Carter Page FBI durfte Trumps Berater überwachen

Wegen seiner Kontakte nach Russland soll Trumps Ex-Berater Page ins Visier des FBI gerückt sein: Einem Bericht zufolge hatte die Behörde den Verdacht, er arbeite als Agent Russlands.

Carter Page
AP

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Carter Page hat aus seiner Haltung zu Russland nie einen Hehl gemacht. Nach der Maidan-Revolution 2014 warb er für Verständnis für Moskaus Vorgehen auf der Krim und in der Ostukraine. Als Investmentbanker arbeitete er mehrere Jahre in Moskau und machte Geschäfte im Umfeld des russischen Gazprom-Konzerns. Da passt es ins Bild, dass er auch als Berater des damaligen US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump weiter Kontakte pflegte und für Treffen nach Russland gereist sein soll.

Bereits im Sommer vergangenen Jahres soll wegen dieser Verbindungen das FBI die Überwachung seiner Kommunikation beantragt haben, berichtete nun die "Washington Post" unter Berufung auf Regierungsmitglieder. Die Behörde habe einen Gericht überzeugt, dass es einen hinreichenden Verdacht gebe, dass Page ein Agent Russlands sei. In dem Antrag auf Überwachung werden demnach Kontakte zwischen Page und einem russischen Agenten aus dem Jahr 2013 zitiert.

Das FBI untersucht mögliche Verbindungen von Trumps Wahlkampfteam zur russischen Regierung. Im Kern geht es dabei um die Frage, ob Kontakte so weit reichten, dass Menschen in Trumps Umfeld vorab über die mutmaßlichen russischen Hackerangriffe auf die Demokraten informiert waren - allerdings ist bislang nur wenig über Details der Ermittlungen bekannt. Dem Bericht zufolge wäre die gerichtliche Anordnung zur Überwachung der bislang deutlichste Beweis dafür, dass das FBI Grund zur Annahme hatte, dass ein Berater Trumps über Verbindungen zu russischen Geheimdiensten verfügte.

Page war im März 2016 zu Trumps Wahlkampfteam gestoßen. Der heutige US-Präsident nannte ihn einen außenpolitischen Berater. Eine Sprecherin Trumps beschrieb seine Rolle später als "informell". Während des Wahlkampfs soll er in Moskau auch den Vertrauten von Präsident Wladimir Putin, Igor Setschin, und Vertreter der Präsidialverwaltung getroffen haben. Bestätigt sind diese Berichte nicht.

Page weist die Vorwürfe zurück. "Ich habe nichts zu verstecken", sagte Page am Dienstag in einem Interview. Der Bericht bestätige nun alle seine "Vermutungen über nicht gerechtfertigte politische Überwachung der Regierung." Das Weiße Haus und das Justizministerium äußerten sich nicht zu dem Bericht.

Trump und die Russen - Chronologie der Affäre

brk/dpa



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