Drohnenflug in Paris Reporter zu Geldstrafe verurteilt

Das war ein teurer Dreh: Wegen eines unerlaubten Drohnenflugs in einem Pariser Park ist ein Journalist zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Dabei kam der Reporter noch glimpflich davon.

Drohne vor Eiffelturm (Archivbild): Die Pariser Innenstadt ist Sperrzone
AFP

Drohne vor Eiffelturm (Archivbild): Die Pariser Innenstadt ist Sperrzone


Paris - Er hatte mit Kollegen eine Reportage drehen wollen und ließ eine Drohne über einem Park am Stadtrand von Paris fliegen. Nun hat ein Gericht den verantwortlichen Al-Jazeera-Journalisten zu einer Geldstrafe von 1000 Euro verurteilt. Sein Fluggerät ist er auch los. Damit kam er noch glimpflich davon, denn im schlimmsten Fall hätte der Angeklagte zu einem Jahr Haft und einer Gelstrafe von 75.000 Euro verurteilt werden können.

Der Reporter wurde zusammen mit zwei Kollegen vergangene Woche in dem Park Bois de Boulogne vorübergehend festgenommen. "Der Erste steuerte die Drohne, der Zweite filmte, der Dritte schaute zu", sagte ein Ermittler. Drohnenflüge über Paris sind ohne Genehmigung verboten. Außerhalb einer Sperrzone in der Innenstadt dürfen die ferngesteuerten Fluggeräte zwar aufsteigen, allerdings braucht der Pilot eine Lizenz.

Schlechtes Timiming

Die Aktion der Journalisten kam zu einem erdenklich schlechten Zeitpunkt. Die Pariser Sicherheitsbehörden waren in heller Aufregung, weil kurz zuvor mehrere Nächte in Folge Drohnen über dem Zentrum von Paris gesichtet wurden. Sie flogen über oder in der Nähe von sensiblen Einrichtungen wie der US-Botschaft, dem Eiffelturm, der Place de la Concorde oder dem Parlament.

Allerdings waren diese Vorfälle laut Al Jazeera gerade auch der Grund für die Aktion: Die Reporter hätten einen Beitrag über die mysteriösen Drohnenflüge drehen wollen. Trotz eines großen Polizeieinsatzes konnten die Urheber der anderen Drohnenflüge und auch die Fluggeräte selbst nicht ausfindig gemacht werden, teilten die Behörden mit.

In Frankreich kommt es seit Oktober immer wieder zu mysteriösen Drohnenflügen. Nach dem Überflug von rund 20 Kernkraftwerken und anderen Atomanlagen im vergangenen Jahr wurde im Januar zunächst der Präsidentenpalast in Paris überflogen. Es folgten eine westfranzösische Atom-U-Boot-Basis und nun die Innenstadt von Paris.

loe/AP



insgesamt 7 Beiträge
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rolandjulius 03.03.2015
1. Eine Lizenz ...
für ein Spielzeug. Das Heist dass ein junger Mensch zum zuschauen verdammt ist. Welch Hysterie ist in die Franzosen gefahren.
Badischer Revoluzzer 03.03.2015
2. Also, sollte so ein Ding
bei mir herumschwirren, habe ich die technische Möglichkeit das Gerät zu entfernen.
caracho! 03.03.2015
3. ...technische Möglichkeit?
Lassen Sie uns doch teilhaben, bei mir schwirren so Dinger schon rum! Auf die Schrotflinte bin ich selber schon gekommen....haben Sie eine subtilere Idee? (Mein Nachbar wird ungehalten, wenn ich mit der Schrotflinte auf´s Spielzeug seiner Kinder schiesse....)
kollajazz 04.03.2015
4. Eine allgemeine Regelung
wäre hier wohl angesagt. Wenn ich mir eine Drohne kaufe dann will ich auch wissen wo ich sie fliegen darf und ob ich eine Lizenz brauche um sie zu fliegen. Vor allem sollte eine allgemeine Regel aufgestellt werden wenn die Drohne auch filmen kann. Nur mal so für den fun braucht ja eine Drohne für privaten Spaßgebrauch keine Kamera. Das die Franzosen nun sehr vorsichtig sind ist wohl sehr verständlich. Wer einen Terroranschlag erlebt hat, der weiß auch worauf man achten sollte um einen kommenden Anschlag zu verhindern. Ich glaube Reporter wissen worauf sie aufpassen müssen und wenn sie eine Grenze überschreiten, na dann müssen sie eben die Konsequenzen tragen und nur durch zuschauen wird man nicht zum Täter, es sei denn man ist eingeweiht und da muss man eben auch mit Ärger rechnen. Ich kann ja auch nicht einfach sagen, ich habe ja nur zugesehen wie der eine den anderen getötet hat, da gehöre ich auch automatisch zum Mittäter. Also nix hier rum heulen, wer Mist baut muss halt damit rechnen, bestraft zu werden ...
kobmicha 04.03.2015
5. Die gehören eingesperrt
Ich bin der Ansicht das gerade Reporter und Journalisten sich eine Menge Frechheiten unberechtigter weise herausnehmen. Führen sich teilweise auf als ob sie "Diplomatenstatus" genießen und unantastbar sind. Dabei sind sie meistens nichts anderes als Bürger mit einer großen Klappe und Geltungsbedürfniss! Schon aus Gründen der Abschreckung gegenüber Menschen die Planen ähnliche Aktionen ,mit vielleicht tödlichem Ausgang,auszuführen bin ich für eine Gefängnissstrafe schon bei der ersten Aktion !
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