USA Trump will auch legale Zuwanderung massiv einschränken

Der US-Präsident spricht von der "bedeutendsten Reform unseres Einwanderungssystems in einem halben Jahrhundert": Er unterstützt einen Plan, der die legale Einwanderung in zehn Jahren halbieren soll.

Tom Cotton, Donald Trump, David Perdue
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Tom Cotton, Donald Trump, David Perdue


US-Präsident Donald Trump will nicht nur die illegale, sondern auch die legale Einwanderung eindämmen. Er gab am Mittwoch seine Unterstützung für ein Gesetzesvorhaben bekannt, das die Vergabe der sogenannten Greencards - also der dauerhaften Aufenthaltsgenehmigungen - deutlich einschränken soll. Der Präsident sprach von der "bedeutendsten Reform unseres Einwanderungssystems in einem halben Jahrhundert".

Das Modell "Raise Act" sieht vor, dass über die Vergabe der Greencards nach einem Punktesystem wie in Australien und Kanada entschieden werden soll. Die Punkte bemessen die Eignungen der Anwärter. Das neue System werde solche Ausländer bevorzugen, die Englisch sprächen, bestimmte berufliche Qualifikationen mitbrächten und für sich selbst und ihre Familien sorgen könnten, sagte Trump.

Nach dem bisherigen System werden die Greencards vor allem an solche Ausländer vergeben, die familiäre Bindungen in die USA haben. Der Präsident kritisierte, dass zu viele Arbeitnehmer mit geringen Qualifikationen legal ins Land gelassen würden, die US-Bürgern die Jobs wegnähmen. Dies belaste "amerikanische Arbeiter, Steuerzahler und die Ressourcen der Gemeinden".

Erarbeitet wurde das Reformmodell bereits im Februar von den republikanischen Senatoren Tom Cotton und David Perdue, die nun bei der Präsentation im Weißen Haus anwesend waren. Bisher hat ihr Entwurf wenig Unterstützer gefunden, mit Trumps Auftritt könnte sich das ändern.

Die US-Demokraten kritisierten den "Raise Act" als unamerikanisch. Trump wolle Gemeinden auseinanderreißen und Einwandererfamilien bestrafen, die einen wertvollen Beitrag zur Wirtschaft leisten, zitiert die "New York Times" den Parteivorsitzenden Tom Perez.

Der Zeitung zufolge werden derzeit jährlich mehr als eine Million Greencards vergeben. Das Reformmodell sehe nun vor, die Zahl im ersten Jahr um 41 Prozent und im zehnten Jahr um 50 Prozent zu reduzieren. Betroffen sollen demnach vor allem Ausländer sein, die wegen familiärer Bindungen in die USA eine Greencard beantragen. Die Zahl der Greencards für qualifizierte Arbeiter - etwa 140.000 pro Jahr - solle sich nicht ändern.

Die Trump-Regierung ist in ihrem ersten halben Jahr bereits hart mit Razzien gegen illegal im Land lebende Einwanderer vorgegangen.

aar/AFP/dpa



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Angelheart 03.08.2017
1. Ja, wer will...
...denn da auch noch hin? Bin derzeit in Canada und sehe, wie es in Nordamerika auch geht! Nicht mal meine Töchter würde ich in Trump's own country zum Auslandsschuljahr schicken - da zahle ich lieber das Doppelte und sie verbringen das Jahr in Canada!
raoul2 03.08.2017
2. Der Mann dreht vollends durch
Innenpolitisch auf den "schwächsten Füßen aller Zeiten weltweit", muß nun mit aller Macht "bewiesen" werden, daß er doch noch in der Lage sein könnte, etwas von all dem, was er so großmäulig angekündigt hat, in die Tat umzusetzen. Schrecklich für all die, die sich z.B. ihre Familienzusammenführung und ein besseres Leben in den USA versprochen haben. Aber immer noch besser als ein Militärschlag gegen wen-auch-immer-auf-deser-Erde, der einen alles zerstörerischen World War nach sich ziehen könnte. Zuzutrauen wär's diesem manischen Möchtegern-Herrscher inzwischen ja, daß er allein zu seiner Gesichtswahrung die Welt in den Abgrund führt.
aurichter 03.08.2017
3. Ein Sprößling
eines Einwanderers, der durch Glück und Papas Schaffenskraft ein sorgenfreies Leben führt, der will jetzt anderen Träumern Knüppel zwischen die Beine werfen. Schon lustig. Man stelle sich vor der alte Herr wäre in den Staaten abgewiesen worden und hätte nach Deutschland oder Europa zurück gemusst? Aber als geborener "Ureinwohner" hat man dazu sicher eine andere Einstellung. Der Mann ist eine Schande - für jedes Land, man schämt sich glatt noch dafür, dass der Zeitgenosse deutscher Abstammung ist.
cyberman0815 03.08.2017
4. ja Donnie ganz ruhig und wisch dir den Schaum vom Mund
Wer sagt den das ein normal denkender Mensch die USA als Arbeitsplatz noch haben will. Denk dran zwei Mauern brauch das Land , eine im Süden und eine im Norden. Nicht das dir die Wähler oder gar Denker auswandern . ja früher wollten alle bei euch rein, durch deinen Amtsantritt ist somit eine Änderung der legalen Zuwanderung sinnlos. Es kommen von ganz allein weniger zu euch, armes Kanada all die flüchtenden in SUV-treks gen Norden. Home or the New free , während dessen südlich davon ein dummes Kind (das mal in den Haarfestigtopf fiel nachdem es 10 Flaschen Selbstbräuner getrunken hatte) lauthals " and the home of the Blöd " singt ...
bretthoven 03.08.2017
5. In 3.5 Jahren ist der Spuk vorbei.
Gratuliere, Herr Trump. Und wieder gibt es eine weitere Bevölkerungsgruppe die angegriffen wird. Frauen, Latinos, Behinderte, jetzt auch noch alle mit Greencard. Ich bin 2015 in die USA eingewandert und besitze eine ebensolche Greencard. Bis zur nächsten Wahl werde ich die Amerikanische Staatsbürgerschaft haben, und gewiss keinen Trump wählen. Das hatte ich übrigens sowieso nie vor.
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