Vorwürfe gegen Trump Weitere Frauen berichten von sexuellen Übergriffen

Donald Trump tut Belästigungsvorwürfe als Lügen und Medienverschwörung ab. Doch erneut haben sich nun zwei Frauen zu Wort gemeldet, auch sie erheben schwere Anschuldigungen gegen den US-Präsidentschaftskandidaten.

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Die Belästigungsvorwürfe gegen den republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump häufen sich: Zwei weitere Frauen sprechen nun öffentlich über mutmaßliche sexuelle Übergriffe durch den umstrittenen Milliardär.

In der "Washington Post" berichtet die heute 46-jährige Kristin Anderson von einer Begegnung mit Trump in den Neunzigerjahren in New York. Demnach habe Anderson sich an einem beliebten Ausgehort in Manhattan mit Bekannten unterhalten, als ihr jemand eine Hand unter den Rock schob.

Sie habe die Berührung abgewehrt, so Anderson, und sei von ihrem Platz aufgesprungen. Sie habe sich umgedreht und Trump als ihren Belästiger identifizieren können. "Er hat einen unverwechselbaren Look - die Haare und die Augenbrauen. Wer sonst hat solche Brauen?", sagte sie der "Washington Post".

Trump bestreitet alle Vorwürfe

Mittlerweile hat sich Donald Trump zu den Vorwürfen geäußert. Er bestreitet den Vorfall und bezeichnete ihn - ebenso wie alle anderen Belästigungsvorwürfe bisher - als Lüge. Über einen Sprecher ließ er ausrichten, Andersons Aussagen seien "lächerlich", sie wolle auf diesem Weg lediglich "Aufmerksamkeit" erhalten.

In der "Washington Post" heißt es jedoch, Anderson habe sich nicht von sich aus an die Zeitung gewandt. Die Journalisten hätten vielmehr Anderson kontaktiert, da sie von anderer Stelle über den Vorfall informiert worden seien.

Anwältin Gloria Allred mit Summer Zervos
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Anwältin Gloria Allred mit Summer Zervos

In der Zwischenzeit hat Bügerrechtsanwältin Gloria Allred in einer Pressekonferenz in Los Angeles ein weiteres mutmaßliches Opfer von Trump vorgestellt. Summer Zervos, eine frühere Kandidatin der Realtity-Show "The Apprentice", beschuldigt Trump ebenfalls, sie belästigt zu haben.

"Er berührte meine Brüste"

Sie berichtete von einem Treffen mit dem Milliardär, das 2007 im Beverly Hills Hotel stattgefunden haben soll. Schon zur Begrüßung soll Trump das TV-Sternchen auf den Mund geküsst haben. Anschließend habe sie neben ihm auf einem Sofa Platz nehmen sollen.

"Er fasste mich an die Schulter, küsste mich sehr aggressiv und berührte meine Brüste", berichtete Zervos auf der Pressekonferenz. Weiter sagte sie, dass Trump versuchte habe, sie ins Schlafzimmer zu führen. Sie wehrte demnach sämtliche Annäherungsversuche ab. Auch diese Vorwürfe bestreitet Trump: Er habe Zervos nie in einem Hotel getroffen oder sie auf unangemessene Weise begrüßt.

Die Debatte über Trumps Verhalten gegenüber Frauen bringt den republikanischen Kandidaten erheblich in Bedrängnis. Seine Umfragewerte fallen, und erste einflussreiche Spender stellen sich bereits offen gegen ihn.

Auch US-Präsident Barack Obama hat mit eindringlichen Worten vor einem möglichen Sieg Trumps bei der Präsidentschaftswahl am 8. November gewarnt. "All die Fortschritte, die wir in den vergangenen acht Jahren gemacht haben, stehen auf dem Spiel", sagte Obama am Freitag bei einer Wahlkampfveranstaltung für die Demokratin Hillary Clinton in Cleveland. "Die Demokratie an sich steht jetzt auf dem Spiel."

asc/Reuters/dpa

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