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Unbemannte Flugsysteme: Rüstungskonzerne planen europäisches Drohnenprojekt

Beteiligt sind Konzerne aus Frankreich, Italien und Deutschland: Europäische Rüstungsunternehmen wollen ein neues Drohnenprogramm starten.

Hamburg - Drei Rüstungskonzerne planen ein neues, europäisches Drohnenprojekt, wie das ARD-Hauptstadtstudio berichtet. Der deutsch-französische Rüstungskonzern Airbus Defence and Space will demnach zusammen mit dem französischen Unternehmen Dassault Aviation und dem italienischen Konzern Alenia Aermacchi den Verteidigungsministern Frankreichs, Deutschlands und Italiens entsprechende Pläne vorstellen. Das Projekt soll den Namen MALE 2020 tragen. Die Drohnen sollen für mittlere Flughöhe und eine lange Flugdauer bestimmt sein.

Zunächst soll es eine Definitionsphase geben, in der die Regierungen, die Streitkräfte und die Konzerne der drei Länder ihre Anforderungen an ein europäisches Programm zur Entwicklung unbemannter Flugsysteme formulieren und koordinieren sollen. Dazu gehöre auch die Finanzplanung und die Frage der Bewaffnung, heißt es aus Industriekreisen.

Der Vorstoß der Industrie erfolgt unmittelbar vor der am Dienstag beginnenden internationalen Luftfahrtausstellung in Berlin. Der Zeitung "Die Welt" zufolge hofft das Industriekonsortium auf eine "zeitnahe Entscheidung". Europa dürfe "sich auf dem strategischen Kernfeld der militärischen Luftfahrt nicht allein von Produkten ausländischer Anbieter abhängig machen".

Zuspruch zu solchen Überlegungen gab es bereits vom verteidigungspolitischen Sprecher der SPD, Rainer Arnold. Im April hatte er dem SPIEGEL gesagt: "Wir sollten in Europa schnellstmöglich die gemeinsame Entwicklung einer Drohne auf den Weg bringen. Auch die Entscheidung zur 'Euro Hawk'-Drohne sollte überdacht werden.

Im vergangenen Jahr war die Bundesregierung wegen des Drohnenprojekts "Euro Hawk" scharf in die Kritik geraten. Der damalige Verteidigungsminister Thomas de Maizière hatte die ursprünglich geplante Anschaffung der Drohne im Mai 2013 gestoppt, da die Zulassung für den deutschen Luftraum völlig aus dem Ruder lief. Damals war von möglichen Extrakosten von 600 Millionen Euro die Rede. Die Industrie hatte diese Zahlen immer bestritten, bis heute prüft die Bundeswehr rechtliche Schritte wegen des Projekts. Kritiker warfen De Maizière vor, den Stopp viel zu spät veranlasst zu haben.

kha/AFP

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1.
gog-magog 19.05.2014
Zitat von sysopBeteiligt sind Konzerne aus Frankreich, Italien und Deutschland: Europäische Rüstungsunternehmen wollen ein neues Drohnenprogramm starten. http://www.spiegel.de/politik/ausland/drohnen-ruestungskonzerne-planen-programm-fuer-europa-a-970118.html
Drohnen gibt es längst, wozu noch welche entwickeln?
2. Für Drohnen ....
birdie 19.05.2014
gibt es einen riesigen Markt, der zu 90 % zivile und zu 10 % militärische Aufgaben umfasst. In diesem hightec Feld nicht aktiv zu sein, wäre mehr als sträflicher Leichtsinn. Es wäre Dummheit.
3.
Hans58 19.05.2014
Zitat von birdiegibt es einen riesigen Markt, der zu 90 % zivile und zu 10 % militärische Aufgaben umfasst. In diesem hightec Feld nicht aktiv zu sein, wäre mehr als sträflicher Leichtsinn. Es wäre Dummheit.
Bei MALE geht es aber erkennbar nur um den militärischen Aspekt MALE (= Medium Altitude Long Endurance), ist ein unbemanntes Fluggerät mit einer Flughöhe von ca. 10.000 Metern und einer erheblichen Reichweite und langer Flugdauer.
4. Zu Hans58 ...
birdie 19.05.2014
leider: der Krieg ist der Vater aller Dinge. Und genau davon leben wir alle inzwischen verdammt gut.
5. Einfach mal nachdenken
haben-satt 19.05.2014
Schon mittelfristig wären diese Gelder im Bereich Bildung weitaus lukrativer. Da sollten wir Krieg führen - gegen die Bildungsverhinderer in Bund und Ländern!
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