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Abu Jahja al-Libi: Washington meldet Tod von al-Qaidas Nummer zwei

Der ranghohe al-Qaida-Terrorist Abu Jahja al-Libi ist tot - das teilte das Weiße Haus mit. Es handele sich um einen "bedeutenden Schlag" gegen das Terrornetzwerk. Damit bestätigte die US-Regierung Berichte, laut denen Libi bei einem Drohnenangriff ums Leben gekommen ist.

Schlag gegen al-Qaida: Tödlicher Nachtangriff aus der Luft Fotos
AFP / Intelcenter

Washington - Die Nummer zwei des Terrornetzwerks al-Qaida, Abu Jahja al-Libi, ist nach Überzeugung des Weißen Hauses bei einem Drohnenangriff in Pakistan getötet worden. Am Dienstagabend bestätigte Regierungssprecher Jay Carney in Washington den Tod Libis. Den US-Geheimdiensten längen entsprechende Informationen vor. Es handele sich um einen "bedeutenden Schlag" gegen das Terronetzwerk. Al-Qaida neige sich "wie noch nie" dem Ende zu, sagte Carney. Einen eindeutigen Nachfolger für Libi gebe es bislang nicht.

Der Top-Terrorist ist demnach bei einer Attacke in den pakistanischen Stammesgebieten getötet worden. Zuvor hatte ein ranghoher Taliban in Pakistan Libis Tod als "einen großen Verlust" bezeichnet.

Der Drohnenangriff auf ein Gehöft in Nordwaziristan hatte am Montag stattgefunden. Pakistanischen Angaben zufolge kamen bei dem Beschuss 15 Menschen ums Leben, darunter mehrere ausländische Kämpfer - Turkmenen, Usbeken und Tadschiken, wie ein pakistanischer Beamter sagte. Der pakistanische Geheimdienst ISI bestätigte, dass es Informationen über den Tod Libis gebe.

Das Weiße Haus führt eine Liste mit Terroristen, die getötet oder gefangen genommen werden sollen. Das letzte Wort über Leben und Tod hat dabei US-Präsident Barack Obama. Das Ende Libis wäre der schwerste Schlag gegen das Terrornetzwerk seit der Tötung von Qaida-Chef Osama Bin Laden im Mai 2011.

Der Libyer, der auf Mitte 40 geschätzt wird, gilt unter den jungen Qaida-Kämpfern als charismatischer, einflussreicher Kommandeur, der die Menschen für sich einnehmen kann. Vor zehn Jahren wurde er in Afghanistan von den Isaf-Truppen verhaftet, 2005 gelang ihm jedoch die Flucht aus dem US-Gefängnis in Bagram. Mit der Flucht erlangte er in Qaida-Kreisen Berühmtheit.

Er gilt als Gegenspieler zu Qaida-Chef Aiman al-Sawahiri, den viele als spröde und als zu kompromisslos beschreiben. Er ist der Stratege des Terrornetzwerks, der häufiger in Qaida-Videobotschaften auftaucht. Westliche Terrorexperten sahen ihn bereits vor Jahren als künftigen Mann an der Spitze von al-Qaida. Zuletzt soll Libi nach US-Angaben die Aktionen der Qaida-Kerntruppe in den pakistanischen Stammesgebieten geleitet und die Beziehungen zu Ablegern des Terrornetzwerks in anderen Teilen der Welt überwacht haben.

In den vergangenen Tagen hatten die USA ihre tödliche Kampagne aus der Luft verstärkt. 21 Attacken hat es der Website Long War Journal zufolge insgesamt in diesem Jahr gegeben, davon allein acht in den vergangenen zwei Wochen. Pakistan kritisiert die USA wegen der Missachtung der staatlichen Souveränität, obwohl Teile des Geheimdienstes in Ziel- und Angriffsplanung zumindest abstrakt eingeweiht sind. Menschenrechtler und Bewohner von Nord- und Südwaziristan werfen US-Präsident Obama vor, unschuldige Opfer in Kauf zu nehmen.

ler/AFP/dpa/Reuters

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1. Schläge
Bochumer.Junge 05.06.2012
Immer neue Hammerschläge gegen al-Qaida. Wo ist der "Like"-Button?
2. Eine gute Nachricht
Centurio X 05.06.2012
Zitat von sysopAFP / IntelcenterIn den USA verdichten sich die Hinweise, dass ein erneuter Drohnenangriff gegen al-Qaida gelungen ist. In Washington heißt es, der ranghohe al-Qaida-Führer al-Libi sei tot. Das wäre der schwerste Schlag gegen das Terrornetzwerk seit der Tötung Osama bin Ladens. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,837176,00.html
Al Quaida ist keine Hydra, der die Führungsköpfe nach dem Abschlagen sekundenschnell nachwachsen. Ganz im Gegenteil, die Zahl der qualifizierten Führungspersönlichkeiten ist rar. Die Ausschaltung der #2 oder #3 der Führungshierachie engt die Initiative dieser Terrororganisation empfindlich ein. Somit erweist sich die Drohnentechnologie im Krieg gegen den Terror als höchst effizient, und man kann Präsident Obama für seine weise Kriegsführung nur beglückwünschen.
3. hoffentlich nicht eu
Onkel_Karl 05.06.2012
Zitat von sysopAFP / IntelcenterIn den USA verdichten sich die Hinweise, dass ein erneuter Drohnenangriff gegen al-Qaida gelungen ist. In Washington heißt es, der ranghohe al-Qaida-Führer al-Libi sei tot. Das wäre der schwerste Schlag gegen das Terrornetzwerk seit der Tötung Osama bin Ladens. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,837176,00.html
Wie kann man diese Drohnen-Angriffe rechtfertigen...ja der President prüft genau und er kennt die Geschichte von den Männern,die in paar Stunden tot sein werden. Dabei kommen sehr oft auch unschuldige Zivilisten,das ist auch kein Geheimniss und ab jetzt dürfen USA auch auf Verdacht töten. Mit anderen Worten heisst es, egal wer uns verdächtig oder gar im Weg steht wird umgebracht,dabei kann es jeden treffen und wird als ein Al Qaida Mitglied abgestempelt. Menschen die eine andere Meinung haben,Menschen die im Weg stehen bei der nächsten "demokratisierung" sind,in dem sie zu sehen müssen werden,wie ihr Land im Chaos versinkt und ausverkauft wird.
4.
MarkusRiedhaus 05.06.2012
Was wurde noch gestern und vorgestern über Obama hergezogen, der seinen Finger persönlich am roten Knopf hat. Todbringer, Richter über Leben und Tod wurde er genannt. Nun zeigt sich er bringt Tod...über die Feinde der USA und das höchst effizient. Meinen Glückwunsch.
5. Wo genau liegt Ihr Problem?
cour-time 05.06.2012
Zitat von Onkel_KarlWie kann man diese Drohnen-Angriffe rechtfertigen...ja der President prüft genau und er kennt die Geschichte von den Männern,die in paar Stunden tot sein werden. Dabei kommen sehr oft auch unschuldige Zivilisten,das ist auch kein Geheimniss und ab jetzt dürfen USA auch auf Verdacht töten. Mit anderen Worten heisst es, egal wer uns verdächtig oder gar im Weg steht wird umgebracht,dabei kann es jeden treffen und wird als ein Al Qaida Mitglied abgestempelt. Menschen die eine andere Meinung haben,Menschen die im Weg stehen bei der nächsten "demokratisierung" sind,in dem sie zu sehen müssen werden,wie ihr Land im Chaos versinkt und ausverkauft wird.
Wo genau liegt Ihr Problem? Würden Sie: Die Terroristen dort gewähren lassen? Eine breit angelegte Invasion? oder: nichts tun... und weiter maulen?
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