiteten sehr hart daran, sicherzustellen, dass Russland sich nicht in US-Wahlen einmische, wie es in der Vergangenheit der Fall gewesen sei, sagte Sanders. Trump sei davon überzeugt, dass Russland das erneut versuchen würde. "Wir glauben, dass die Bedrohung seitens Russlands noch immer besteht."

(Mehr zur Aktion "Deutschland spricht" finden Sie hier .)

Der US-Präsident hatte das Gipfeltreffen mit Putin abermals verteidigt und "viele positive Dinge" angekündigt. Zuvor hatte er seine vielfach kritisierten Äußerungen zur russischen Einmischung in die US-Wahl als Missverständnis dargestellt. Er habe sich bei der Pressekonferenz mit Putin falsch ausgedrückt.

Trump hatte auf der Pressekonferenz mit Putin am Montag ungeachtet der Erkenntnisse der US-Geheimdienste Russland von einer Einmischung in den US-Wahlkampf freigesprochen. Am Dienstag ruderte er zurück: Er habe sagen wollen, dass er keinerlei Grund sehe, warum es nicht Russland gewesen sei, das sich in die Wahl eingemischt habe.

US-Geheimdienstkoordinator Dan Coats hatte am Freitag gesagt: "Die Warnlichter blinken wieder rot. Die digitale Infrastruktur ist heute buchstäblich unter Angriff." Täglich verübten "ausländische Akteure" wie Russland, China, Iran oder Nordkorea Cyber-Angriffe auf Ziele in den USA. Russland sei dabei "ohne Frage der aggressivste ausländische Akteur".

cop/dpa/Reuters

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.