Jemen US-Drohne tötet mutmaßliche Qaida-Kämpfer

Augenzeugen wollen die US-Drohne bereits seit Tagen im Jemen beobachtet haben. Jetzt starteten die Vereinigten Staaten einen Luftangriff. Dabei wurden mehrere mutmaßliche Qaida-Kämpfer getötet, auch Zivilisten kamen ums Leben.

"Predator"-Drohne der USA (undatiertes Archivbild): Umstrittene Luftangriffe
REUTERS

"Predator"-Drohne der USA (undatiertes Archivbild): Umstrittene Luftangriffe


Sanaa - Bei einem Drohnenangriff des US-Militärs in der jemenitischen Provinz Baida sind am Samstag bis zu 18 Menschen getötet worden. Unter den Opfern seien rund ein Dutzend mutmaßliche Mitglieder des Terrornetzwerks al-Qaida sowie drei Zivilisten, sagte ein Vertreter der jemenitischen Sicherheitskräfte. Die Angaben über die genaue Anzahl der Toten sind in den Berichten der Nachrichtenagenturen bislang uneinheitlich.

Die Attacke galt offenbar Fahrzeugen, in denen die angeblichen Qaida-Kämpfer vermutet wurden. Die Zivilisten wurden getroffen, als sie mit einem anderen Auto vorbeifuhren. Augenzeugen zufolge überflog die Drohne das Gebiet bereits seit Tagen.

Drohnenangriffe sind höchst umstritten, weil dabei immer wieder unbeteiligte Zivilisten zu Tode kommen. Im Dezember 2013 waren bei einem Angriff, der eigentlich dem Fahrzeug eines Qaida-Anführers galt, 16 Zivilisten auf zwei Hochzeitsgesellschaften getötet worden.

Kurz darauf hatte Jemens Parlament den Vereinigten Staaten die Drohnenangriffe verboten, auch Menschenrechtsexperten der Vereinten Nationen äußerten "ernsthafte Bedenken". Jemens Übergangspräsident Abd Rabbuh Mansur al-Hadi verteidigte die Angriffe zuletzt aber noch als hilfreich im Kampf gegen das Qaida-Netzwerk.

Die Provinz Baida gilt als Hochburg der Gruppierung al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP). Das Militär im Jemen geht schon seit Jahren mit Hilfe von US-Drohneneinsätzen gegen die bewaffneten Kämpfer vor.

bos/Reuters/AFP

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