Trump zu Waffen an Schulen "Problem gelöst"

US-Präsident Trump findet offenbar Gefallen an seiner Idee, Lehrer an Schulen künftig mit Waffen auszustatten. Diese würden sofort schießen - "Feiglinge" unter den Amokläufern soll das abhalten.


Nach dem Massaker an der Douglas High School in Parkland, Florida, drängen Schüler auf eine Verschärfung des Waffenrechts. US-Präsident Donald Trump hält davon allerdings wenig - im Gegenteil. Sein Vorschlag: Lehrer an Schulen könnten künftig selbst Waffen tragen.

Wie er sich das genau vorstellt, präzisierte er am Donnerstag in mehreren Tweets. Er habe niemals gesagt, man solle Lehrern Waffen geben, so wie es CNN und NBC berichtet hätten, schrieb Trump. Er habe gesagt, man müsse die Möglichkeit prüfen, ob Lehrer, die mit Waffen vertraut seien und ein spezielles Training hätten, diese verdeckt tragen könnten.

Wenn ein potenzieller Täter wisse, dass es an einer Schule eine große Anzahl von Lehrern gebe, die mit Waffen vertraut seien und sofort schießen würden, würde er die Schule niemals angreifen, fügte er hinzu. "Feiglinge werden nicht dorthin gehen... Problem gelöst. Man muss offensiv sein, Verteidigung allein funktioniert nicht."

Trump hatte den Vorschlag am Mittwoch bei einem Treffen mit Angehörigen und Überlebenden von Schulmassakern aufgebracht, darunter auch Betroffene des Amoklaufs in Parkland. Für das Gespräch mit den Jugendlichen hatte er einen Spickzettel dabei, der abfotografiert wurde und seitdem im Netz diskutiert wird. Als letzter Punkt war darauf aufgelistet: "Ich verstehe euch."

Um weiteren Tragödien vorzubeugen, wollen Trump und seine Berater prüfen, ob die sogenannten Background Checks für Käufer von Schusswaffen verbessert werden können. Die zentrale Datensammlung, mit deren Hilfe Waffenverkäufer ihre Kunden auf mögliche Vorstrafen überprüfen, soll ausgebaut werden. Bislang ist sie oft fehlerhaft, weil Behörden Einträge nicht weiterreichen. (Mehr zu den Plänen des Präsidenten lesen Sie hier.)

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Trump trifft Schüler aus Parkland: "Ich verstehe euch"

vks/dpa

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bigroyaleddi 22.02.2018
1. Konnte man etwas anderes erwarten?
Jetzt legt er also noch nach, Lehrer sollen sich bewaffnen. Da kann ich nur fragen, in welchen Horizonten lebt der und die Waffenlobby. Das heisst für mich als Mitteleuropäer doch nur, dass man sich in den USA selber bewaffnen muss, um irgendwelche Gangster oder Psychopathen direkt selber eliminieren muss. Wenn dies das amerikanische Rechtsverständnis ist - dann vielen Dank auch.
DerHerrMustermann 22.02.2018
2. Und wann...
...werden endlich auch alle Schüler bewaffnet? Ich finde, dass das ganz im Sinne der amerikanischen Verfassung ist und sicherlich hätte auch Jesus das begrüßt. Insofern: Check! Am besten schickt man die ABC-Schützen erst mal zur militärischen Grundausbildung, packt sie dann in Panzerweste und Stahlhelm und ab gehts in die Grundschule. Dort üben die kleinen dann die Grundrechenarten oder lesen "Puh der Bär", während die Lehrer mit M16 im Anschlag im Klassenzimmer auf und abmarschieren. Willkommen im Failed State USA!
Guenter Retkowski 22.02.2018
3. No fan of Trump
das wurde leider mal wieder schlecht aus dem Englischen uebersetzt. Cowards werden nicht nur Feiglinge genannt, sonders im Englischen auch Leute, die hinterhaeltig sind, und Boeses im Schilde fuehren - und so hat’s Trump wohl auch gemeint - Insofern ist Trumps Aussage etwas aus dem Kontext - dennoch eine irre Steilvorlage fuer die NRA , kuenftig Lehrer zu bewaffnen. Keine Frage, der Mann muss weg.
.22hornady 22.02.2018
4. Richtig
Angesichts der Millionen legaler und illegaler Waffen in den USA und der Tatsache, dass der 2nd Amendment niemals fallen wird, ist Trumps offensive Strategie richtig. Entsprechend ausgebildetes Personal kann einen Amoklauf mit dem einzig in diesem Fall zur Verfügung stehenden Mittel stoppen: Gegenwehr! Im günstigsten Fall kommt es so erst gar nicht zu Opfern, im realistischen Szenario kann so die Opferzahl reduziert werden. Das ist zwar nicht die optimale Lösung, aber eine gangbare. Zu fordern, dass alle Waffen in den USA aus Privatbesitz abzugeben seien ist unrealistisch.
bayerns_bester 22.02.2018
5. Unfassbar
Wenn es nicht so traurig wäre, müsste man angesichts dieser Aussagen des POTUS schallend lachen. Der größte "Sicko" des Landes residiert offensichtlich im Weißen Haus. Allmählich könnte man mal nachdenken, ob dieser Präsident nicht "unfit" für die Amtsführung ist. Welcher bahnbrechende Vorschlag zur Verhinderung derartiger Vorfälle kommt als nächstes? Ich hätten einen: Abschaffung aller Schulen. Keine Schulmassaker mehr! Bingo! Problem solved!
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