Nach Gipfel in Helsinki Trump will Putin im Herbst treffen

Der Auftritt von Donald Trump in Helsinki sorgte für Entrüstung - bei Demokraten wie Republikanern. Nun hat der US-Präsident ein zweites Treffen mit Russlands Präsident Putin für den Herbst veranlasst.

Donald Trump und Wladimir Putin
AFP

Donald Trump und Wladimir Putin


Trotz der vernichtenden Kritik nach dem Gipfel in Helsinki will US-Präsident Donald Trump den russischen Präsidenten Wladimir Putin erneut zu einem bilateralen Gipfel treffen. Helsinki sei ein "großer Erfolg" gewesen, schrieb Trump auf Twitter. Nur die "wahren Feinde des Volkes, die 'Fake News'-Medien", sähen dies nicht so.

Unterdessen teilte die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, auf Twitter mit, Trump habe den Nationalen Sicherheitsberater John Bolton gebeten, Putin im Herbst nach Washington einzuladen.

Trump hatte zuvor geäußert, er freue sich auf einen zweiten Gipfel mit Putin, um mit der Umsetzung einiger der "vielen bereits besprochenen Dinge zu beginnen". Als Themen nannte er den Kampf gegen Terrorismus und Cyberattacken, die Lage im Nahen Osten und in der Ukraine, Handelsfragen und die Eindämmung der Verbreitung von Atomwaffen. Alle diese Probleme ließen sich lösen, auch wenn die Antworten in manchen Fällen schwierig seien, twitterte Trump.

Sein Auftritt mit Putin in der finnischen Hauptstadt hat in den USA parteiübergreifend für Entrüstung gesorgt. Bei einer Pressekonferenz mit dem russischen Präsidenten hatte Trump es vermieden, die nach einhelliger Erkenntnis der US-Geheimdienste von Russland verübten Cyberattacken auf die US-Demokraten während des Wahlkampfs 2016 zu verurteilen. Stattdessen bewertete er Putins Beteuerung, Russland habe nichts mit diesen Hackerangriffen zu tun gehabt, als "extrem stark und kraftvoll".

Selbst manche Unterstützer Trumps warfen ihm daraufhin einen Kotau gegenüber Putin vor. Der US-Präsident verteidigte sich nach seiner Rückkehr nach Washington, indem er behauptete, sich bei der Pressekonferenz versprochen zu haben, und indem er sich zu den US-Geheimdiensten bekannte.

In einem Interview des Senders CBS News beteuerte der US-Präsident zudem, er habe Putin bei ihrem Vier-Augen-Gespräch "sehr deutlich" wissen lassen, dass "wir keine Einmischung haben können, dass wir nichts dergleichen haben können".

Putin weist Kritik am Gipfel zurück

Wladimir Putin wies die Kritik am Treffen zurück. Es gebe "mächtige Kräfte" in den USA, die den Erfolg des Treffens sabotieren wollten, sagte Putin vor ausländischen Diplomaten. "Dennoch wurde begonnen, den Weg zu positiven Veränderungen einzuschlagen."

Diese "Kräfte" seien bereit, die amerikanisch-russischen Beziehungen zugunsten eigener innenpolitischer Ambitionen zu opfern, sagte der russische Präsident. Ebenso seien sie offenbar bereit, Hunderttausende US-Arbeitsplätze zu opfern und den Unternehmen und der Sicherheit der USA zu schaden. Namen nannte Putin keine.

asa/AFP



insgesamt 140 Beiträge
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juba39 19.07.2018
1. Können wir bitte wieder runterkommen?
Nicht nur, daß Trump der Welt erklären muß, was für ihn und Putin wichtig ist: Syrien, Ukraine, Atomwaffen, Terrorismus, Golan. Inzwischen reihen sich weltweit die Medien (die Politiker der USA getrost vergessen) schon mit einem Pornostar in das Trumpbashing ein. Ist das gestandenen Journalisten nicht peinlich? Selbst Putin, der heute die außenpolitische Linie für russische Diplomaten vorgegeben hat, muß hinter solchen Peinlichkeiten zurückstehen. Warum hört man eigentlch von Merkel, Maas und Co so wenig bis gar nichts? Wenigsten haben sich solche Leute wie Röttgen und Kujat klar POSITIV zum Gipfel positioniert, ohne in Peinlichkeiten zu verfallen. Werte Redaktion. Wenn ich nicht schon vor Jahren mein Abo des Spiegel beendet hätte. Spätestens jetzt würde ich es tun. Und damit das nicht falsch verstanden wird. Ein Familienmitglied - Politikwissenschaftler, orientiert sich nach seiner Spiegel-Epoche jetzt auch lieber online und weltweit
hardy.stiefel 19.07.2018
2. Hoffentlich bald
Hat alles einen schönen Unterhaltungswert. Denn die Grammatik und Deutungsversuche wird auch dann viele Zeitungsseiten füllen. Aber sonst kann ich mir nichts vorstellen, was wohl geklärt werden könnte. Denn ich glaube nicht, dass anschließend die "Grünen Männchen" in der Ukraine wieder hinter die Grenze beordert werden.
amon.tuul 19.07.2018
3. Leute...
ich lese seit Jahren Beiträge über die US-Politik, die eins gemeinsam haben: Sie verbreiten Empörungstiraden, in die schlichte Gemüter gern einstimmen. Mir fehlen realistische Analysen der Vorgehensweise der US-Führung. Trump ist ein Mosaiksteinchen, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Politiker zu unterschätzen, sie für dumm zu halten ist ja bekanntlich eine Methode, um die Öffentlichkeit abzulenken oder zu beschäftigen. Wofür steht Trump nun im Effekt? a) er hat der US-Politik weitaus mehr internationale Beinfreiheit verschafft als seit Jahrzehnten b) die "Verbündeten" der USA tun das, was die USA wollen, sie ändern auch ihre Politik entsprechend der Vorstellungen der USA. Ein schönes Beispiel für "good boy bad boy" Theeater war das NATO Treffen. Die "Verbündeten" machen was Amerika will, die Medien in Deutschland z.B. beschwören "transatlantische Treueschwüre" bis zur Selbstverleugnung. c) die EU existiert nur noch auf dem Papier
lupo44 19.07.2018
4. Man kann nur die Daumen drücken das es den Beiden Gelingt......
trotz aller Unkenrufe diese bilaterialen Gespräche auf der Basis der friedlichen Koexistenz fort zu führen.Und Deutschland sollte endlich politisch seinen Frieden schließen mit beiden Ländern.Frieden heißt in diesem Fall auf zu hören immer und immer wieder gegen Beide politische Haltungen an den Tag zu legen die uns überhaupt nicht gut zu Gesicht stehen.Beide Länder haben sich so oder so verdient gemacht um Deutschland und dessen Fortbestand nach den verherenden Weltkrieg. Daran sollten wir immer wieder denken.Das ist genau so wichtig wie die Erinnerung an den Holocoust.
hdwinkel 19.07.2018
5. Innenpolitik
In einem Punkt haben sowohl Trump, als auch Putin recht: Es geht schon seit geraumer Zeit nicht mehr um zielgerichtete Politik, sondern nur noch um Stellvertreterkämpfe. Nichts eignet sich da besser als Russland als der äußere Feind, der die eigene Gruppe eint und hilft ganz andere, eigene Interessen durchzusetzen. So ist es in Amerika, in der die auseinanderdriftende Bevölkerung nur noch über gut abgehangene Feindbilder zusammengehalten werden kann, so ist es in der EU, in dem Russland mittlerweile das einzige Thema ist, in dem soetwas wie Einigkeit zwischen Ost- und Westeuropa herrscht. Die 'eigenen' Medien wie SPON überbieten sich inzwischen auch in Absurditäten, wie z.B. aus einem Gegenstatement von Trump eine Eilmeldung zu generieren, wie gestern geschehen. Ja gehts noch? Ja, mit Putins nationalistischer Politik muß man sich auseinandersetzen. Aber er ist nicht der personifizierte Teufel, zu dem er aus oben geschilderten Gründen gemacht wird. Auch Trump selbst ist nicht als Unglück vom Himmel gefallen, auch wenn viele nun so tun, als ob in Amerika vor Trump eine heile Welt existiert hat. Nein, hat sie nicht. Unter Obama wurden illegale Kriege geführt, die halbe Welt nachgewiesenermaßen bespitzelt und sich direkt in die Regierungsbildung anderer Staaten eingemischt, siehe 'F*ck the EU' Frau Nyland und deren Kandidaten Jazenjuk in der Ukraine.
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