Lüge über zentrales Wahlversprechen Trump will "Mexiko zahlt die Mauer" nie gesagt haben

Selbst für Donald Trumps Verhältnisse ist diese Lüge bemerkenswert: Angeblich hat er nie gesagt, dass Mexiko für die Grenzmauer zahlt - behauptet er. Die "Washington Post" hat 212 Gegenbeweise gefunden.

Donald Trump
AFP

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Die Mauer zu Mexiko war eines der zentralen Wahlkampfversprechen von US-Präsident Donald Trump. "Ich werde eine große, große Mauer bauen - und Mexiko wird mir diese Mauer bezahlen", sagte er, so oder in ähnlicher Form viele Male während des Wahlkampfs und auch noch, als er bereits im Amt war.

Nun hat er vor Journalisten behauptet, er habe nie gesagt, dass Mexiko ihn direkt für die Mauer bezahlen würde. "Natürlich hab ich das nie gesagt, ich meinte nie, dass sie einen Scheck schreiben würden. Ich habe gesagt, sie werden dafür zahlen. Das werden sie."

Das ist falsch. Die "Washington Post" hat nach eigenen Angaben 212 Gegenbeweise gefunden. Zum Beispiel in einem Interview mit dem US-Fernsehsender Fox News 2016 im Vorwahlkampf; damals sagte Trump: "Sie werden für die Mauer zahlen. Werden sie. Vielleicht werden sie uns sogar einen Scheck schreiben."

Zurzeit befinden sich Teile der US-Regierung im sogenannten "Shutdown". Das bedeutet, dass eine Haushaltssperre für mehrere Ministerien verhängt wurde, da das Budgetgesetz nicht rechtzeitig beschlossen wurde. Grund: Trump besteht auf fünf Milliarden Dollar für seine Mauer, die Demokraten wollen aber nicht einlenken. Bis November hatten die Republikaner die Mehrheit in beiden Häusern des Kongresses, dennoch versuchten auch sie nie, das Geld der Steuerzahler für den Mauerbau zu verwenden.

Trump-Auftritt im Mai 2018 im Video: "Mexiko wird für die Mauer bezahlen"

REUTERS

Über die vergangenen zweieinhalb Jahre hat Trump mehrere Konzepte vorgestellt, wie Mexiko für die Mauer zahlen könnte:

  • Im Wahlkampf drohte er etwa, Geldüberweisungen von Mexikanern, die in den USA arbeiten, nach Mexiko künftig zu verbieten. So solle die mexikanische Regierung dazu gezwungen werden, den USA für die Mauer fünf bis zehn Milliarden Dollar direkt zu zahlen. Die "Washington Post" hat das Dokument veröffentlicht.
  • Laut "Washington Post" gab es auch andere Überlegungen, Mexiko dazu zu zwingen, für die Mauer zu zahlen, zum Beispiel indem keine Visa mehr ausgestellt werden.

Inzwischen behauptet Trump, dass Mexiko durch das neu verhandelte Handelsabkommen indirekt für die Mauer aufkommen werde. Laut der Website "Politifact" ist diese Argumentation zumindest mangelhaft: Demnach sei das Abkommen mit Mexiko und Kanada noch nicht ratifiziert worden. Außerdem seien keine neuen Zölle auf mexikanische Waren vereinbart worden.

höh



insgesamt 172 Beiträge
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Seite 1
Jota.Nu 11.01.2019
1. Aktion "Rolle rückwärts" gestartet...
...jetzt dürfen wir alle gespannt sein, was er seiner Basis bietet, um da wieder heraus zu kommen. Ich bin fast geneigt mich bei Twitter anzumelden... .
claus7447 11.01.2019
2. Die Steigerung
Die lügenlüge. Eigentlich sollte das ja nach Donald's Ansicht wie minus x minus = plus laufen. Ist aber wie minus + minus = doppel minus. Donny, tritt zurück, es ist nur noch peinlich.
mucschwabe 11.01.2019
3.
Vielleicht ist er ja wirklich dement. Ernsthaft jetzt.
wokri 11.01.2019
4. Das glaub ich jetzt nicht
Ich habe das bestimmt 20 mal im Fernsehen unter anderem Fox bei Wahlkampfauftritten gesehen und gehört. Klar hat er das gesagt.
claudio_im_osten 11.01.2019
5. Wir erleben den Showdown...
...eines ziemlich irren Präsidenten. Viele amerikanischen Wähler/-innen wollten's so - richtig leid tun sie mir nicht.
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