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Pakistan: US-Drohnenangriff trifft offenbar Top-Taliban Mehsud

Bei einer Drohnenattacke im Norden Pakistans sind mehrere Menschen getötet worden. Eins der Opfer ist womöglich der Anführer der pakistanischen Taliban, Hakimullah Mehsud, einer der meistgesuchten Terroristen des Landes.

Islamabad - Bei einem Drohnenangriff im Norden Pakistans haben die USA offenbar den hochrangigen Taliban Hakimullah Mehsud getötet. Offizielle Bestätigungen gibt es dafür allerdings noch nicht, wenngleich sich mehrere Nachrichtenagenturen auf Quellen aus dem pakistanischen Militär, den Geheimdiensten und auf Sprecher der Taliban berufen. Bisher hat aber weder die pakistanische Regierung noch die US-Regierung sich offiziell geäußert. Mehsud wurde aber bereits mehrfach für tot erklärt, was sich später als offensichtlich unrichtig herausstellte. Ein Regierungssprecher sagte SPIEGEL ONLINE denn auch, er könne die Meldung von Tod Mehsuds nicht bestätigen.

Mehsud ist der Anführer der pakistanischen Terrororganisation Tehrik-i-Taliban Pakistan und steht auf einer speziellen Terroristenliste des Weißen Hauses. Für seine Ergreifung haben die USA eine Belohnung von fünf Millionen Dollar ausgesetzt.

Namentlich nicht genannten Sicherheitskräften zufolge feuerte das unbemannte Kampfflugzeug zwei Raketen auf ein Fahrzeug ab, das in einer Taliban-Anlage in Nord-Waziristan nahe der afghanischen Grenze stand. Bei dem Angriff wurden mindestens drei Menschen getötet.

Über die Identität der weiteren Opfer gibt es widersprüchliche Angaben: Die Nachrichtenagentur dpa meldet, es seien weitere hochrangige Taliban-Führer getötet worden. Reuters zitiert dagegen Geheimdienstkreise, nach denen Mehsuds Fahrer und sein Bodyguard getötet worden sein sollen.

Mehsud hatte 2009 die Führung der Organisation übernommen, nachdem der bisherige Anführer Baitullah Mehsud ebenfalls bei einem Drohnenangriff getötet worden war. Die pakistanischen Taliban sollen für Dutzende Selbstmordanschläge in dem Land sowie für den Anschlagsversuch auf den New Yorker "Times Square" im Jahr 2010 verantwortlich sein.

Die Islamisten kontrollieren Teile der de facto gesetzlosen Region Nord-Waziristan. Sie gilt auch als Rückzugsgebiet für Islamisten, die im benachbarten Afghanistan am Krieg gegen die USA beteiligt sind.

Die Vereinigten Staaten flogen seit 2004 fast 400 Drohnenangriffe in Pakistan. Nach Angaben einer britischen Vereinigung für investigativen Journalismus kamen dabei bis zu 3600 Menschen ums Leben, darunter - basierend auf lokalen Medienberichten - zwischen 416 und 948 Zivilisten. Die pakistanische Regierung lehnt die Angriffe mit den ferngesteuerten unbemannten Fluggeräten offiziell ab.

ade/Reuters/AP/dpa/AFP

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1. Passt genau zur Snowden Show....
reactor 01.11.2013
Zitat von sysopAFPBei einer Drohnenattacke im Norden Pakistans sind mehrere Menschen getötet worden. Nach übereinstimmenden Angaben der Nachrichtenagenturen AP und Reuters ist eines der Opfer der Anführer der pakistanischen Taliban, Hakimullah Mehsud. http://www.spiegel.de/politik/ausland/drohnenangriff-usa-toetet-pakistanischen-taliban-anfuehrer-a-931350.html
Wieder mal Realitaetscheck. Das ist genau weshalb die NSA Daten sammelt. Um solche Gestalten unschaedlich zu machen, bevor sie dem Westen Schaden antun. Wer Snowden als Helden sieht, hat echt nichts begriffen..... Aber vielleicht bedarf es ja wirklich erst der Explosion einer schmutzigen Kofferbombe. Wenn so ein Ding in Berlin hochgehen taet, die heutigen Traeumer waeren blass und schockiert. "Wie konnte sowas denn nur passieren?" Gell?
2. Unfassbar
spon-facebook-10000631240 01.11.2013
Die USA verstösst nachhaltig gegen das Völkerrecht und nichts passiert. Wann hört das Morden eigentlich mal auf und warum wird es von der Presse so kommentarlos hingenommen ?
3. Wir schauen tatenlos zu
leser-fan 01.11.2013
wie USA selbstherrlich ohne Gericht entscheiden, wer zu töten ist, völlig Unbeteiligte werden gleich mit weggeputzt. Vor den Internationalen Gerichtshof gehören sie. Dass die USA gehasst werden, versteht man immer mehr.
4. ich nehme an, dass niemand von Reuters oder sonst wem
aueronline.eu 01.11.2013
dabei war, sie können nur die US Infos wiederkäuen. Ist ein Anführer von egal was gleich zum Tode verurteilt? Wer hat ihm den Rang gegeben? Hat er Verbrechen begangen, die ihm das recht auf Leben nehmen? Und die übrigen Toten? Ich hasse diese drohnen Flieger.
5. Durchschnittlich
kölschejung72 01.11.2013
sterben 20 Leute pro Dronenanschlag. D.h. die 17 Frauen und Kinder, die hier sicherlich auch umgekommen sind, verschweigt uns der Spiegel geflissentlich. Übrigens kann wohl keiner nachprüfen, wie Top dieser Top-Taliban tatsächlich ist. NSA braucht gerade gute Presse, da könnte auch ein normaler Taliban zum Top-Taliban gekürt worden sein. Jedenfalls entstehen für jeden der so getöteten unschuldigen Zivilisten 10 neue Top-Talibans.
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Die wichtigsten Drohnentypen
"MQ-1 Predator"
Die "MQ-1 Predator" war im Jahr 1995 die erste Drohne, die bei der US-Luftwaffe zum Einsatz kam.

Hersteller: General Atomics Aeronautical Systems
Stückpreis: rund 4.5 Millionen Dollar
Bewaffnung: zwei Luft-Boden-Raketen "AGM-114 Hellfire"
Maße: 8,23 m lang, 14,84 m Flügelspannweite
Reichweite: 3704 km
Flughöhe: max. 7620 m
Steuerung: Fernsteuerung durch einen Piloten
"MQ-9 Reaper"
Die "MQ-9 Reaper"(früher "Predator B") basiert technisch gesehen auf der "MQ-1 Predator". Sie ist aber für den Angriff optimiert, da sie die zehnfache Waffenlast im Vergleich zum Ursprungsmodell befördern kann. Eingesetzt wird sie von der US-Marine und Luftwaffe.

Hersteller: General Atomics Aeronautical Systems
Stückpreis: 10,5 Millionen Dollar
Bewaffnung: bis zu 1361 kg
(z.B. Raketen der Typen "AGM-114 Hellfire" und "AIM-9 Sidewinder" oder Bomben der Typen "GBU-12 Paveway II" und "GBU-38 DAM")
Maße: 10,97 m lang, 20,12 m Flügelspannweite
Reichweite: 5926 km
Flughöhe: max. 15.400 m
Steuerung: Fernsteuerung durch einen Piloten
"RQ-7 Shadow 200"
Die "RQ-7 Shadow 200" dient bei der US Army und dem US Marine Corps zur Aufklärung. Sie ist seit 2003 im Einsatz und kann keine Ziele angreifen.

Hersteller: AAI Corporation
Stückpreis: 275.000 Dollar
Bewaffnung: keine
Maße: 3,4 m lang, 3,9 m Flügelspannweite
Reichweite: 125 km
Flughöhe: max. 4600 m
Steuerung: autonom, mit GPS
"RQ-4 Global Hawk" / "Euro Hawk"
Die "RQ-7 Global Hawk" wird als Langstrecken-Aufklärungsdrohne eingesetzt. Sie existiert in zwei Versionen. Die spätere (RQ-4B) wurde auch von der Bundeswehr als "Euro Hawk" eingeführt, ausgestattet mit Sensoren der deutschen EADS. Die Drohne ist wesentlich größer als "Predator", "Reaper" und "Shadow" und mit einem Strahltriebwerk ausgestattet.

Hersteller: Northrop Grumman
Stückpreis: 35 Millionen Dollar
Bewaffnung: keine
Maße: 13,53 m lang, 35,42 m Flügelspannweite (RQ-4A) bzw. 14,50 m lang, 39,89 m Flügelspannweite (RQ-4B)
Reichweite: 25.000 km (RQ-4A) bzw. 22.780 km (RQ-4B)
Flughöhe: max. 19.800 m
Steuerung: autonom, mit GPS


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