Drogenkrieg Mexikanische Ermittler entdecken Massengrab

Grausame Entdeckung in Mexiko: In verlassenen Minen haben Ermittler ein weiteres Massengrab mit mehreren Opfern aus dem Drogenkrieg in dem Land gefunden. Festgenommene Bandenmitglieder verrieten der Polizei den Fundort.


Mexiko-Stadt - Die Schreckensmeldungen aus dem mexikanischen Drogenkrieg reißen nicht ab: Ermittler haben nahe der Hauptstadt Mexiko-Stadt in verlassenen Minen mehrere Leichen entdeckt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft handelt es sich um Opfer von Drogenkartellen. Diese hätten die Toten in Schächten zweier verlassener Minen in Pachuca, 90 Kilometer nordöstlich von Mexiko-Stadt, versteckt.

Zur Zahl der gefundenen Leichen machten Nachrichtenagenturen widersprüchliche Angaben. In einem Bericht war von sieben Toten die Rede, in einem anderen sogar von 19. Die Polizei vermutet, dass es sich bei den Opfern um junge Straßendealer handelt.

Zwei festgenommene Mitglieder des Kartells der "Los Zetas" hatten die Ermittler bei Geständnissen auf die verlassenen Minen aufmerksam gemacht. Sie wurden wahrscheinlich über einen längeren Zeitraum von der Bande verwendet, um ihre Mordopfer verschwinden zu lassen. Die beiden "Zetas"-Mitglieder waren nach einer Schießerei festgenommen worden.

Sie nannten auch weitere Orte von Massengräbern, in denen sich die Bande ihrer Opfer entledigt. Die Männer gaben zudem die Namen von Polizisten preis, die sich angeblich von den Kartellen bezahlen ließen und sich im Gegenzug zum Schweigen verpflichteten. Die Polizei nahm etwa ein Dutzend Kollegen fest.

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In Mexiko starben im Zusammenhang mit dem Drogenkrieg seit Dezember 2006 offiziellen Angaben zufolge über 28.000 Menschen. In der Statistik tauchen jedoch nur tatsächlich gefundene Leichen auf. In den vergangenen Monaten wurden immer wieder Massengräber entdeckt. Erst Ende Juli hatten Ermittler insgesamt etwa 50 Leichen in neun Gräbern nahe Monterrey im Norden des Landes entdeckt.

Am Sonntag hatten Passanten in Cuernavaca rund 80 Kilometer südlich von Mexiko-Stadt vier verstümmelte Leichen an einer Autobahnbrücke entdeckt. Die Köpfe der Männer waren abgetrennt, die Körper an den Füßen aufgeknüpft. In der Nähe der Leichen fand sich ein Schreiben des Kartells des Drogenbosses Hector Beltran Leyva, das sich zu der Tat bekannte. Das zur Schau stellen der Leichen wurde als Warnung an eine rivalisierende Drogenbande gewertet.

50.000 Soldaten unterstützen die Polizei bei ihrem Kampf gegen die einflussreichen Banden. Die Kartelle kämpfen um die Vorherrschaft auf dem Drogenmarkt, der vor allem vom Schmuggel in die USA lebt.

mmq/dpa/AFP

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Skandalos, 30.07.2010
1.
Zitat von sysopGrausige Morde, blutige Kämpfe: In Mexiko eskaliert der Drogenkrieg. Tausende Soldaten haben die Grenzregion zu den USA nicht befrieden können. Politiker, Unternehmer, Polizei - viele sind in die Geschäfte der mächtigen Dealer verstrickt. Wie kann das Land der Rauschgiftmafia entkommen?
Durch die Legalisierung von Drogen in den USA. Dort gibts ja eine aktuelle Initiative, die sich großer Unterstützung quer durch alle Parteien erfreut. Prohibition funktioniert einfach nicht.
karmamarga 30.07.2010
2. Wie entkommen?
Zitat von sysopGrausige Morde, blutige Kämpfe: In Mexiko eskaliert der Drogenkrieg. Tausende Soldaten haben die Grenzregion zu den USA nicht befrieden können. Politiker, Unternehmer, Polizei - viele sind in die Geschäfte der mächtigen Dealer verstrickt. Wie kann das Land der Rauschgiftmafia entkommen?
Den Shabab-Milizen das Land schenken. Dann weiss jeder im Land mit wem oder was er es zu tun hat. So wie jetzt geht die Sache endlos weiter.
Ohli 30.07.2010
3. Keine Macht der Drogenmafia
Zitat von sysopGrausige Morde, blutige Kämpfe: In Mexiko eskaliert der Drogenkrieg. Tausende Soldaten haben die Grenzregion zu den USA nicht befrieden können. Politiker, Unternehmer, Polizei - viele sind in die Geschäfte der mächtigen Dealer verstrickt. Wie kann das Land der Rauschgiftmafia entkommen?
Die Abteilung der UN, die sich des Themas Drogen angenommen hat, gibt auf ihren jählich stattfindenden Konferenzen in Wien seit 2 Jahren bekannt, das der "War on Drugs", der hauptsächlich in den 80er Jahren von Ronald Reagan proklamiert wurde, verloren ist. Jahrzehnte in denen Milliarden für die Strafverfolgung ausgegeben wurden, umsonst. Der weltweite illegale Drogenanbau hat sich erhöht, die Verkaufszahlen und der Umsatz haben sich erhöht (geschätzte 500 Milliarden US-Dollar wurden im vergangenen Jahr weltweit mit illegalen Drogen umgesetzt). Weiter so wie bisher, bedeutet weitere Profite für die organisierte Kriminalität, weiter Korruption, weiter mit dem Elend und Leid. Eine drogenfreie Gesellschaft ist eine Illusion, sagte einmal der Drogenbeauftragte der Regierung Kohl, Eduard Lintner. Das Ziel muss eine staatlich regulierte Vergabe aller zur Zeit illegalen Drogen sein. Wie eine erfolgreiche Drogenpolitik aussehen kann, zeigt der "Frankfurter Weg" und deren Projekt mit der Heroinvergabe an schwerstabhängige. Regulierung statt Repression, Akzeptanz und Toleranz, statt Stigmatisierung und Strafverfolgung von Konsumenten. Es wäre auf jeden Fall eimal wünschenswert, wenn man sich sachlich und pragmatisch mit dem Thema Drogen auseinandersetzen würde, statt wie bisher polemisch und emotional. Einen schönen Tag noch, wünscht Ohli
Roller, 30.07.2010
4.
Zitat von sysopGrausige Morde, blutige Kämpfe: In Mexiko eskaliert der Drogenkrieg. Tausende Soldaten haben die Grenzregion zu den USA nicht befrieden können. Politiker, Unternehmer, Polizei - viele sind in die Geschäfte der mächtigen Dealer verstrickt. Wie kann das Land der Rauschgiftmafia entkommen?
Ganz einfach: die Legalisierung aller Drogen.
obi wan 30.07.2010
5. Gegen jede Art von Titeln und Orden!!!!
Keine Ahnung wie Mexiko entkommen kann. Ich kann nur sagen: Sicher nicht durch so politisch vielleicht korrekte aber vollkommen nutzlose Konzepte wie Rauschgift legalisieren, Dialog suchen u.ä. Mal sehen wann hier die Ersten hier auftauchenk, die so etwas als alleiniges Allheilmittel ernsthaft verkaufen wollen.
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