Besuch bei der Queen Trump besteht auf Fahrt in goldener Kutsche

Donald Trump plant im Herbst einen London-Besuch - und hat laut "Times" einen speziellen Wunsch. Die Sicherheitsbehörden sind alarmiert.

Britische Königin Elizabeth II. in Kutsche
AFP

Britische Königin Elizabeth II. in Kutsche


Der neue US-Präsident mag Gold. Sehr sogar. Das beweist ein kurzer Blick in die Lobby seines Trump-Towers in New York. Bei seinem Besuch in Großbritannien, der im Herbst stattfinden soll, könnte die Vorliebe für das Edelmetall jedoch zu einem ernsthaften Sicherheitsproblem werden.

Denn Donald Trump besteht laut der britischen "Times" mit Nachdruck auf einer Fahrt in der goldenen Kutsche der Queen.

Das könnte man als einfachen Egotrip des Multimillionärs abtun. Doch bei der Fahrt über die Prachtstraße The Mall in der britischen Hauptstadt wäre der US-Präsident nur mit erheblichem Aufwand zu schützen. Vor dieser Aufgabe stehen nun die britische Polizei und der Secret Service. Denn das Weiße Haus hat klargemacht, dass die Kutschfahrt als essenzieller Teil des Besuchs wahrgenommen wird.

Auch andere, nicht unumstrittene Staatsoberhäupter haben eine solche Fahrt bereits absolviert, darunter der russische Präsident Wladimir Putin und Chinas Staatsoberhaupt Xi Jinping. Bei beiden war der Sicherheitsaufwand erheblich, jedoch wohl nichts im Vergleich zu der geplanten Trump-Visite.

Chinas President Xi Jinping mit der Queen (2015)
AFP

Chinas President Xi Jinping mit der Queen (2015)

Eine Alternative gäbe es durchaus. Trumps Vorgänger Barack Obama hatte die Fahrt zu seinem Queen-Besuch 2011 in der gepanzerten Limousine "The Beast" absolviert. Als einer der Gründe für diese Entscheidung wurden damals Sicherheitsbedenken angegeben.

Die "Times" zitiert eine namentlich nicht genannte Quelle aus den britischen Sicherheitsbehörden: "Das Auto des US-Präsidenten ist spektakulär und kann sogar einen Beschuss mit kleineren Raketen überstehen." In der Kutsche sei zwar im Idealfall Panzerglas vorhanden, das Risiko aber um ein Vielfaches höher.

Jedes Dach muss gesichert werden

Schon ohne die Kutschfahrt steht die britische Polizei vor einer gewaltigen Herausforderung. Einerseits muss sie den prominenten Besucher schützen. Andererseits wird mit massiven Protesten gerechnet - auch hier müssen die Behörden für Sicherheit sorgen und gleichzeitig das Recht auf Demonstration wahren.

Entlang der Kutsch-Route werden nach Informationen der "Times" neben den obligatorischen Hunderten Polizisten in Uniform auch zahlreiche bewaffnete Zivilbeamte postiert sein. Jedes Dach, das sich in Scharfschützenentfernung befindet, wird besetzt sein.

Zudem plant die Polizei schon jetzt Hausbesuche bei ihr bekannten Fanatikern, denen zugetraut wird, den US-Besuch in irgendeiner Form zu stören.

jok

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