Wegen mutmaßlicher Geldwäsche Trumps Ex-Wahlkampfchef Manafort muss bis Prozessbeginn ins Gefängnis

Geldwäsche und Steuerhinterziehung werden dem früheren Wahlkampfchef von US-Präsident Donald Trump vorgeworfen. Bis zum Start des Prozesses muss Paul Manafort nun in Untersuchungshaft.

Paul Manafort
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Paul Manafort


Paul Manafort, der ehemalige Wahlkampfchef von Donald Trump, kommt ins Gefängnis. Ein Gericht in Washington entschied am Freitag, dass er bis zu seinem Prozess wegen mutmaßlicher Geldwäsche und Steuerhinterziehung hinter Gitter muss. Bislang war er unter Auflagen auf freiem Fuß.

Zusammen mit seinem Geschäftspartner Rick Gates soll Manafort mehr als 30 Millionen Dollar gewaschen haben. Die beiden Männer hätten zudem von 2010 bis 2014 wissentlich falsche Steuererklärungen abgegeben. Der Beschuldigte bestreitet die Vorwürfe. Im Oktober wurde er in den Hausarrest entlassen (mehr zu den Vorwürfen gegen Manafort lesen Sie hier).

Manafort war 2016 für knapp fünf Monate Chef der Wahlkampagne von Donald Trump. Damals wurde erstmals öffentlich, dass er für Lobbytätigkeiten offenbar über Jahre verdeckte Zahlungen aus der Ukraine erhalten hatte. Das Geld kam aus dem Umfeld des früheren ukrainischen Präsidenten Wiktor Janukowitsch, der wiederum eng mit dem Kreml verbandelt war. Trump sah sich nach Bekanntwerden der Vorwürfe im August 2016 gezwungen, Manafort als Wahlkampfchef zu entlassen.

Versuche der Zeugenbeeinflussung

Die Bundesrichterin begründete ihre Entscheidung, Manafort nun ins Gefängnis anzuweisen, mit möglichen Versuchen der Zeugenbeeinflussung durch den Angeklagten. Der Sonderermittler zur Russland-Affäre, Robert Mueller, hatte den früheren Trump-Berater vor einigen Tagen beschuldigt, Zeugen angerufen oder über verschlüsselte Textbotschaften kontaktiert zu haben, um sie zu "erheblichen Falschaussagen" zu bewegen.

Manafort gilt als Schlüsselfigur der Russland-Affäre. Diese dreht sich um die mutmaßlichen russischen Wahlkampfeinmischungen zugunsten Trumps und mögliche illegale Absprachen zwischen dem Team des heutigen Präsidenten und Moskau. Er ist der einzige der vier Angeklagten aus Trumps Wahlkampfteam, der nicht mit dem Sonderermittler kooperiert.

vks/AFP

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