"Kritischer Moment" Schwierige Brexit-Gespräche, Tusk sagt Nahost-Trip ab

Die Brexit-Verhandlungen sind festgefahren. Wie ernst die Lage ist, macht EU-Ratspräsident Donald Tusk deutlich.

Donald Tusk, Theresa May
DPA

Donald Tusk, Theresa May


Eigentlich hätte Donald Tusk am Mittwoch Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu in Jerusalem und Palästinas Premier Rami Hamdallah in Ramallah treffen sollen. Das Gesprächsthema: natürlich der Nahostkonflikt. Daraus wird vorerst nichts.

Der Grund: Der EU-Ratspräsident wird gebraucht, in den Brexit-Verhandlungen ist ein "kritischer Moment" erreicht. So formulierte es jedenfalls ein EU-Beamter gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Die britische Premierministerin Theresa May reiste am Montag nach Brüssel, um bei Spitzenvertretern der EU für den Start der zweiten Phase zu den künftigen Beziehungen zu werben. Dafür fordert Brüssel genügend Fortschritte bei drei zentralen Austrittsfragen zu den künftigen Rechten der EU-Bürger, den Finanzforderungen an London und in der Nordirland-Frage. Tusk beraumte kurzfristig für Montagnachmittag ein Treffen mit May an.

Bis zum EU-Gipfel am 14. und 15. Dezember soll klar sein, ob die von Großbritannien gewünschte zweite Verhandlungsphase eingeläutet werden kann, in der es um ein Freihandelsabkommen zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU nach dem Brexit gehen soll.

Die Staats- und Regierungschefs der verbleibenden 27 Mitgliedstaaten wollen beim EU-Gipfel Mitte Dezember indes entscheiden, ob es überhaupt "ausreichende Fortschritte" bei den drei wichtigen Austrittsfragen gibt. Nur dann sollen die Brexit-Verhandlungen auf die künftigen Beziehungen und ein mögliches Handelsabkommen ausgeweitet werden.

dop/Reuters/AFP



insgesamt 15 Beiträge
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KingTut 04.12.2017
1. Schulden
Wenn GB nicht bereit ist, seine Schulden gegenüber der EU zu begleichen, dann müssen die Verhandlungen abgebrochen werden. Man kann nicht aus einem Verein austreten, seine Schulden nicht begleichen und alle Vorteile dieses Vereins weiter nutzen wollen. Würden wir uns auf so einen Deal einlassen, dann wäre das die Bestätigung, dass sich die Lügen und Verdrehungen von Johnson und Farage gelohnt haben. Ich hoffe immer noch, dass die Vision von Tony Blair Wirklichkeit wird.
chrimirk 04.12.2017
2. Vielleicht kommt GB zurück?
Ein neues Referendum zu Sache EU wäre doch immer noch möglich. Das hätte Schadenfreude be den "Kontinentalen" zu Folge, aber unter dem Strich wäre es für alle besser. Also Thomys: Machen! ;-))
w.diverso 04.12.2017
3. Es ist sehr interessant
z.B. auf der Seite der BBC die Postings zu diesem Thema zu lesen. Manche der Briten leben scheinbar immer noch in den Hochzeiten des britischen Imperiums als GB die Welt beherrscht hat. Anders kann man sich diese Meinungsäußerungen nicht erklären. Irgendwann müssen sie aber doch begreifen, dass auch sie in einer globalisierten Welt leben in der es auch andere Länder mit ihrer, oder sogar größerer Wirtschaftsleistung gibt. Die Frau May ist für ihren Job wirklich nicht zu beneiden!
angst+money 04.12.2017
4.
Manche 'Selbstmörder' arrangieren es ja so, dass sie zufällig noch rechtzeitig aufgefunden werden. Das wäre dann wohl jetzt gerade der richtige Moment...
Hans-LuziusSchmid 04.12.2017
5. "Kritischer Moment" - für ganz Europa?
Was für einen Brexit wollen denn die Briten heute? Und die übrigen Europäerinnen und Europäer? Was für ein Europa wollen Sie? Stimmen Sie ab auf www.our-new-europe.eu
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