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Drohgebärden: Kim Jong Il droht Südkorea mit Krieg

Seine Truppen seien "unbesiegbar": Nordkoreas Staatschef Kim Jong Il droht der Regierung in Südkorea. Man befinde sich "am Rande eines Krieges", heißt es aus Pjöngjang. Experten vermuten jedoch, die Einschüchterungsversuche sollen vor allem die Aufmerksamkeit von US-Präsident Obama wecken.

Seoul - Nordkorea hat seine Drohgebärden gegen Südkorea fortgeführt. Staatschef Kim Jong Il bejubelte die Truppen seines stalinistisch geführten Landes als "unbesiegbar", wie die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Sonntag berichtete. "In Zeiten des Waffenstillstandes in Korea bedeutet Konfrontation eskalierende Anspannung, und das könnte zu einem unkontrollierbaren militärischen Konflikt und zu Krieg führen", so die KCNA. Staatschef Kim sagte der Nachrichtenagentur zufolge während eines Truppenbesuchs, das Militär sei in der Lage, jeglichen überraschenden Einmarsch des Feindes mit nur einem Schlag zu stoppen.

Nordkoreas Staatschef Kim Jong Il: "Unbesiegbare Truppen"
REUTERS

Nordkoreas Staatschef Kim Jong Il: "Unbesiegbare Truppen"

Nordkorea hatte am Freitag bereits alle politischen und militärischen Vereinbarungen mit dem Nachbarland Südkorea für nichtig erklärt. Pjöngjang warf der konservativen Regierung in Seoul vor, mehrere Vereinbarungen gebrochen und beide Staaten so "an den Rand eines Krieges" gebracht zu haben. Für Spannung hatte vor einem Jahr vor allem der Amtsantritt des südkoreanischen Präsidenten Lee Myung Bak gesorgt. Der hatte die sogenannte Sonnenscheinpolitik seiner liberalen Vorgänger zurückgefahren, in deren Rahmen etwa Nahrungsmittel und andere Hilfsgüter über die streng bewachten Grenzen transportiert worden waren.

Einigen Experten zufolge hat Pjöngjang den Ton gegenüber Seoul verschärft, um sich die Aufmerksamkeit des neuen US-Präsidenten Barack Obama zu sichern und sich eine bessere Verhandlungsposition zu verschaffen. Nord- und Südkorea befinden sich formell noch im Kriegszustand, weil nach dem Koreakrieg lediglich ein Waffenstillstand vereinbart, nicht aber ein Friedensvertrag unterschrieben wurde.

hei/AFP/rtr

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