Drakonische Strafe in Iran Dieb wird vor Publikum Hand amputiert

Iran setzt auf Abschreckung: Mithäftlinge mussten zuschauen, wie einem verurteiltem Räuber die Hand amputiert wurde. Damit häufen sich die Hinweise, dass das iranische Regime die grausame Strafe jetzt öfters verhängen will. Das Schicksal eines weiteren verurteilten Diebs ist unklar.


Teheran - Im Iran ist einem verurteilten Dieb die Hand amputiert worden. Der 32-jährige Mann sei bereits mehrfach verurteilt worden, berichtete die Agentur Mehr am Sonntag. Die Amputation wurde demnach vor den Augen von Mithäftlingen in einem Gefängnis in der Stadt Jasd vollzogen. Vor einer Woche war bereits ein Dieb, der aus einem Süßwarenladen gestohlen hatte, zu der drakonischen Strafe verurteilt worden. Ob sie vollzogen wurde, ist indes nicht bekannt.

Handamputationen als Strafe für Diebstahl sind in Iran seit der islamischen Revolution von 1979 möglich. Sie leiten sich aus einer strengen Auslegung der Scharia ab. In den vergangenen Jahren war es allerdings nur selten zu den Verstümmelungen gekommen. Dass die Strafe in Jasd öffentlich vollzogen wurde, gilt als Hinweis darauf, dass es in Zukunft wieder häufiger zu Amputationen kommen könnte.

Wie die Prozedur im aktuellen Fall durchgeführt wurde, ist unklar. Medienberichten zufolge erhalten die Verurteilten heutzutage Betäubungen, in der Vergangenheit sollen Amputationen jedoch auch ohne ärztliche Versorgung durchgeführt worden sein.

hpi/dpa



Forum - Diskussion über diesen Artikel
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sleeperinmetropolis 24.10.2010
1. Manchmal...
...kann ich gar nicht so viel essen, wie ich kotzen möchte.
Baracke Osama, 24.10.2010
2. --
Zitat von sysopIran setzt auf Abschreckung: Mithäftlinge mussten zuschauen, wie einem verurteiltem Räuber die Hand amputiert wurde.*Damit häufen sich die Hinweise, dass das iranische Regime die grausame Strafe jetzt öfters verhängen will. Das Schicksal eines weiteren verurteilten Diebs ist unklar. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,725011,00.html
Ist es Absicht oder passt es momentan einfach ins "Programm", dass man, wenn über solche Strafen geschrieben wird, nur IRAN erwähnt? Was ist mit Handamputationen in Dubai (oder anderen Emiraten). Da wird man in ein Krankenhaus gefahren und die Hand wird fachgerecht entfernt. Ist es weniger tragisch? Was ist mit Körperzüchtigungen in Saudi Arabien, anderen NO-Staaten oder aber auch Nigeria? Davon liest man bei SPON wenig bis gar nichts. Aber wenn es darum geht auf IRAN einzudreschen, ist man gleich mit von der Partie.
elbröwer 24.10.2010
3. Folklore
Putzig diese kulturelle Eigenheiten der Moslems. Wenn erst in der BRD die Scharia gilt muß mein Enkel sich auf die Todesstrafe einrichten. Wir sind seit 150 Jahren Atheisten und die müssen eben sterben weil ein Typ mit Dreiklassenabschluß das so festlegt.
lemmy01 24.10.2010
4. Ein Händchen für das Volk?
Jetzt bleibt nur noch die Frage offen, ob es hier um die Bestrafung von Dieben nach dem Koran geht oder generell dem Volk ein Hinweis gegeben wird, wieder etwas kooperativer zu sein, da man ansonsten andere Saiten aufzieht.
Indigo76 24.10.2010
5.
Erst über den Iran herziehen aber wenn dann Iraner als Flüchtlinge nach Deutschland kommen, weil sie unter so einem Regime nicht mer leben können und wollen, dann werden sie hier beschimpft. Widerliche Doppelmoral in diesem Land!
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