"Families belong together" Zehntausende protestieren gegen Trumps Einwanderungspolitik

In mehreren Großstädten in den USA sind Tausende Menschen gegen Trumps Einwanderungspolitik auf die Straße gegangen. Der Präsident wetterte über Twitter gegen "radikale linke Demokraten".

Proteste gegen Trumps Einwanderungspolitik in Washington
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Proteste gegen Trumps Einwanderungspolitik in Washington


Zehntausende Menschen haben in Dutzenden US-Städten gegen Donald Trumps Einwanderungspolitik protestiert. Die Demonstranten, darunter zahlreiche Politiker der oppositionellen Demokraten, wandten sich unter dem Motto "Families belong together" ("Familien gehören zusammen") vor allem gegen das Trennen von Flüchtlingsfamilien.

"Schande", riefen viele Demonstranten in Washington D.C. vor dem Weißen Haus immer wieder. Donald Trump hielt sich während der Proteste nicht in der Hauptstadt auf. "Wir sind hier, weil Kinder in Einwanderungshaft keine Wahl haben", sagte Helen LaCroix, Teilnehmerin der Proteste in Washington.

Dort solidarisierten sich auch Prominente mit den Demonstranten, darunter die Sängerin Alicia Keys. In der Nähe des Weißen Hauses hatte sich eine kleine Gruppe Gegendemonstranten eingefunden, die die Ausländerpolitik des Weißen Hauses gutheißen.

Kinder länger in Haft als zuvor erlaubt

Trump vertritt eine "Null-Toleranz-Politik", mit der die US-Behörden illegale Einwanderer an der Südgrenze zu Mexiko zurückhalten wollen. Die Familientrennungen waren zwar vorübergehend beendet - jedoch nur, um Eltern und Kinder gemeinsam einzusperren.

Somit werden die Kinder nun länger festgehalten, als bisher gesetzlich erlaubt - nämlich so lange, bis das Einwanderungsverfahren abgeschlossen ist. Bisher durften Kinder nicht länger als 20 Tage in der Einwandererhaft festgehalten werden.

Ein neues umfassendes Migrationsgesetz scheitert bislang an Widerständen im Parlament. Insgesamt wurden in den vergangenen Wochen mehr als 2500 Minderjährige von ihren Familien getrennt. Die teils vor Gericht erzwungene Wiedervereinigung von Eltern und Kindern verläuft schleppend.

Die Demonstrationen starteten zunächst an der US-Ostküste, später kamen auch Märsche an der Westküste hinzu, etwa in Los Angeles. In der Hauptstadt Washington gingen rund 50.000 Menschen auf die Straße.

Trump wettert gegen "radikale linke Demokraten"

Auch in Boston gab es eine Großkundgebung, auf der unter anderem die Senatorin Elizabeth Warren von den Demokraten sprach. Sie forderte eine neue Aufgabenbeschreibung für die Polizeibehörde Immigration and Customs Enforcement (ICE). Deren Beamte waren immer wieder durch als überhart empfundenes Durchgreifen gegen Migranten aufgefallen.

Trump meldete sich am frühen Nachmittag über Twitter zu der Debatte um die ICE zu Wort. Er lobte den Einsatz der Beamten in höchsten Tönen und gab seine Zusage, die Behörde intakt zu halten. Den "radikal linken Demokraten" warf er vor, neben der ICE auch die gesamte Polizei abschaffen zu wollen.

Melania Trump besuchte unterdessen in den letzten Tagen zwei Einwanderungszentren, in denen Familien festgehalten werden. Dort traf sie mit illegalen Einwanderern und deren Kindern zu Gesprächen zusammen. Sie hatte sich bereits zuvor kritisch gegenüber den Familientrennungen gezeigt.

ans/dpa/AP



insgesamt 32 Beiträge
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Seite 1
amon.tuul 30.06.2018
1. Zehntausend protestieren
und hundert Milionen finden es ok. Steht 1 zu zehntausend also.
Heinrich52 30.06.2018
2. Nicht nachvollziehbar
Es geht nicht dass Menschen unkontrolliert über die Grenze kommen. Die Demokraten Instrumentalisieren diese Geschehnisse. siesind doch gegen eine Grenzsicherung und benutzen diese Kinder für ihre Zwecke. Das ist feige und unverschämt. Es ist ein Widerspruch ihrer Handlung, einerseits sind sie dafür, dass Kinder im Mutterleib getötet werden dürfen und andererseits ist man gegen die Verhaftung von illegalen Einwanderern. Dabei handeln die Politisten nach dem Gesetz das die vorherigen Präsidenten nicht angewandt hatten. Sie blockieren sogar im Senat ein Gesetz das illegale Einwanderung verhndern sollen. Es iust6 heuchlerisch und gemein.
frank-xps 30.06.2018
3. Ach schau
Da ist das Forum offen, Da sollen nun alle ihre „Meinung“ ganz offen sagen so geben Trump da ist ausländerfeindlichkeit auf eins mal ganz toll. Der ist ja ganz dolle böse und sagt ständig die Unwahrheit, darum haben auch die Schweden diese humanitäre Großmacht die Grenzen kontrolliert und stellen nun verwundert fest, dass viel derer welchen in ihrer Heimat offiziell Verfolgung und mehr drohte offensichtlich kein Problem hatten heimaturlaub zu Machen. Was sagen eigentlich all jene die im Zweifel immer links der Mitte sind?
cat69 01.07.2018
4. Zehntausende von 300.000.000
Was soll man noch sagen.
capote 01.07.2018
5. Es macht keinen Sinn...
Es macht keinen Sinn Industriearbeitsplätze von Mexico und die USA rück zu verlegen, wenn die Arbeiter aus Mexico gleich mitkommen und die US-Amerikaner leer ausgehen.
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