Nach rassistischer Trump-Aussage Botswana will wissen, ob es auch "als Drecksloch-Land angesehen wird"

Auch das südafrikanische Botswana kritisiert die angebliche Äußerung von US-Präsident Trump, in Afrika gebe es etliche Länder, die "Dreckslöcher" seien. Die Regierung will nun wissen: Sind auch wir gemeint?

Justizpalast in Gaborone, der Hauptstadt von Botswana
PIHAVAARA/ EPA/ / REX/ SHUTTERSTOCK

Justizpalast in Gaborone, der Hauptstadt von Botswana


Laut Insidern aus dem Weißen Haus hat US-Präsident Donald Trump afrikanische Länder und Haiti als "Shitholes" ("Dreckslöcher") bezeichnet. Inzwischen dementiert Trump das, wenn auch halbherzig: Die Sprache, die er benutzt habe, sei "hart" gewesen, die Wendung will er aber nicht benutzt haben.

Doch in den gut zwölf Stunden seit dem ersten Bericht über die "Dreckslöcher"-Aussage der "Washington Post", die sich auf mehrere anonyme Quellen berief, war die internationale Empörung groß.

Nach harscher Kritik der Uno, Südafrika und der Afrikanischen Union, die Trumps Einlassung "rassistisch" nannten, hat sich jetzt auch Botswana in der Sache gemeldet: Wie das Ministerium für Internationale Zusammenarbeit mitteilt, habe man den US-Botschafter in der Hauptstadt Gaborone einbestellt.

Die Regierung habe ihr Missfallen über die angebliche Formulierung Trumps zum Ausdruck gebracht, hieß es in einem offiziellen Statement. Außerdem bat die botswanische Regierung um Aufklärung. Der Botschafter solle "klarstellen, ob auch Botswana als Drecksloch-Land angesehen wird". Schließlich befänden sich Botswaner in den USA und einige hätten auch die Absicht, dorthin zu reisen.

Die Regierung wundere sich außerdem, dass Trump derart abwertende Worte nutze, wenn er über Länder spreche, mit denen die USA seit Jahren eine herzliche und für beide Seiten nützliche Beziehung pflegen.

cht

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