Weiche Droge US-Staat Washington erlaubt Verkauf von Marihuana

Der Verkauf von Marihuana ist in einem weiteren US-Bundesstaat legal: Nach Colorado erlaubt nun auch Washington den Verkauf der weichen Droge. Die Entscheidung fällten die Bürger selbst.

Marihuana-Geschäft in Denver (im Februar): Washington zieht nach
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Marihuana-Geschäft in Denver (im Februar): Washington zieht nach


Seattle - Der Bundesstaat Washington im Nordwesten der USA folgt dem Beispiel von Colorado: Seit Dienstag ist es auch dort Bürgern über 21 Jahren erlaubt, Marihuana zu kaufen und zu konsumieren. Die Bürger von Washington - nicht zu verwechseln mit der Hauptstadt der USA - hatten sich bei einer Abstimmung für die Legalisierung ausgesprochen. In Colorado dürfen Erwachsene schon seit Jahresbeginn die Droge nicht nur zu medizinischen Zwecken verwenden.

Zwei Dutzend Verkaufslizenzen für Marihuana-Händler wurden in Washington bereits vergeben - dort darf ab jetzt jeder Bürger ab 21 Jahren bis zu 28 Gramm der Droge bei sich tragen. Schon im März hatten rund 80 Marihuana-Anbauer die Zustimmung von der Regierung erhalten, wie die "New York Times" berichtete.

Ziel der Behörden ist es, den Markt für Cannabis-Produkte im Auge zu behalten - ähnlich wie beim Alkohol. Auch der darf in einigen US-Staaten nur in sogenannten "Liquor Stores" verkauft werden. Schließlich sei Marihuana derzeit in fast allen Großstädten der USA auf dem Schwarzmarkt zu haben, sagte ein Sprecher der Regulierungsbehörde.

23 Bundesstaaten sowie die US-Hauptstadt Washington erlauben bislang den Marihuana-Konsum unter Auflagen zu medizinischen Zwecken. US-Präsident Barack Obama hat jedoch betont, eine solche Legalisierung nicht auf alle Bundesstaaten ausweiten zu wollen.

mxw/dpa/AFP

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Ali 3imbali 09.07.2014
1. Es wird Zeit...
...dass dieser Verbotsschwachsinn auch hier endlich ein Ende hat. Einen nicht eben kleinen Anteil der Bevölkerung zu kriminalisieren wegen des Gebrauchs einer Substanz, deren Schädlichkeit im Vergleich zu vielen anderen Drogen und Verhaltensweisen nur marginal zu nennen ist, und das unter Aufwand erheblicher, offenbar nutzloser - Mittel in Strafverfolgung, Prävention, Gerichtsbarkeit etc.pp. ist einfach irritierend. Eine bewährte und wertvolle Nutzpflanze mit Saat und Stumpf und Stiel zu verbieten ist absurd - es ist in Deutschland deutlich unproblematischer Schlafmohn anzubauen als Cannabis. Warum das alles?
dat_fretchen 09.07.2014
2. Wäre schön...
...wenn dies als Vorbild für die EU gelten könnte. Das wäre die Zaubersteuer schlechthin. Und in den Niederlande funktioniert das ja auch ganz gut!
opinio... 09.07.2014
3. aus wiki zum Cannabis Verbot:
"…., mit Hanf eine preisgünstiger werdende Papier- und Rohstoffproduktion zu erreichen, und daher hohe finanzielle Verluste für den Wald- und Papiermühlenbesitzer Hearst und die Chemiefirma DuPont befürchtet wurden. DuPont patentierte in dieser Zeit Nylon und Rayon, die in Konkurrenz zum Hanf standen. Letztendlich könnte das zum De-facto-Verbot im Jahr 1937 geführt haben. Kurz nach dem Verbot meldete das Magazin Popular Mechanics die Erfindung und Produktion effizienter Erntemaschinen für den bis dahin aufwändig zu erntenden Hanf.[16] Auch Popular Mechanics hatte ein Verbot von Hanf noch nicht realisiert und prophezeite ihm goldene Zeiten. Eine der treibenden Kräfte des US-Cannabisverbots war der Vorsitzende des „Bureau of Narcotics“ Harry J. Anslinger, der bis 1933 im „Prohibition Bureau“ für die Durchsetzung des landesweiten Alkoholverbots zuständig gewesen war. Er war bestellt und eingesetzt worden vom damaligen Finanzminister der USA Andrew W. Mellon, einem Schwiegeronkel von Anslinger, der auch Banker und Geldgeber von William Randolph Hearst und DuPont war."
meistermeder 09.07.2014
4. Demokratie
Soso das Volk hat das also selbst entschieden? Trotz Demokratie muss leider im Einzelfall darauf hingewiesen werden. Was sagt das über die Gesellschaft? Liebe Politiker, lasst euer Stimmvieh doch bitte öfter mal was selbst entscheiden anstatt uns in nichtöffentlichen Ausschüssen zu verarschen.
ralfrichter 09.07.2014
5. Gut so !
Jede Droge ist im Übermaß gefährlich,sogar Sport. Der Mensch mag den Rausch und hier ist er noch ungefährlicher als Alkohol und die Totschlagsargumente von wegen Einstieg in die Drogenkarriere entbehrt doch jeder Grundlage. Nehmt die Steuern und die frei gewordenen Polizisten und Zoll,die sich nun um wirklich gefährliches wie Chrystal M. kümmern können. Die Kriminalisierung des Endverbrauchers bringt doch nun wirklich nichts...
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