Weißes Haus Eigenes Team klebt Trump-Dokumente zusammen

Alle Papiere, die durch die Hände des US-Präsidenten gehen, müssen archiviert werden. Doch es gibt ein Problem: Laut einem Medienbericht zerkleinert Trump Briefe und Memos - seine Mitarbeiter haben deshalb viel zu tun.

Donald Trump unterzeichnet Dokument
REUTERS

Donald Trump unterzeichnet Dokument


Jeder Brief, jede Notiz, jegliches Papier, das über den Schreibtisch des US-Präsidenten geht, muss archiviert werden. So sieht es der "Presidential Records Act" vor. Für die Mitarbeiter der zuständigen Dokumentationsabteilung war das unter den meisten Präsidenten auch kein Problem. Sie sammelten die Papiere und gaben sie an das Nationalarchiv in Washington weiter. Doch Donald Trump hat eine spezielle Angewohnheit, welche die Arbeit der Archivare stark verändert hat.

Trump zerreißt und zerkleinert Papiere, wenn er sie gelesen hat - teilweise bleibt nicht mehr als Konfetti übrig, berichtet die US-Nachrichtenseite "Politico". Die Schnipsel landeten dann auf dem Boden des Oval Office oder im Papierkorb. Die Dokumentationsabteilung muss sie dann wieder mühsam mit Klebeband zusammensetzen.

"Es ist wie ein Puzzle", sagt Solomon Lartey, der unter der Trump-Regierung für einige Zeit als "records management analyst" arbeitete und mit einem ganzen Team die kleinen Papier-Teilchen zusammenfügte.

In den Papierüberresten befinden sich nicht nur Briefe oder Einladungen, sondern auch Zeitungsseiten, auf denen Trump Notizen machte oder einzelne Worte einkringelte.

Trump kann Angewohnheit nicht ablegen

Selbst gutes Zureden half beim US-Präsidenten offenbar nicht. Die Mitarbeiter im Weißen Haus mussten einsehen, dass sie Trump von seiner Gewohnheit nicht abbringen konnten. Also entschieden sie sich, die Schnipsel einzusammeln und an das Dokumentationsteam weiterzuleiten.

"Ist das euer Ernst?", habe er seinen Abteilungsleiter gefragt, als er mit dieser Aufgabe konfrontiert wurde, sagt Reginald Young Jr., ein weiterer Mitarbeiter im Team. "Wir verdienen 60.000 Dollar im Jahr, wir sollten wichtigere Dinge tun, als das." Das Weiße Haus nahm zu dem Bericht keine Stellung, berichte "Politico".

Lartey und Young arbeiten seit April übrigens nicht mehr in der Abteilung. Sie wurden kurzfristig entlassen.

mho

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