US-Regierung Auch Sicherheitsberater McMaster offenbar vor dem Rauswurf

Die nächste Personalie der Trump-Regierung: Medienberichten zufolge will sich der US-Präsident auch von seinem nationalen Sicherheitsberater McMaster trennen. Im Weißen Haus herrscht Verunsicherung.

McMaster auf der Sicherheitskonferenz in München
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McMaster auf der Sicherheitskonferenz in München


Über eine Ablösung des Dreisternegenerals Herbert Raymond McMaster wird seit Wochen spekuliert. Nun soll sie offenbar beschlossene Sache sein - auch wenn das Weiße Haus das noch nicht offiziell bestätigen will. Die "Washington Post" berichtete, Trump führe bereits Gespräche über einen Ersatz für McMaster. Er wolle sich aber noch Zeit lassen, um dessen "Demütigung" zu vermeiden.

Die "New York Times" hatte zuvor Ähnliches berichtet und auch den Namen von Stabschef und Ex-General John Kelly zu den Personalspekulationen hinzugefügt. In den Berichten der Zeitungen und des Senders CNN heißt es, Trump wolle sich nur noch mit Beratern umgeben, die weniger widersprächen und eine völlig auf ihn zugeschnittene Politik komplett mittrügen.

McMaster war ins Amt gekommen, nachdem der von Trump höchst geschätzte Sicherheitsberater Michael Flynn - ebenfalls Ex-General - im Februar 2017 zurücktreten musste. McMaster gilt als sehr belesen und vergleichsweise moderat. Trump und er sollen sich persönlich nie gut verstanden haben.

Wer nach ihm nun nationaler Sicherheitsberater werden soll, ist offen. Als Kandidat wird auch der ehemalige Botschafter der USA bei den Vereinten Nationen gehandelt, John Bolton.

In den vergangenen Tagen hatten Rauswürfe im Weißen Haus bereits für Schlagzeilen gesorgt. So verlor Wirtschaftsberater Gary Cohn seinen Posten. Besonders die abrupt vollzogene Demission von Außenminister Rex Tillerson warf Fragen auf. So soll er erst durch einen Tweet des Präsidenten von seiner Kündigung erfahren haben. Am gleichen Tag musste auch noch Trumps persönlicher Assistent John McEntee gehen.

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"Washington Post" und "New York Times" berichteten, dass viele im Weißen Haus nun verunsichert seien. Trump aber genieße das sehr, fühle sich im Amt immer wohler und werte jüngste Ankündigungen als große Erfolge. Dazu zähle er Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte und die Ankündigung eines Gesprächs mit Nordkoreas Diktator Kim Jong Un.

Videoanalyse: Trumps One-Man-Show

SPIEGEL ONLINE;dpa

vks/dpa/AFP

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alternativlos 16.03.2018
1. TrumPutins Familiendogma
„Anführer a la TrumPutin haben das Volk belogen, betrogen und verraten, aber ihre Familien nie im Stich gelassen.“ Wenn jemand mit dem internationalen verfassungsrechtlichen Grundsatz des besonderen Schutzes der Familie auf diese Art und Weise mit den Bürgern spielt, spaltet er Familien in Clans auf und, viel schlimmer, entwürdigt die Menschen, die gar keine Familie mehr haben (dürfen; können; sollen; müssen) Eine solche Philosophie ist zutiefst menschenverachtend, spricht sie doch nur der Familie das „Geburtsrecht auf Leben“ zu und verleiht ihnen im Ergebnis eine Kardinalität zueinander. Dieses ist mit der Würde des Menschen unvereinbar und zutiefst besorgniserregend.
jowi.krause 16.03.2018
2. Trumpeltier hat nichts verstanden
Er macht immer weiter seine Show "Hire ' Fire". Der Mann ist offensichtlich nicht zurechnungsfähig und Gefahr - für seine Mitarbeiter und für uns alle. Ein Horrorfilm!
Rassek 16.03.2018
3. No Prob
Es laufen genug herum, die keine Ahnung haben und den Platz mit ein wenig Kenntnis in Russenbashing und allgemeiner Ausländerwut füllen.
nordschaf 16.03.2018
4. Wow!
Das Tempo, in dem Hr. Trump am Rad dreht, erhöht sich weiter. Da kann man ja drauf warten, wie lange das noch geht. Dass er sich jetzt so richtig wohl fühlt, wo er "White House Apprentice" mit hochkarätigeren Leuten als er selbst, spielen kann, wundert mich gar nicht. Da kann man mal live sehen, wo eine eklatante Schwachstelle von Demokratie ist: man kann sich auch einen ambitionierten Diktator, dementen Schauspieler oder Größenwahnsinnigen an die Regierung wählen. Der Vorteil gegenüber einem entsprechenden König ist eigentlich nur die - hoffentlich - Begrenzung der Amtszeit.
von111derletzte 16.03.2018
5. The friends of Mister Trump
Bei diesem Hühnerhaufen braucht man sich die Namen der US-Funktionäre nicht mehr zu merken. Bevor man die Namen all' dieser "Talente" verinnerlicht hat, sind die Lakaien auch schon wieder entsorgt. Nur die Duckmäuser bleiben. USA is so great. Vielleicht kann man ja in SPON die Neubesetzungen umgehend in einer Duckmäuserskala einordnen, dann wüsste man tendenziell, welche Namen sich zu merken lohnt.
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