Trumps Anwalt droht Kritiker "Ich weiß bereits, wo du wohnst"

Donald Trump gerät wegen der Russland-Affäre zunehmend unter Druck. Ein Rentner gibt dessen Anwalt deshalb den Rat, den US-Präsidenten nicht länger zu vertreten. Der reagiert mit wüsten Beschimpfungen.

Marc Kasowitz
AP

Marc Kasowitz


Unter dem Druck der Russland-Affäre hat der Anwalt von US-Präsident Donald Trump, Marc Kasowitz, einen Kritiker mit einem Schwall vulgärer Beschimpfungen und Drohungen überschüttet. Inzwischen hat er sich für seine Äußerungen entschuldigt.

Der Mann hatte Kasowitz in einer E-Mail aufgefordert, den Präsidenten nicht mehr zu vertreten. Der Anwalt antwortete darauf mit zwei Mails, in denen er den Kritiker wüst beleidigte und ihn warnte, er solle achtgeben. Kasowitz drohte: "Ich weiß bereits, wo Du wohnst. Ich habe Dich im Blick. Du wirst mich sehen. Das verspreche ich. Bruder." Außerdem beschimpfte Kasowitz den Kritiker als Schlampe und ein Stück Scheiße.

Die Mails wurden von der Website "ProPublica" veröffentlicht. Der Kasowitz-Kritiker sagte der Plattform, er sei derart alarmiert über die Mails gewesen, dass er die Bundespolizei FBI kontaktiert habe. Bei dem Mann handelt es sich nach Angaben der Website um einen pensionierten PR-Experten.

Kasowitz: Es war ein langer Tag

Kasowitz entschuldigte sich in einer Mail, die sein Sprecher an "ProPublica" sandte. Er hätte nicht in dieser unangemessenen Weise auf die Kritik reagieren sollen, heißt es darin. Er würde gern die Uhr zurückdrehen, aber natürlich könne er das nicht. Kasowitz kündigte an, er wolle sich bei dem Mann auch noch persönlich in einer Mail entschuldigen.

Der Kasowitz-Sprecher fügte hinzu, dass die E-Mail mit der Kritik seinen Chef am Ende eines langen Tages erreicht habe, der um 22.00 Uhr noch nicht vorbei gewesen sei. Aber natürlich sei dies keine Entschuldigung.

Der Pitbull des Präsidenten

Der Druck auf Trump und damit auch seinen Anwalt war in den vergangenen Tagen durch die Enthüllungen über den ältesten Präsidentensohn nochmals gewachsen. Donald Trump junior hatte sich im vergangenen Jahr inmitten des Wahlkampfs mit einer russischen Anwältin getroffen - offenbar in der Erwartung, belastendes Material über die Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton zu erhalten, das angeblich vom russischen Generalstaatsanwalt stammen sollte.

Nach Informationen der "New York Times" sollen diese Enthüllungen zu Spannungen zwischen Trump und Kasowitz geführt haben. Der Anwalt vertritt Trump seit 15 Jahren. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte ihn kürzlich als Pitbull des Präsidenten beschrieben.

koe/AFP

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