Belästigungsvorwürfe Trump wettert gegen Senatorin Gillibrand

Senatorin Kirsten Gillibrand fordert Donald Trump zum Rücktritt auf - wegen der Belästigungsvorwürfe mehrerer Frauen. Der US-Präsident beschimpft die Demokratin als "Leichtgewicht".

Kirsten Gillibrand
AP

Kirsten Gillibrand


US-Präsident Donald Trump hat die gegen ihn erhobenen Vorwürfe der sexuellen Belästigung als Manöver der Demokraten bezeichnet. Nachdem die Oppositionspartei in der Russlandaffäre vergeblich illegale Verbindungen seines Teams nach Moskau nachzuweisen versucht habe, wende sie sich jetzt den "falschen Anschuldigungen und erfundenen Geschichten" über Übergriffe gegen Frauen zu, schrieb Trump auf Twitter.

Drei Frauen, die nach eigener Schilderung von Trump sexuell attackiert wurden, hatten in einer Pressekonferenz den Kongress aufgefordert, die Vorwürfe zu untersuchen. Mehrere Senatoren der Demokraten forderten den Präsidenten inzwischen wegen der Anschuldigungen zum Rücktritt auf. Eine davon ist Kirsten Gillibrand.

Trump reagierte auf seine Art: Er attackierte die Demokratin massiv auf Twitter. Die Vertreterin des Bundesstaats New York in der Kongresskammer sei ein "Leichtgewicht", schrieb er. Vor "nicht so langer Zeit" habe sie bei ihm noch um Wahlkampfspenden "gebettelt".

Er kenne die Frauen, die ihn beschuldigten, nicht "und/oder habe sie nie getroffen", behauptete Trump. Es handle sich um "Falschnachrichten". Zuvor hatte schon ein Sprecher des Weißen Hauses gesagt, in den meisten Fällen würden die Anschuldigungen durch Augenzeugenberichte widerlegt. Er benannte die angeblichen Zeugen jedoch nicht.

Die Belästigungsvorwürfe gegen ihn würden jetzt erneuert, weil "trotz Tausender verschwendeter Stunden und vieler Millionen ausgegebener Dollar" die Demokraten keine Geheimabsprachen seines Teams mit Moskau hätten belegen können, twitterte Trump.

Die Russland-Connection wird von einem Sonderermittler untersucht, den das Justizministerium im Mai eingesetzt hat. Seine Untersuchungen führten zuletzt zu Anklagen gegen vier frühere Trump-Vertraute, darunter den zeitweiligen Nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn.

Senatorin Gillibrand bezeichnete den Trump-Tweet als "sexistische Schmiererei", mit der versucht werde, sie zum Schweigen zu bringen. Schweigen werde sie aber nicht, stellte die Demokratin klar.

als/AFP/AP



insgesamt 26 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Allein-Unter-Welpen 12.12.2017
1. Schöne Inszenierung
Nur leider so vorhersehbar. Hollywood ist halt nicht das echte Leben. Genauso wenig wie House of Cards das Weisse Haus ist. Da braucht es gerichtsfeste Beweise und die gibt es nicht. Das ist nicht nur "Pech gehabt" – das ganze Kartenhaus der Demokraten vor allem um die Clintons fällt gerade böse zusammen. Möchte garnicht wissen wie diejenigen die dachten das #MeToo ein ernsthaftes anliegen sei werden sich in ein paar Wochen fühlen werden wenn die ganzen Zusammenhänge für Alle sichtbar werden...
Draw2001 12.12.2017
2. Es wird noch Arbeit kosten....
Wenn man diesen Mann vom Thron stoßen will. Seine Versprechen sind nichts wert. Seine Worte haben eine kurze Halbwertzeit. Er ist nicht verbindlich. Eigentlich eher oberflächlich. Eigentlich muß man immer mit allem rechnen. Die Amerikaner haben den Durchschnitt gewählt. Nun, sie haben ihn bekommen.
chlorid 12.12.2017
3.
Zitat von Allein-Unter-WelpenNur leider so vorhersehbar. Hollywood ist halt nicht das echte Leben. Genauso wenig wie House of Cards das Weisse Haus ist. Da braucht es gerichtsfeste Beweise und die gibt es nicht. Das ist nicht nur "Pech gehabt" – das ganze Kartenhaus der Demokraten vor allem um die Clintons fällt gerade böse zusammen. Möchte garnicht wissen wie diejenigen die dachten das #MeToo ein ernsthaftes anliegen sei werden sich in ein paar Wochen fühlen werden wenn die ganzen Zusammenhänge für Alle sichtbar werden...
Wieso keine Beweise? Trump hat doch schon alles gestanden. Es gibt eine unwiderlegbare Tonbandaufnahme, in der er ganz klar sagt, was er als mächtiger Mann mit Frauen macht. Wenn er nicht Milliardär und Präsident wäre, sondern irgendein kleiner Mann von der Straße, dann säße er schon längst auf der Anklagebank.
tadano 12.12.2017
4. @Allein-unter-Welpen
Nein, das weiße Haus ist nicht das House of Cards. Das Haus of Cards erscheint gegenüber dem Weißen Haus wie ein Hort des Anstands und der Tugend und seine Bewohner sind nicht so dummprollig.
g.eliot 12.12.2017
5. Ominöse Andeutungen oder Clairvoyance?
Zitat von Allein-Unter-WelpenNur leider so vorhersehbar. Hollywood ist halt nicht das echte Leben. Genauso wenig wie House of Cards das Weisse Haus ist. Da braucht es gerichtsfeste Beweise und die gibt es nicht. Das ist nicht nur "Pech gehabt" – das ganze Kartenhaus der Demokraten vor allem um die Clintons fällt gerade böse zusammen. Möchte garnicht wissen wie diejenigen die dachten das #MeToo ein ernsthaftes anliegen sei werden sich in ein paar Wochen fühlen werden wenn die ganzen Zusammenhänge für Alle sichtbar werden...
Diese ominösen Andeutungen haben Sie ja schon vor ein paar Tagen hier im Forum gemacht. Ich kann ja meinen Post vom 10.12. wiederholen: Hm, Sie machen mich neugierig. Ist da jetzt eine brandneue VT im Umlauf, von welcher ich noch nichts weiß? Her damit! Teilen Sie bitte Ihre Weisheit mit uns! Bin gespannt, ob Sie diesmal antworten. Aber, hey! Vielleicht beherrschen Sie die Clairvoyance und meinen es deshalb so genau zu wissen, was kommen wird. Zu Ihrer freundlichen Info: Bill Clinton ist seit 17 Jahren eine Privatperson, Hillary Clinton seit knapp fünf Jahren in keinem Amt mehr. Woher kommt die nicht enden wollende Obsession, sich mit diesem pensionierten Ehepaar dauernd zu beschäftigen?
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.